Fußball-Kreisligist bekommt seinen Wunschkandidaten

Liridon Stublla übernimmt Trainerposten beim Ahlhorner SV

Die Co-Trainer Engin Akcay (von links) und Mirsad Stublla, ASV-Fußballabteilungsleiter Oliver Martin, der neue Chefcoach Liridon Stublla sowie Torwarttrainer Dirk Graebner präsentieren zwei Schals des Ahlhorner SV.
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Ziehen an einem Strang: die Co-Trainer Engin Akcay (von links) und Mirsad Stublla, ASV-Fußballabteilungsleiter Oliver Martin, der neue Chefcoach Liridon Stublla sowie Torwarttrainer Dirk Graebner.

Ahlhorn – Endlich wieder Fußball! Auch beim Ahlhorner SV wurde die Lockerung der Coronabeschränkungen mit Freude aufgenommen. Am Dienstag absolvierte der Kreisligist erstmals nach langer Zeit wieder eine Übungseinheit in Mannschaftsstärke. „19 Leute waren da“, berichtet ASV-Sportwart und Co-Trainer Engin Akcay. Außerdem nutzte der bisherige Coach Servet Zeyrek die Gelegenheit, um sich persönlich vom Team zu verabschieden. Darüber hinaus wurde auch der Nachfolger des 47-jährigen Wildeshausers vorgestellt: Co-Trainer Liridon Stublla übernimmt von Zeyrek den Chefposten. In den Tagen zuvor waren die letzten noch offenen Details geklärt worden.

„Wir hatten auch Anfragen von anderen Trainern. Aber nachdem klar war, dass Servet nicht mehr weitermacht, gab es für mich ehrlich gesagt nur die Option, Liridon als Trainer zu gewinnen. Er ist unser Wunschkandidat“, erläutert Akcay und begründet: „Wir haben ,Liri‘ in seiner wenn auch nur kurzen Zeit als Co-Trainer beobachtet. Dabei sind uns besonders sein Ehrgeiz und die gute Kommunikation mit den Spielern aufgefallen.“ Kein Wunder: Zumindest auf dem Papier ist Liridon Stublla selbst noch ein ASV-Akteur.

Die Realität sieht anders aus. Denn seit dem zweiten Spieltag der Saison 2019/2020 hat der Mittelfeldmann keine Begegnung mehr bestritten. In der Auswärtspartie beim VfR Wardenburg erlitt er durch einen unglücklichen Zusammenprall einen Totalschaden im rechten Knie. „Außenband, beide Kreuzbänder und der Meniskus – außer dem Innenband war alles gerissen“, erzählt der 28-Jährige. Inzwischen hat er drei Operationen hinter sich. „Eigentlich wollte ich noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen. Jetzt beginne ich meine Trainerkarriere eben etwas eher“, meint der Wildeshauser.

„Liridon geht jetzt mit dem ASV in seine vierte Saison. Das bedeutet: Er kennt die Mannschaft sehr gut. Auch das war ein Punkt, den wir uns zum Vorteil machen mussten“, erklärt Akcay. Stublla war 2017 vom Landesligisten VfL Oythe ins Hans-Jürgen-Beil-Stadion gewechselt. Zuvor spielte er für den TSV Oldenburg (Landesliga), den SV Atlas Delmenhorst (Bezirksliga) und den VfB Oldenburg II (Landesliga). Das Kicken lernte er aber beim VfL Wildeshausen, wo er auch sein erstes Herrenjahr verbrachte. Vor allem von Jürgen Hahn hat er sich „einiges abgeguckt“. Unter dem jetzigen Coach des Landesligisten WSC Frisia Wilhelmshaven trainierte Stublla einst bei der VfB-Reserve und beim SV Atlas. Inzwischen schraubt Stublla in Bremen an seiner B-Lizenz. „Ich bin guter Dinge, dass ich sie Ende des Jahres in der Tasche haben werde“, verrät er.

