Wildeshauser Marathonläufer hat nun einmal die Erde umrundet

Meilenstein für Fritz Rietkötter

Tolles Gefühl: Fritz Rietkötter ist wieder mal im Ziel.
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Tolles Gefühl: Fritz Rietkötter ist wieder mal im Ziel.

Wildeshausen – Tagebuch schreiben kommt gerade wieder in Mode. Immer mehr Menschen notieren ihre Kontakte, um sie im Fall einer Coronainfektion schnell parat zu haben. Bei Fritz Rietkötter liegen die Dinge anders. Er führt bereits seit 2003 Tagebuch. Damals begann der Wildeshauser mit dem Laufsport. Penibel vermerkt er in seiner Kladde jeden Trainingslauf und jeden Wettkampfkilometer. So bestritt der Huntestädter, der an diesem Dienstag seinen 54. Geburtstag feiert, bereits 143 Marathons beziehungsweise Ultramarathons. Zuletzt startete Rietkötter beim Marathon in Cuxhaven. An der Nordseeküste erreichte er einen weiteren Meilenstein in seiner Laufbahn. „Ich habe dort meinen 40 075. Laufkilometer absolviert, bin also sprichwörtlich einmal am Äquator um die Erde gelaufen“, berichtete Rietkötter.

„Die Organisatoren hatten sich allergrößte Mühe gegeben, einen Marathon unter Abstands- und Hygieneregeln auf die Beine zu stellen. Herausgekommen ist eine tolle Veranstaltung, die zeigt, dass es auch in Coronazeiten funktioniert, einen Marathon stattfinden zu lassen“, erzählte Rietkötter.

Angesichts der Wetterlage – es regnete und es blies eine kühle Brise – entschied sich der Wildeshauser für windabweisende Kleidung. „Im Nachhinein betrachtet, war das genau richtig“, sah er sich nach der Zielankunft bestätigt. In Blöcken zu 100 Sportlern gingen die Läufer auf die Strecke. Ordner sorgten dafür, dass jeder den für ihn vorgesehenen Platz im Startkanal einnahn und die Abstandsregeln eingehalten wurden. „Es ging fast zu wie beim Formel-1-Rennen“, scherzte Rietkötter. Vor ihm lagen vier Runden durch die Cuxhavener Innenstadt, entlang der Nordsee und wieder zurück zum Start- und Zielbereich.

Besonders der Blick über das aufgewühlte Wasser belohnte Rietkötter für seinen Kampf gegen die frische Brise: „Die Nordsee schimmerte zeitweise silbern. Einige Container- und Tankschiffe liefen ein beziehungsweise aus – eine tolle Kulisse!“ Doch wirklich genießen konnte er das Panorama nicht. „Es wurde zäher und zäher, wie Marathon nun mal so ist“, schilderte der Huntestädter. Da das Feld in mehreren Gruppen auf die Strecke gegangen war, konnte er zwar andere Läufer sehen, war aber dennoch die meiste Zeit völlig allein unterwegs. „In dem Bereich um Kilometer 27 bis 36 reduziert sich das Laufen schließlich auf den eigenen Kampf gegen den Wind und die Uhr“, meinte Rietkötter.

Auf der letzten Runde wurde es dann richtig ungemütlich. „Mittlerweile schwappte die Nordsee auf den Strandweg“, erläuterte Rietkötter. Doch mit jedem Schritt kam er dem Ziel näher, und bald stellte es sich ein: „Dieses tolle Gefühl, es geschafft zu haben.“

Der Wildeshauser hatte eine Zeit von 4:12 Stunden angepeilt. Tatsächlich blieb die Uhr nach 4:11:43 Stunden für ihn stehen. „Das nennt man dann wohl Punktlandung“, strahlte Rietkötter. Damit belegte er in der Gesamtwertung Platz 172 und in der Altersklasse M 50 Rang 39. Rietkötters Fazit: „Der Cuxhaven-Marathon ist eine kleine, aber feine, sehr gut organisierte Laufveranstaltung, bei der man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass es unter Coronabedingungen zu eng wird. Das Läuferfeld war diszipliniert.“

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