Festung Krandel: Robin Ramke und Jan Lehmkuhl treffen beim 2:1 gegen Bevern

Lohmann lässt Meister verzweifeln

Kommt ein Torschütze geflogen: Flügelflitzer Robin Ramke (graues Trikot) erzielte per Kopf das 1:0 für den VfL Wildeshausen. Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Marcel Bragula wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff rannte der Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen in den Strafraum der entfernten Platzhälfte und drückte David Lohmann fest an seine Brust. Der Torhüter des Aufsteigers hatte mit etlichen starken Paraden großen Anteil am 2:1 (1:0)-Erfolg über den amtierenden Meister SV Bevern.

„Die Torwartleistung hatte für Landesliga-Verhältnisse ein sehr gutes Niveau. Fünf, sechs Dinger, die David gehalten hat, waren schon aller Ehren wert“, sagte Bragula nach der Partie. „Im Endeffekt zählen nur die drei Punkte, auch wenn ich gern weniger zu tun gehabt hätte“, meinte Lohmann bescheiden. Nachdem er die SVB-Angreifer gleich reihenweise zur Verzweiflung gebracht hatte, kassierte er erst in der Nachspielzeit doch noch ein Gegentor. Das konnte der 30-Jährige verschmerzen, „obwohl zu null für einen Torhüter immer schön ist“. Im dritten Nachsetzen hatte Sebastian Sander den Ball zum 1:2 über die Linie gestochert (90.+3). „Den hättest du halten müssen“, frotzelte Bragula beim Gang in die Kabine.

Die Wildeshauser begannen in einem flachen 4-4-2-System mit Michael Eberle und Robin Ramke in der Spitze. Die Angreifer Maximilian Seidel und Lennart Feldhus saßen zunächst genauso auf der Bank wie der ebenfalls angeschlagene Thorben Schütte. Für ihn spielte Youngster Mika Ostendorf neben Abwehrchef Marius Krumland in der Innenverteidigung und machte seine Sache sehr gut.

Auf dem matschigen Geläuf und im Dauerregen beeinflusste der Zufall viele Aktionen. Die erste Chance der Partie gehörte den Gästen: Einen Sander-Kopfball nach Eckstoß von Jakub Bürkle klärte Eberle vor der Torlinie (11.). Wenig später stand Eberle auf der Gegenseite im Fokus, als er die Kugel technisch stark annahm, dann aber aus 13 Metern am Kasten vorbeischoss (14.). In der 22. Minute musste Lohmann dann erstmals eingreifen: Bei Sanders Schuss aus spitzem Winkel war er sofort auf dem Posten. Kristen Bramscher (33.) und Jannis Wichmann per Kopf (34.) verfehlten das VfL-Gehäuse jeweils knapp.

Stattdessen gingen die Platzherren in Führung: Steven Müller-Rautenberg behauptete den Ball im Mittelkreis. Über Jan Lehmkuhl kam das Spielgerät zu Eberle, der von der rechten Außenbahn flankte. Auch wenn Flügelflitzer Ramke nicht eben als Kopfballungeheuer bekannt ist, konnte Beverns Keeper Till Puncak, der mit den Fingern noch am Ball war, das 1:0 nicht verhindern (41.). „Das war schön rausgespielt“, freute sich Bragula.

Nach der Pause erhöhte der SV Bevern den Druck. Der Ausgleich schien fällig, als Albi Dosti VfL-Linksverteidiger Lukas Schneider und Lohmann aussteigen ließ, traf dann aber das leere Tor nicht (52.). Kurz darauf zielte Tim von dem Brinke um wenige Zentimeter daneben (53.). Anschließend parierte Lohmann gegen Bürkle (64.), per Fußabwehr gegen Dosti (65.) und lenkte Bürkles 20-Meter-Freistoß über die Latte (69.).

„Die zweite Halbzeit war schon sehr glücklich“, gab Bragula zu. Zumal Jan Lehmkuhl den knappen Vorsprung auch noch ausbauen konnte: In Zusammenarbeit mit Seidel behauptete der Mittelfeldspieler den Ball an der Strafraumgrenze, zog nach links und traf aus ungünstigem Winkel zum 2:0 ins lange Eck (81.). Zum Jubeln stürmte Bragula aufs Feld und sah dafür die Gelbe Karte. „Die nehme ich gerne“, grinste der VfL-Coach angesichts der folgenlosen Verwarnung. Dagegen schmerzte ihn die Gelbe Karte für Jan Lehmkuhl nach einem vergleichsweise harmlosen Foul. Es war seine fünfte in der laufenden Saison. Damit fehlt der 27-Jährige im kommenden Auswärtsspiel beim SC BW Papenburg (Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr). Per Kopfball-Torpedo, der haarscharf am Ziel vorbeirauschte, verpasste der eingewechselte Feldhus die Entscheidung (83.).

Die Gäste aus dem Landkreis Cloppenburg gaben sich nicht auf und kamen weiter zu Chancen. Sascha Thale scheiterte an Lohmann. Den Nachschuss setzte Wichmann ins Netz, stand dabei aber im Abseits (88.). Als Lohmann auch noch Sanders Kopfball mit einem tollen Reflex unschädlich machte, gab Beverns Torjäger dem VfL-Schlussmann einen anerkennenden Klaps (90.+2). „Er hat mir gesagt, dass er ihn nicht besser hätte köpfen können“, berichtete Lohmann, relativierte aber: „In dieser und ein paar anderen Situationen hatte ich auch das Glück auf meiner Seite.“

Mit einer letzten Glanztat gegen von dem Brinke machte Lohmann den Sieg dann endgültig perfekt (90.+5) und den Krandel zur Festung. Nach dem 0:4-Debakel des Spitzenreiters TuS BW Lohne gegen Aufsteiger VfR Voxtrup führen die zuhause immer noch unbesiegten Wildeshauser mit 16 Punkten aus sechs Partien die Heimtabelle an. Insgesamt hat die Wittekind-Crew nun schon 20 Zähler auf dem Konto – etwa das Doppelte hat Bragula für den Klassenerhalt veranschlagt.

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