Unter den aktuellen Kreisliga-Trainern ist lediglich Bendix Schröder vom TV Munderloh noch jünger als Stublla – und das auch nur um gerade einmal zwei Monate. Trotzdem geht der neue ASV-Coach seine Aufgabe selbstbewusst an. „Die Jungs können Spaß mit mir haben, aber sie wissen auch, wo ihre Grenzen sind“, sagt der angehende Stadtplaner, der sein Studium bereits beendet hat. Einen klaren Plan, wie Fußball der Marke Stublla aussehen soll, hat er ebenfalls schon. „Wir werden schon offensiv spielen, dabei aber nicht die Abwehr vernachlässigen – die Mischung macht’s“, kündigt Stublla einen kontrollierten Spielstil an.

Unterstützt wird Liridon Stublla von Engin Akcay (38) als Co-Trainer sowie seinem älteren Bruder Mirsad (33), der den spielenden Co-Trainer geben wird. „Das ist eine gute Dreier-Kombi“, glaubt Akcay. Den Übungsleiterstab komplettieren Torwarttrainer Dirk Graebner und Betreuerin Tina Graebner.

„Jetzt hoffe ich, dass die Inzidenzzahlen weiter niedrig bleiben“, wünscht sich Liridon Stublla. „Es war schön, die Jungs wiederzusehen. Alles Weitere wird sich finden.“

Zwei Rückkehrer und fünf Spieler aus der Reserve: Ahlhorner SV hat seine Kaderplanung abgeschlossen

Neben Trainer Servet Zeyrek haben auch drei Spieler den Fußball-Kreisligisten Ahlhorner SV verlassen: Angreifer Shqipron Stublla kehrt zum TV Dötlingen zurück, und Abwehrspieler Nexhdet Berisha schließt sich wieder dem VfR Wardenburg an. Der talentierte Youngster Allah Aid-Hamid sieht sich nach einem höherklassigen Team um. Zudem ist noch unklar, ob Torjäger Stefan Rupprecht, den es beruflich weiter in den Süden zieht, weiterhin für den ASV auflaufen wird. „Damit fehlen uns 30 Saisontore“, überschlägt der neue Coach Liridon Stublla. Einen Großteil dieses Defizits dürfte ein Neuzugang kompensieren: Zana Ibrahim heuert wieder im Hans-Jürgen-Beil-Stadion an. Der 30-jährige Angreifer trug bereits in der Saison 2018/2019 das ASV-Trikot und erzielte damals in 28 Partien 22 Treffer. Zuletzt war er beim Bezirksligisten SV Baris Delmenhorst aktiv. Künftig wird er wieder an der Seite seines Bruders Bassel (26) in Ahlhorn stürmen. „Wenn er fit ist, ist Zana vorne eine Bank“, freut sich ASV-Sportwart und Co-Trainer Engin Akcay. Zudem kehrt Pascal Schossau vom SV Emstek zum ASV zurück, wo er mit Phil Schütte und Niklas Riecken ein Torhütertrio bilden wird. Darüber hinaus rücken die Defensivmänner Bibo Kheder und Mathis DeBortol, die Mittelfeldspieler Martin Luschnat und Ammar Ali Hassan sowie Offensivkraft Andrei-Alexandru Prundeanu aus der ASV-Reserve in den Kreisliga-Kader auf. „Damit ist die Personalplanung erledigt. Wir haben jetzt 24 Mann – ich denke, das ist perfekt“, meint Akcay. Dass er seinen jüngeren Bruder Shqipron (22) nicht zum Bleiben bewegen konnte („Er muss seine Entscheidungen selbst treffen“), bedauert Liridon Stublla zwar, doch auch so hat er in seinem älteren Bruder Mirsad (33) sowie seinen beiden Cousins Valdrin (28) und Dekurim (29) beim ASV noch reichlich Familienunterstützung.

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