Ein Marathon der anderen Art: 46 Mal um die alte Hamburger Mülldeponie

Fritz Rietkötter schreckt vor nichts zurück

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Geschafft: Fritz Rietkötter auf dem Horizont-Weg, der in luftigen Höhen rund um den alten Hamburger Müllberg führt.

Wildeshausen - Fritz Rietkötter ist dafür bekannt, dass er gern mal bei außergewöhnlichen Langstreckenläufen an den Start geht. Jetzt wagte sich der Mann vom Wildeshauser Lauftreff (WLT) an den Horizont-Weg-Marathon, der ihn 46 Mal um die alte Hamburger Mülldeponie führte.

„Nüchtern betrachtet, war der Streckenverlauf nicht gerade spektakulär, aber die Besonderheiten liegen ja bekanntlich im Detail“, meinte Rietkötter mit Blick auf den Schauplatz an einer Autobahn. Doch die Details entschädigten für einiges: schöne Panorama-Ausblicke auf Hamburg, den Hafen, die Köhlbrandbrücke, verschiedene Industrieanlagen und die Elbphilharmonie. Hinzu kamen Wind, Sonne, Regen und ungemütliche Temperaturen. „Was will ein Läuferherz mehr?“, fragte Rietkötter schelmisch.

Da der „Energieberg Georgswerder“, wie der Müllberg inzwischen heißt, extra für dieses Ereignis geöffnet wurde, war der Zutritt zeitlich limitiert. „Und raus kam man zwischendurch auch nicht, also blieb einem eh nichts anderes außer Laufen übrig“, schilderte Rietkötter.

Der auf Stelzen um den Energieberg führende Horizont-Weg bildete die Laufstrecke. Der Wind blies dort oben ziemlich unangenehm, weil es über den Dächern Hamburgs keinen Schutz gab. Es ging 46 Mal über jeweils 914,34 Meter sowie das Pendelstück um den Energieberg. Dabei hatten die Läufer immer die Sicherheit, an zwei Stellen auf ordentlich Gegenwind zu stoßen. „Hatten wir zum Start noch Wind mit sonnigen Passagen um die gefühlten zehn Grad, änderte sich das im Laufe des Nachmittags auf starken Wind ohne sonnige Passagen“, berichtete Rietkötter.

Die Strecke an sich war eben – ohne Gefälle. Der Laufuntergrund bestand aus gestanzten Aluminium-Panelen, die teilweise quietschten und an vielen Stellen nachfederten. Das erwies sich während des Rennens als unangenehm, weil die Schwingungen immer entgegen des gerade getätigten Bewegungsablaufs erfolgten.

Ansonsten lief für den Wildeshauser alles ruhig und rund. „Ein guter Lauf, um Konstanz für die nächsten Ultramarathons zu trainieren“, unterstrich Rietkötter. Irgendwann in Runde 38 erinnerte ihn sein Körper daran, dass dieser Lauf eben auch ein Marathon war. Jetzt wurde es zäh. Die Monotonie der Deponie, dazu die körperliche Anstrengung – Rietkötter lenkte sich mit dem Zählen der Maulwurfshügel ab, die komischerweise nur an einer Hangseite der Deponie zu finden waren.

Bei Einbruch der Dämmerung wurde auch die Beleuchtung des Horizont-Weges angeknipst: Tausende LED-Leuchten unterhalb des Handlaufes verwandelten den Streckenverlauf in einen hellen, geschwungenen Lichtstrich.

Es kam, wie es kommen musste: Irgendwann war auch dieser Marathon geschafft. Bei 4:22 Stunden blieb für Fritz Rietkötter die Uhr stehen. „Ein zweifelsfrei außergewöhnlicher Marathon auf einem Rundkurs, der viel zu bieten hat“, stellte Rietkötter klar: „Man muss nur hinsehen…“

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