Marco Roreger über seine Ziele als Vorsitzender der HSG Harpstedt/Wildeshausen

„Nachwuchs motivieren und bei der Stange halten“

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„Handball war schon immer mein Sport“, sagt der neue HSG-Vorsitzende Marco Roreger.

Harpstedt/Wildeshausen - Von Sven Marquart. Schon im vergangenen Jahr wurde Marco Roreger von Marlis Holste „bearbeitet“, Nachfolger von Waldemar Köbke als Vorsitzender der HSG Harpstedt/Wildeshausen zu werden. Roreger ist bereits vielfältig engagiert, versprach aber trotzdem, sich die Sache zu überlegen. „Handball war schon immer mein Sport“, sagt der 38-Jährige. Nachdem er sein Amt als stellvertretender Kassenwart des Harpstedter Koems-Vereins abgegeben hatte, „passte es dann“. Im April wurde der Qualitätsmanager zum neuen HSG-Vorsitzenden gewählt. Im Interview spricht Marco Roreger über seine Ziele.

Herr Roreger, wie haben Sie den WM-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erlebt?

Marco Roreger: Wir hatten bei Nachbarn in der Garage ein WM-Studio. Zum Endspiel waren 26 Leute da. Vor dem Anpfiff haben wir gegrillt, anschließend haben wir mitgezittert.

Welche Auswirkungen hat der Titelgewinn auf den Breitensport? Wird es in Deutschland einen neuen Fußballboom geben?

Ich glaube tatsächlich, dass sich noch mehr Mädchen und Jungen für Fußball begeistern und bei Vereinen anmelden werden. Aber ich hoffe, dass auch der Handball Zulauf bekommt...

Die Nationalmannschaft macht momentan aber wenig Lust auf Handball. Sie hat mit Olympia 2012 sowie der EM 2014 zuletzt zwei große Turniere verpasst und ist bei der nächsten WM in Katar nur aufgrund einer Wildcard dabei.

Es ist traurig, dass sie es nicht geschafft hat, sich sportlich zu qualifizieren.

Es gab auch bessere Zeiten. Wie war das nach dem WM-Triumph 2007?

Da haben sich immer mehr Kinder und Jugendliche bei den Vereinen angemeldet. Das ist zwar weniger geworden, aber unsere Harpstedter Handballferienschule beispielweise war auch in diesem Jahr mit 60 Kindern wieder ausgebucht – das ist schon ein guter Erfolg! Es ist wichtig, den Nachwuchs zu motivieren und bei der Stange zu halten.

Trotzdem wird die HSG im Nachwuchsbereich in der kommenden Saison nur noch auf Regionsebene vertreten sein. In der abgelaufenen Spielzeit waren immerhin drei Jugendteams in der Landesliga am Start.

Bei der HSG gibt es in der Jugend in jeder Altersklasse mindestens eine Mannschaft. Mein langfristiges persönliches Ziel ist es, in jeder Altersklasse zwei Mannschaften zu haben. Wir sollten für alle Aufstiegsrunden melden und sehen, was rauskommt. Es wäre reizvoll, wenn sich die A- und B-Jugend für die Oberliga qualifizieren würden, damit die Talente nicht zu den Nachbarvereinen abwandern. Aber dazu braucht es auch eine gute Breite.

Aushängeschild der HSG sind aktuell die Frauen. Was trauen Sie der Mannschaft nach dem Aufstieg in die Weser-Ems-Liga zu?

Es ist schön, dass die Damen aufgestiegen sind. Ich wäre stolz, wenn sie die Klasse halten.

Bei den Männern sieht es nicht so rosig aus: Sie sind aus der Weser-Ems-Liga abgestiegen.

Es wäre mein Wunsch, dass die Herren Regionsoberliga-Meister werden und gleich wieder aufsteigen. Trainer und Mannschaft sind jedenfalls sehr motiviert. Man wird sehen, was die Saison bringt.

Wo sind Sie als HSG-Vorsitzender zunächst besonders gefordert?

Ich suche dringend einen Schiedsrichterwart, nachdem Marlis Holste diese Aufgabe abgegeben hat. Das möchte ich gerne bis Saisonbeginn erledigt haben. Außerdem brauchen wir einen neuen Handballspartenleiter in Harpstedt, weil Susanne Voßmeyer im nächsten Jahr aufhören möchte. Aber vielleicht kann ich sie auch überreden, noch zwei Jahre weiterzumachen. Aktuell benötigen wir auch noch einen Übungsleiter für die Harpstedter Minis.

Welche Entwicklung streben Sie bei der HSG an?

Ich möchte gerne eine gute Jugendarbeit machen und mit allen Mannschaften möglichst hochklassig spielen, dabei aber auch den Breitensport nicht vernachlässigen. Außerdem möchte ich gern alle Differenzen zwischen Harpstedtern und Wildeshausern beseitigen und dafür sorgen, dass wir als ein Verein auftreten.

Welche Qualitäten können Sie dabei in die Waagschale werfen?

Durch meinen Job verfüge ich über ein gutes Netzwerk. Auch im Verein und in der Handballregion Oldenburg arbeite ich gerade daran, mir zahlreiche Kontakte aufzubauen, um sie dann positiv zu nutzen.

Der Handball-Verband Niedersachsen hat sich von der Internetplattform „sis-handball“ verabschiedet und setzt künftig auf den Ergebnisdienst „nuLiga“ – wie beurteilen Sie den Wechsel?

So wie mir berichtet wurde, bringt das „nuLiga“-System speziell bei den Schiedsrichteransetzungen eine deutliche Verbesserung, weil die Schiedsrichter einfach angeben können, wann sie Zeit haben und wann nicht.

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