HTB überzeugt mit Fairness / Fußballkreis landet weit hinten

Lichtblick aus Harpstedt

Immer den Ball im Visier: Die Harpstedter um Onno Böllibhng (li.) spielen ziemlich selten Foul. Foto: marquart

Harpstedt – Es war Ende August: Fußball-Torhüter Henrik Reineberg nahm den Ball außerhalb des Strafraums mit der Brust an. Vom Oberschenkel sprang ihm die Kugel schließlich gegen den angelegten Arm. Der Schiedsrichter zeigte Harpstedts Keeper zunächst die Gelbe Karte. Doch nach Rücksprache mit seinem Assistenten zückte der Referee Rot. „Eine Frechheit!“, schimpfte Harpstedts Trainer Jörg Peuker.

Im Rückblick ist diese Szene noch bitterer für den Kreisligisten. Denn ohne diese Karte würde der Harpstedter TB zu den zehn fairsten Teams in Niedersachsen gehören. Doch auch so steht der HTB ziemlich gut da: auf Platz 33 von 954 Mannschaften (von der Kreisliga bis hoch zur Bundesliga). Damit sind sie das fairste Team im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst.

Peuker freut sich darüber. „Im Prinzip ist mir das schon sehr, sehr wichtig“, betont Harpstedts Trainer. Vor allem Beschimpfungen, Tätlichkeiten und grobe Fouls sind für Peuker absolute No-Gos. „So etwas geht gar nicht. Da reagiere ich allergisch“, sagt der 46-Jährige. Manchmal, ja manchmal würde sich Peuker aber auch über etwas mehr Härte freuen. „Zu lieb brauchen meine Spieler auch nicht zu sein“, sagt er: „Ein taktisches Foul, ein Zupfer am Trikot, ist durchaus mal erlaubt. Da sind meine Jungs jedoch manchmal noch zu grün hinter den Ohren.“ Sein Team habe durchaus Probleme, wenn der Gegner eine härtere Gangart einschlage. „Da lassen wir uns häufiger ins Bockshorn jagen“, erklärt Peuker: „Da darf man sich auch schon mal wehren.“ Nein, der HTB-Trainer meint nicht das Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn: „Es geht darum, dagegenzuhalten; nicht unfair zu werden.“ Peuker plädiert für „einen fairen Umgang mit Schiedsrichtern und Gegenspielern. Und ich glaube, dass wir so auch wahrgenommen werden.“

Gute Vorbilder kann der Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst gebrauchen. Denn unter 33 Kreisen im NFV-Gebiet landete dieser auf Rang 31. Das liegt vor allem daran, dass es einige Ausreißer nach unten gibt. Mit dem SV Baris (933. Platz), RW Hürriyet (948.) und dem TuS Hasbergen (952. – und damit Drittletzter) gehören gleich drei Vereine den unfairsten Top 20 an.

Das sei eine „Momentaufnahme“, meint Erich Meenken, der Vorsitzende des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, betont aber auch: „Natürlich ist es ein Stück weit ernüchternd, dass es uns nicht gelingt, uns in dem Ranking weiter nach oben zu bewegen.“ Bei passender Gelegenheit werde Meenken noch einmal den Dialog mit den Teams suchen, die weit unten gelandet sind: „Ich hoffe, dass die Mannschaften uns dabei helfen, dass wir uns nach oben bewegen.“  wie

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