Linksverteidiger aus Wildeshausen kickt nun für Hertha München – mit Erfolg

Schneider fasst schnell Fuß

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Ungewohntes Bild: Lukas Schneider (r.) im Trikot von Hertha München.

Wildeshausen - Von Lars Kattner. Wer schon einmal versucht hat, in München eine Wohnung oder ein Zimmer zu mieten, ist mit der Problematik vertraut: Es ist für Normalsterbliche schlicht ein Ding der Unmöglichkeit – sofern der finanzielle Ruin verhindert werden soll.

Deshalb kann man Lukas Schneider durchaus als Glückspilz bezeichnen. Einmal runtergefahren, und schon war das Zimmer in der Dreier-WG eingetütet. Und auch sonst läuft es für den 23-Jährigen, der bis zum Ende der vergangenen Saison für den Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen spielte, in Bayern bestens.

„Eigentlich war ich wegen eines anderen Zimmers unten. Aber dann hat sich spontan diese Möglichkeit ergeben, und ich habe gleich zugeschlagen“, erzählt Schneider. Seit Anfang August lebt er nun schon im Münchner Stadtteil Sendling und hat sich dort bereits bestens eingelebt. Gute Voraussetzungen also, um das Pflichtpraktikum im Rahmen seines Bachelor-Studiums (Wirtschaftsingenieurwesen und Geoinformation) zu absolvieren. „Ich arbeite in einem kleinen Start-up-Unternehmen mit nur sieben Angestellten. Es geht um das Thema Elektromobilität und Fuhrparkanalyse. Die Frage ist, inwieweit Fahrzeuge verschiedener Fuhrparks durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden können“, erläutert Schneider, der parallel dazu mit seiner Abschlussarbeit beginnen wird.

Doch es gibt natürlich auch noch ein Leben außerhalb des Büros – und da dreht sich beim Nordlicht (fast) alles um Sport. „Nach meinem Zehenbruch wollte ich unbedingt wieder fit werden, schließlich habe ich sechs Wochen gar nichts gemacht.“ Selbst die Sportart schien zunächst eher zweitrangig. „Mein Mitbewohner hat mich mal zum Hockeytraining mitgenommen. Aber dort habe ich nur das Laufprogramm mitgemacht, immerhin spielt die Mannschaft in der vierthöchsten deutschen Klasse, da wäre ich ganz schön deplatziert gewesen.“

Also doch wieder Fußball. Nach einigem Suchen landete Schneider beim FC Hertha München, einem Verein, der in der Kreisliga auf Torejagd geht – und nur 1,5 Kilometer von seiner Wohnung entfernt ist. „Dort trainiere ich jetzt zwei Mal pro Woche.“ Mit Erfolg, denn nach einigen Kurzeinsätzen erzielte er bei seinem Debüt in der Startelf gleich einen Treffer. „Danach war ich ganz schön platt, denn ich musste auf der ungewohnten Position im Mittelfeld ran. Aber demnächst darf ich auch hinten links spielen – die Position habe ich in Wildeshausen gelernt.“

Und wie es sich für einen Aufenthalt in der bayerischen Landeshauptstadt gehört, stand am vergangenen Sonntag im Anschluss an die Partie gegen den SV Sentilo Blumenau (6:1) der obligatorische Besuch des Oktoberfests auf dem Programm.

Ob der Student in der Rückserie wieder für den VfL Wildeshausen die Schuhe schnüren wird, lässt er derzeit noch offen. Die Möglichkeit jedenfalls bestehe: „Ich habe vom Verein die Zusage, jederzeit meinen Spielerpass und die Freigabe zu bekommen.“

Zunächst aber gilt es, das bayrische Lebensgefühl aufzusaugen. Und Heimweh dürfte auch nicht so schnell aufkommen, denn einen Besuch der Wies’n lassen sich die Kumpel aus dem Norden natürlich nicht entgehen...

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