14-jährige Harpstedterin hat inzwischen mehrere DFB-Lehrgänge absolviert

Lotta Drews startet bei Werder durch

Lotta Drews im Trikot des SV Werder Bremen beim Flankenversuch.
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„Ein gutes Gefühl“: Zwei Treffer hat die 14-jährige Harpstedterin Lotta Drews bisher für den SV Werder Bremen in der B-Juniorinnen-Bundesliga erzielt.

Harpstedt – Die Klasse 9 b des Wildeshauser Gymnasiums ist in dieser Woche wieder einmal dezimiert. Eine Schülerin fehlt. Aus triftigem Grund: Lotta Drews ist für einen U 15-Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Bitburg nominiert worden.

Die 14-jährige Harpstedterin stammt aus einer sportaffinen Familie. Ihre älteren Schwestern Leonie (17) und Paula (16) mischen beim Harpstedter Unicycle Team mit. „Aber das Einrad fahren hat bei mir nicht so geklappt“, erinnert sich Lotta Drews. Als kleines Mädchen hatte sie ihrem Vater beim Kicken zugesehen. Schnell war für sie klar: Das will ich auch. So begann sie als Sechsjährige bei der SG DHI Harpstedt mit dem Fußball. Ihr Talent blieb nicht lange verborgen. Lotta Drews wurde für die Bezirks- und die Niedersachsenauswahl nominiert. Dort war sie rasch eine feste Größe.

In diesem Sommer nahm ihre junge Karriere dann so richtig Fahrt auf. Lotta Drews absolvierte bei der U 15 des SV Werder Bremen ein Probetraining. Die Mittelfeldspielerin, die Weltmeister Toni Kroos von Real Madrid als Vorbild nennt („Erstaunlich wie er die Räume sieht“), überzeugte die Verantwortlichen der Grün-Weißen. Und zwar so sehr, dass sie nach nur vier Wochen direkt in die U 17 hochgezogen wurde.

Gemeinsam mit Hanne Chudaska, die das Fußballeinmaleins ebenfalls bei der SG DHI Harpstedt gelernt hat, läuft Lotta Drews seit Beginn dieser Saison für Werders B-Juniorinnen in der Bundesliga Nord/Nordost auf. In der höchsten deutschen Nachwuchsspielklasse zählt die Gymnasiastin (Lieblingsfach Sport) zum Stammpersonal von Werder-Coach Alexander Kluge. Beim 6:0-Erfolg über den FC Carl Zeiss Jena am sechsten Spieltag gelang Lotta Drews ihr erstes Bundesliga-Tor. „Ein sehr gutes Gefühl“, schwärmt sie. Einen weiteren Treffer ließ sie beim anschließenden 3:3 gegen die SpVg Aurich folgen. Nach zehn Partien belegen die jungen Bremerinnen in der Beletage den sechsten Tabellenplatz.

Mit ihren Leistungen machte Lotta Drews auch Bundestrainerin Bettina Wiegmann und ihre Assistenten Marie-Louise Eta und Martin Eismann auf sich aufmerksam. Inzwischen hat sie mehrere DFB-Lehrgänge absolviert. Gesundheitscheck, Videoanalysen und Vorträge inklusive. „Das Deutschland-Trikot anzuziehen, wäre ein Traum“, hofft die Harpstedterin auf einen Länderspieleinsatz.

Um diesem großen Ziel näherzukommen, ist Lotta Drews an sechs Tagen pro Woche in Sachen Fußball unterwegs. Nur donnerstags bleiben die Stollenschuhe in der Tasche. Neben dem Training bei Werder stehen Einheiten am Stützpunkt in Huntlosen und mit der Bremer Landesauswahl auf dem Programm. Darüber hinaus läuft Lotta Drews mit einem Zweitspielrecht für die B-Junioren der SG DHI Harpstedt in der Bezirksliga auf. „Das ist stressig, aber man bekommt das hin“, meint sie.

Während Lotta Drews beim SV Werder vorwiegend den rechten Flügel beackert, spielt sie in Harpstedt meistens im zentralen Mittelfeld. So haben es Alexander Kluge und DHI-Coach Diemo Spitz vereinbart. „Dadurch soll sie ihre Robustheit und Dynamik verbessern“, erläutert Spitz, der in Mittelfeldspielerin Hanne Chudaska (SV Werder Bremen) und Innenverteidigerin Melissa Meyer (TV Jahn Delmenhorst) noch zwei weitere Mädchen in seinem Kader hat. Eine Bereicherung, findet Spitz. „Leider kann Lotta nur selten dabei sein“, bedauert er.

Wenn sie für die SG DHI aufläuft, ist Lotta Drews „auf jeden Fall eine Leistungsträgerin“, betont Spitz. „Lotta ist für ihr Alter sehr klar im Kopf. Sie denkt immer teamorientiert und fordert von sich und anderen das Maximale. Es macht Spaß ihr zuzugucken, und man merkt, dass Fußball ihre Leidenschaft ist“, erzählt der Übungsleiter. Er lobt ihre Spielübersicht und ihre gute Grundschnelligkeit. Die meisten ihrer männlichen Teamkollegen kennt Lotta Drews seit der G- oder F-Jugend. Von den Jungen fühlt sie sich „voll akzeptiert“.

Lotta Drews hat ihr Leben „komplett auf Fußball ausgerichtet“. Die Frauen-Bundesliga ist ihr erklärtes Ziel. Auch einem Engagement im Ausland wäre sie nicht abgeneigt. Ihre Ausbildung will sie jedoch nicht vernachlässigen. Die Verantwortlichen des DFB legen ebenfalls großen Wert darauf, dass die talentierten Nachwuchskickerinnen ihre schulischen Verpflichtungen erfüllen. Deshalb kommt Lotta Drews auch nicht um die Werte-und-Normen-Arbeit herum, die in dieser Woche in der 9 b ansteht – sie wird die Lernkontrolle in der Obhut des Verbandes schreiben.

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