Trennung „im gegenseitigen Einvernehmen“

Fußball-Bezirksligist FC Hude und Trainer Lars Möhlenbrock beenden Zusammenarbeit

Lars Möhlenbrock sitzt auf der Trainerbank und gestikuliert in Richtung Spielfeld.
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Das war’s: Lars Möhlenbrock ist nicht mehr Trainer des FC Hude.

Nach vier Jahren beenden Fußball-Bezirksligist FC Hude und Trainer Lars Möhlenbrock ihre Zusammenarbeit. Die Trennung erfolgte einvernehmlich.

  • Lars Möhlenbrock ist nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Hude.
  • Coach und Vorstand hatten unterschiedliche Auffassungen bezüglich der sportlichen Ziele.
  • Vorerst übernehmen die bisherigen Co-Trainer Ralf Buss und Sascha Stolze das Kommando.

Hude – Es hat offensichtlich nicht mehr gepasst: Nach vierjähriger Zusammenarbeit gehen der FC Hude und sein bisheriger Cheftrainer Lars Möhlenbrock ab sofort getrennte Wege. Die Trennung sei „im gegenseitigen Einvernehmen“ erfolgt, schreibt der Fußball-Bezirksligist in einer am Mittwoch verschickten Pressemitteilung.

Veränderung soll neue Impulse bringen

Für Außenstehende dürfte diese Nachricht überraschend sein, clubintern weniger. Die Führungscrew und der Coach lagen nicht mehr auf einer Linie. „Nach intensiven Gesprächen zwischen Möhlenbrock und dem Vorstand des FC Hude, kamen beide Seiten zu der Erkenntnis, dass eine Veränderung im sportlichen Bereich ab der nächsten Saison neue Impulse bringen kann“, heißt es in der Mitteilung. Da durch die Coronapandemie offen sei, wie und ob die Saison fortgesetzt werden könne, sei die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet worden. „Somit können beide Parteien eine neue Ausrichtung frühzeitig und mit Nachdruck forcieren“, schreibt der FCH.

Das Kommando übernehmen vorerst die bisherigen Co-Trainer Ralf Buss und Sascha Stolze. „Der FC Hude bedankt sich ausdrücklich für die intensive und sehr gute Arbeit von Lars Möhlenbrock in den letzten vier Jahren und wünscht ihm auf seinem weiteren Weg im sportlichen sowie privaten Bereich alles Gute für die Zukunft“, heißt es abschließend.

„Nur konsequent“

„Der Vorstand und ich hatten unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der sportlichen Ziele und auf welchen Wegen sie erreicht werden können – da lagen wir sehr weit auseinander“, berichtet Möhlenbrock. Deshalb sei es nur konsequent, die Zusammenarbeit zu beenden. Der 33-Jährige geht aber im Guten, auch wenn er bekennt, dass er „die Saison gerne zu Ende gebracht“ hätte.

Im Pokal gut dabei

Denn bisher konnte der FC Hude nie wirklich Fahrt aufnehmen. Vor der Aussetzung des Spielbetriebs bestritten die Klosterort-Kicker lediglich zwei Punktspiele (3:3 gegen den SV Baris Delmenhorst und 0:3 beim VfL Stenum) und rangieren mit nur einem Zähler auf dem vorletzten Platz der B-Staffel. „Die sportliche Situation war aber nicht ausschlaggebend“, sagt Möhlenbrock. Zumal es im Bezirkspokal für seine Crew richtig gut lief. Nach Siegen über den SV Baris Delmenhorst (9:7 nach Elfmeterschießen) und beim SV Tur Abdin Delmenhorst (5:2) geht es in Runde drei zum Ligarivalen TuS Heidkrug.

Trotzdem zogen Club und Coach nun einen Schlussstrich. „Es muss für alle Seiten passen“, betont Möhlenbrock. Das war nicht (mehr) der Fall. Nun habe der FC Hude bis zur neuen Saison „ein halbes Jahr mehr, um sich neu zu orientieren und einen neuen Trainer zu installieren“, meint der C-Lizenzinhaber. Die Mannschaft sei so gut organisiert, dass sie notfalls auch ein halbes Jahr ohne Übungsleiter klar käme.

„Keine One-Man-Show“

Möhlenbrock hatte beim FC Hude im September 2016 die Nachfolge von Steffen Janßen angetreten, der nach nur fünf Spieltagen gehen musste. Damals belegte der Aufsteiger mit nur drei Punkten und einem Torverhältnis von 11:17 den 14. Tabellenplatz. Diesen Rang hatten die Huder auch am Ende der Spielzeit inne – letztlich fehlte ein Zähler zum Klassenerhalt. Doch in der folgenden Saison führte Möhlenbrock den FC Hude als Kreisliga-Meister zum direkten Wiederaufstieg. „Diese beiden Jahre waren sehr intensiv und prägend“, meint der dreifache Familienvater. Anschließend etablierte er den Club in der Bezirksliga. Die beiden folgenden Serien schloss der FCH auf den Rängen neun und zwölf ab. „Aber es war keine One-Man-Show“, legt Möhlenbrock Wert auf die Teamleistung.

Ohne Fußball geht es nicht

Wie geht es nun für ihn weiter? „Eine Pause brauche ich nicht, aber ich lasse erstmal alles auf mich zukommen“, erklärt der gelernte Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Es müsse nicht unbedingt ein Bundesligist um die Ecke kommen, scherzt er. „Es gibt viele Dinge, die mich interessieren – das kann auch eine Truppe aus der 5. Kreisklasse sein, die mir eine coole Sache präsentiert“, meint der frühere Torhüter. Falls sich nichts ergeben sollte, liebäugelt der Huder mit dem Erwerb des B-Scheins, den er bereits vor anderthalb Jahren ins Auge gefasst hatte. Nur eins steht für Möhlenbrock fest: „Ohne Fußball geht es nicht! Ich habe mal ein halbes Jahr ausgesetzt, aber da war ich der schlimmste Mensch auf diesem Planeten.“

Zur Person

Seine Fußballlaufbahn startete Lars Möhlenbrock (33) bei den SF Wüsting-Altmoorhausen. Außerdem hütete der Huder in der Jugend das Tor des VfL und VfB Oldenburg. Im Herrenbereich stand er für den VfB Oldenburg (Oberliga), den Goslarer SC 08 (Regionalliga), den VfL Oldenburg (Oberliga-Aufstieg) und den FC Hude (Kreisliga) zwischen den Pfosten. Im Jahr 2015 beendete der gelernte Kaufmann für Versicherungen und Finanzen seine aktive Karriere. Erste Trainerstation des C-Lizenzinhabers war der TuS Vielstedt. Im September 2016 übernahm Möhlenbrock die erste Herrenmannschaft des FC Hude. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga 2017 schaffte er in der darauffolgenden Saison mit seinem Team als Kreisliga-Meister den sofortigen Wiederaufstieg und führte den FCH anschließend zweimal zum Klassenerhalt. Lars Möhlenbrock ist verheiratet und Vater von drei Söhnen im Alter von elf, neun und eineinhalb Jahren. Der gebürtige Oldenburger arbeitet im familieneigenen Transportunternehmen.

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