Fußball-Kreisligist VfL Wildeshausen II ist mal wieder auf Trainersuche

Mete Döner zieht den Schlussstrich

Das war’s schon wieder: Nach gerade einmal zehn Monaten hat Mete Döner den Trainerposten beim VfL Wildeshausen II schon wieder geräumt. Foto: Marquart

Wildeshausen – Fünf Wochen lang durfte Mete Döner wegen des Corona-Lockouts nicht zur Arbeit gehen. Während er daheim bleiben musste, hatte der Coach des Fußball-Kreisligisten VfL Wildeshausen II jede Menge Zeit zum Nachdenken. Auch der Trainerjob war Teil seiner Überlegungen. Nach genauer Abwägung kam Döner gemeinsam mit seinem Co-Trainer Halil Ocak zu dem Entschluss, ihr erst im vergangenen Juli angetretenes Engagement im Krandel zu beenden – trotz einer auch noch für die kommende Saison geltenden Vereinbarung.

Rein sportlich hätte es für Döner und die Wildeshauser U 23 kaum besser laufen können. Der Aufsteiger hielt sich komplett aus dem Kampf um den Klassenerhalt heraus und hatte zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung im März als Tabellenelfter satte elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Zudem erreichte die VfL-Reserve das Halbfinale des Kreispokals und wäre dort gegen den Ligarivalen FC Huntlosen sogar leichter Favorit. „Das hätte ich gerne noch mitgenommen. Aber es weiß ja keiner, wann es wieder losgeht“, sagt Döner.

Obwohl es ihm „viel Spaß gemacht“ hat und „die Jungs echt sympathisch sind“, war der 40-Jährige in Wildeshausen nicht restlos glücklich. Das lag unter anderem am großen Aufwand. „Zweimal pro Woche bin ich direkt von der Arbeit in der Bremer Innenstadt über die Autobahn nach Wildeshausen gebrettert“, berichtet der Einzelhandelskaufmann. Wenn er nach den Einheiten spätabends wieder zuhause in Delmenhorst ankam, lagen seine beiden Söhne oft schon im Bett. Hinzu kam die angespannte Personalsituation.

„Mete und Halil sind tolle Jungs. Sie sind unheimlich bemüht und engagiert. Ich habe Verständnis für ihre Entscheidung“, sagt Ottmar Jöckel. Der VfL-Fußballabteilungsleiter gibt zu, „dass ein paar Dinge einfach nicht so passten, wie wir uns das vorgestellt hatten – ohne ins Detail gehen zu wollen“.

Stattdessen fahndet Jöckel mit Hochdruck nach einem geeigneten Nachfolger. „Natürlich gibt es Favoriten“, sagt er. Namen nennt der VfL-Fußballboss freilich keine. Doch auch wenn sich die Suche „nicht ganz einfach“ gestaltet, ist Jöckel „zuversichtlich, dass wir was Vernünftiges auf die Beine stellen werden – das sind wir der Mannschaft einfach schuldig“. In den nächsten Tagen wird er „noch zwei, drei Gespräche“ führen. „Und dann hoffe ich, dass wir nächste Woche Vollzug melden können.“ Dabei gehe die Tendenz „eher zu einer externen Lösung“. Möglicherweise wird es ja ein Tandem, bestehend aus einem erfahrenen und einem jungen Trainer – eine Variante für die Jöckel viel Sympathie hegt.

Viel wichtiger aber: Der Neue „muss bereit sein, langfristig zu arbeiten“, wünscht sich Jöckel wieder mehr Kontinuität auf dem Trainerposten der U 23. Denn auch Döners Vorgänger Andree Höttges (2018/2019) und Dirk Lenkeit (2017/2018) blieben jeweils nur eine Saison. Davor hatten Arend Arends (2014 bis 2017) und Marcel Bragula (2010 bis 2014) drei- beziehungsweise vier Spielzeiten den Hut auf. Außerdem sollte der künftige Übungsleiter ein Händchen für Nachwuchsspieler haben. „In der A-Jugend von Selcuk Keyik sind einige gute Leute dabei – denen sind wir verpflichtet“, betont Jöckel.

Auch wenn es nun vorzeitig zu Ende gegangen ist, bereut Döner sein „kleines Abenteuer in Wildeshausen“ nicht. „Ich bin positiv überrascht. Es war alles sehr familiär, und ich bin super aufgenommen worden“, sagt der Ex-Coach, der vor dem VfL Wildeshausen II bereits RW Hürriyet und den KSV Hicretspor trainiert hat. Was als Nächstes kommt? „Schaun wir mal. Es muss aber alles passen“, erklärt Döner, der ab August die B-Lizenz in Angriff nehmen will.  mar

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