Erstliga-Faustballerinnen sammeln seit Jahresbeginn fleißig Kilometer

Laufen gegen den Corona-Blues

Auf Verfolgungsjagd: Jule Weber rangiert bei der Laufchallenge mit ihren Teamkolleginnen vom TV Brettorf hinter dem Ahlhorner SV auf Platz zwei.
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Auf Verfolgungsjagd: Jule Weber rangiert bei der Laufchallenge mit ihren Teamkolleginnen vom TV Brettorf hinter dem Ahlhorner SV auf Platz zwei.

Brettorf/Ahlhorn – Es ist eine ganz neue Erfahrung für die Faustballerinnen des TV Brettorf und des Ahlhorner SV. Statt in den Hallen gemeinsam mit ihren Teams um Punkte zu kämpfen, spulen sie nun Kilometer für Kilometer auf den Straßen ab – allein, in der Kälte. So wie die Rivalinnen in Schneverdingen, Leverkusen, Dennach oder in Segnitz. Sie alle eint dabei ein gemeinsames Ziel:

Sich trotz der abgesagten Hallensaison fit halten und Kilometer sammeln – für die Bundesliga-Laufchallenge.

Seit Jahresbeginn messen sich 16 der 18 Mannschaften der 1. Bundesliga Nord und Süd auf eine ganz andere Art und Weise. Zu verdanken ist dies Hinrike Seitz. Die Nationalspielerin vom TV Jahn Schneverdingen suchte in ihrem persönlichen Kampf gegen den „Corona-Blues“ nach einer Herausforderung. „Ich habe gemerkt, dass mir der Wettkampf fehlt“, sagt sie. So entwickelte sie die Idee, mit dem eigenen Team gegen die anderen Mannschaften der Bundesliga anzutreten.

Dazu zählen auch der TV Brettorf und der Ahlhorner SV. „Wir haben sofort entschieden, dass wir an der Challenge teilnehmen. Ohne zu wissen, wie die Resonanz bei den anderen Mannschaften sein wird“, berichtet Brettorfs Defensivspielerin Laura Cording. „Wir haben darin eine sehr gute Möglichkeit gesehen, um uns fit zu halten und für die Feldsaison vorzubereiten.“

Der Ablauf ist simpel. Mithilfe einer App dokumentieren die teilnehmenden Spielerinnen ihre gelaufenen Kilometer. Jeden Sonntag wird dann die Gesamtkilometerzahl jeder Mannschaft durch die Anzahl der Teammitglieder geteilt, um einen Durchschnittswert zu erhalten. „Das alles ist aber mehr oder weniger ein Spaßwettkampf. Es findet alles auf Vertrauensbasis statt“, sagt Hinrike Seitz, die die wöchentliche Auswertung vornimmt.

Wie ernst besonders die Mannschaften aus dem Landkreis Oldenburg den Wettbewerb nehmen, verrät ein Blick auf die Tabelle. Der Ahlhorner SV führt das Teilnehmerfeld mit durchschnittlich 125,4 Kilometern je Spielerin an. Damit hat sich der amtierende deutsche Feldmeister bereits einen kleinen Vorsprung vor seinem Landkreis-Rivalen TV Brettorf (105 Kilometer) erkämpft. Dahinter folgen der SV Tannheim (98) und der SV Moslesfehn (86). „Hinter jedem Wettbewerb steht dann doch noch einmal ein gewisser Ehrgeiz“, verrät Laura Cording. „Ich glaube, jede von uns läuft dadurch ein bisschen mehr.“ Der Vergleich mit den anderen Teams dient als zusätzliche Motivation. „Wir ziehen alle an einem Strang, und jede möchte am Ende genauso viel zur Gesamtstrecke beigetragen haben, wie die anderen“, sagt Laura Cording.

Geplant ist, dass der Wettbewerb am 7. März endet. Für dieses Datum war eigentlich der Finaltag der deutschen Meisterschaft in Ötisheim vorgesehen. „Wir haben uns die symbolische ,DM-Quali‘ zum Ziel gesetzt“, verrät Laura Cording, die mit dem bisherigen Abschneiden der Brettorfer Mannschaft zufrieden ist. „Obwohl wir ja alle ganz normal arbeiten und es in der Regel dunkel ist, wenn man nach Hause kommt, haben wir alle einen ganz guten Weg gefunden, unsere Kilometer zu sammeln“, sagt die Abwehrspielerin. Sie hat gemerkt: „Eine Runde an der frischen Luft tut nach einem Arbeitstag richtig gut. Und auch wenn die Motivation einmal ein wenig fehlt, sorgt am Ende der Ehrgeiz dann doch dafür, die Laufschuhe wieder anzuziehen.“

Von Sönke Spille

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