Nach Roter Karte gegen Malte Kasper nutzt HSG Barnstorf die Deckungslücken

Neerstedts großer Kampf am Ende unbelohnt – 26:31

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Da können Neerstedts Thomas Schützmann (l.) und Malte Kasper nicht mehr entscheidend eingreifen: Barnstorfs Mittelmann Mateusz Chylinski (am Ball) setzt sich in dieser Szene durch und erzielt das Tor zum 10:8.

Diepholz - Von Matthias Borchardt. Nach einem rassigen Handball-Oberliga-Derby stand der TV Neerstedt gestern Abend in der Diepholzer Mühlenkamp-Halle mit leeren Händen da: Die Mannschaft des aus Dag Rieken und Kai Freese bestehenden Trainer-Duos verlor bei der HSG Barnstorf/Diepholz mit 26:31 (13:14).

„Kämpferisch war es eine gute Leistung“, zeigte sich TVN-Coach Rieken zufrieden mit der Leistung seiner Männer. Doch er wusste, was am Ende den Ausschlag gab: „Nach der Roten Karte gegen Malte Kasper fehlten uns in der Abwehr die Alternativen.“ Kasper hatte zwölf Minuten vor Schluss seine dritte Zeitstrafe kassiert und damit den Roten Karton gesehen. Immerhin hatte Thomas Schützmann Sekunden danach noch zum 22:22 sowie in Minute 51 noch zum 23:23 ausgeglichen – doch dann zog die HSG entscheidend davon.

„Wir haben die richtigen Lehren aus dem Bissendorf-Spiel gezogen. Meine Mannschaft wollte unbedingt den Sieg. Letztendlich war es ein verdienter Sieg für uns“, unterstrich Barnstorfs Trainer Mario Mohrland. Eine Klasse-Leistung bot der Litauer Laurynas Palevicius, der zehnmal ins Schwarze traf.

Die Hausherren waren auf die offensive Deckung der Gäste gut vorbereitet, führten vor 400 Zuschauern nach Treffern von Mateusz Chylinski und Tobias Meyer mit 2:0 (2.). Linksaußen Finn Richter erhöhte mit Doppelpack auf 4:1 (4.). In der Folgezeit erwies sich Barnstorfs Torhüter Donatas Biras als Rückhalt, zeichnete sich mehrfach aus. Vorn nutzten die Gastgeber weiterhin konsequent ihre Chancen. Mit verwandeltem Siebenmeter baute der litauische Nationalspieler Andrius Gervé (4/3) den Vorsprung auf 8:2 (10.) aus. Solch einen Auftakt hatte wohl kaum einer erwartet. „In der Anfangsphase als auch am Ende haben wir einfach nicht effektiv genug gespielt“, monierte Rieken. „Nach dem hohen Rückstand haben wir uns aber gut wieder herangearbeitet.“ Zeitgleich verloren die Barnstorfer ihre Linie. Neerstedts Torhüter Christoph Kuper steigerte sich, wehrte Bälle von Laurynas Palevicius, Finn Richter und Arunas Srederis ab. Die Neerstedter holten Tor um Tor auf, so verkürzte Philipp Freese auf 8:9 (20.). Es blieb spannend: In Unterzahl glückte Linkshänder Laurynas Palevicius per Gegenstoß das 12:10 für die HSG (25.). Der quirlige Rechtsaußen legte mit seinem sechsten Treffer zum 14:11 (27.) nach, aber die Gäste schafften durch Philipp Freese (3) und Rückraumakteur Eike Kolpack (2) den Anschluss zum 13:14.

Nach dem Wechsel setzte sich das Heimteam auf 20:16 (39.) ab, doch der Tabellenzweite gab sich noch nicht geschlagen. So glich Thomas Schützmann (4) zum 23:23 (51.) aus. Meyer und Richter brachten die HSG zurück auf die Siegerstraße – 25:23 (52.). Spätestens beim 28:25 (57.) durch Meyer war der Sieg perfekt. „In den entscheidenden Phasen war Barnstorf entschlossener und effektiver“, urteilte Rieken.

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