Sascha Eilers, 13, hilft dem VfL Wildeshausen aus der Fußballtrainer-Not

Die Lösung sitzt mit am Frühstückstisch

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„Dann pfeife ich, sie kommen, sind leise und hören zu“: Sascha Eilers und seine G-Junioren-Mannschaft vom VfL Wildeshausen.

Wildeshausen - Fußballtrainer zu finden „ist wahnsinnig schwierig geworden“, weiß Thomas Eilers vom VfL Wildeshausen. Der Jugendobmann stand in seinen Planungen für die kommende Saison vor ernsten Problemen. Gelöst hat diese auch einer, den Eilers vom Frühstückstisch kennt: sein Sohn Sascha. Der 13-Jährige ist seit kurzem offizieller „Junior-Coach“, kostenlos ausgebildet vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV).

In 40 Unterrichtseinheiten absolvierte der Goldenstedter, der bereits die 2. G-Jugend des VfL betreut, die Ausbildung als Jüngster. Außerdem unter anderen dabei: Matthias Kluck, Alexander Kirst, Maximilian Preiß, Julian Schumann, Tobias Stölting, Niklas Fortmann, Janina Uhl und Sabrina Grensemann. All diese neun Absolventen sind zwischen 13 und 18 Jahre jung, alle sind Mitglied im VfL Wildeshausen, alle werden sich ab der kommenden Saison in Gespannen um Mannschaften von der E- bis G-Jugend kümmern. „Ohne sie wäre es wirklich brenzlig geworden“, gibt Thomas Eilers zu.

In Wildeshausen, so der 46-Jährige, sei man „überrascht und begeistert“ gewesen, „dass so viele aus unserem Verein teilgenommen haben“. Zumindest für seinen Sohn kann Eilers sagen, „dass Sascha so etwas schon lange vorschwebte“.

Ab Juli wird der 13-Jährige gemeinsam mit Tanja Wibben die 1. G-Jugend des Clubs betreuen. „Die jungen Trainer werden Ansprechpartner haben“, sagt Thomas Eilers: „Mich können sie sowieso jeder Zeit anrufen. Außerdem sind immer ältere Trainer vor Ort, die Tipps geben können.“ Sascha Eilers, der selbst in der C-Jugend des Vereins gegen den Ball tritt, klingt allerdings fast schon weise, wenn er über seine Erfahrungen mit G-Junioren spricht: „Die haben manchmal ihre aktiven fünf Minuten. Aber dann pfeife ich, sie kommen, sind leise und hören zu.“ Spricht der 13- Jährige diese Worte, ist jedem Einzelnen die Leidenschaft zu entnehmen, die er in diese Aufgabe steckt. „Ich wollte unbedingt Trainer werden. Bei meinem Vater habe ich gesehen, dass mir das Freude bereitet“, berichtet Sascha. Thomas Eilers ist auch Jugendcoach beim VfL und im Besitz der C-Lizenz. „Ich bin leider zu alt, in dieser Hinsicht noch weiterzugehen. Aber wenn Sascha Lust dazu hat, werde ich ihn unterstützen“, sagt der Vater. Durchaus ambitioniert ergänzt der Sohn: „Ich interessiere mich sehr für die Trainertätigkeit und möchte schon sehr hoch kommen. Aber wenn ich selbst in der Bezirks- oder Landesliga spielen kann, würde ich mich zunächst darauf konzentrieren.“

Kostenlose Ausbildung

zum „Junior-Coach“

Als nächstes aber soll die C-Lizenz anstehen. Allerdings ist das noch etwas hin. Mit 16 Jahren kann die Ausbildung begonnen werden; mit 17 kann die Lizenz in Händen halten, wer alle Prüfungen besteht. Doch darin hat Sascha Eilers, der nach den Ferien in die achte Klasse der Realschule in Goldenstedt kommt, seit dem Lehrgang in Wildeshausen Übung. Gemeinsam mit Tobias Stölting und Niklas Fortmann bestand er die praktische Prüfung: „Ich habe das Aufwärmtraining übernommen, aber wir haben uns gegenseitig unterstützt.“

An vier Tagen hatte es auf dem Gelände der Realschule Wildeshausen, genauso Partner wie das Gymnasium, den stetigen Wechsel zwischen Praxis- und Theorieunterricht gegeben – geleitet von Bernhard Lampe vom NFV. „Das war größtenteils sehr spannend“, berichtet Sascha Eilers. Für die Praxis hatten die angehenden Juniorentrainer mit Grundschülern zusammengearbeitet. Von „idealen Voraussetzungen“ spricht Doris Prey-Klaassen, Vorsitzende des NFV-Kreislehrausschusses für die Kreise Oldenburg-Land und Delmenhorst, die auch Anmeldungen für weitere Lehrgänge entgegennimmt (siehe Infokasten unten).

Für Sascha Eilers ist der Junior-Coach-Kurs Geschichte. Der 13-Jährige peilt im kommenden Jahr den zweiten Teil der Ausbildung an. Den VfL Wildeshausen und Papa Thomas wird es garantiert freuen. · mar/ahe

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