Landesligist VfL Wildeshausen verliert Aufsteigerduell gegen Vorwärts Nordhorn

Premiere verpatzt: Fleges Lapsus leitet das 0:4 ein

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Kein Durchkommen: Nordhorns Pascal Thiele (M.) hindert den eingewechselten Kevin Kari am Flankenlauf.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Willkommen in der Landesliga! Die Fußballer des VfL Wildeshausen haben direkt einen Vorgeschmack bekommen, was sie in der sechsthöchsten Spielklasse erwartet: Zum Saisonauftakt unterlag der Neuling dem Mitaufsteiger SV Vorwärts Nordhorn vor rund 350 Zuschauern mit 0:4 (0:1).

„Ich bin sprachlos – damit hätte ich nicht gerechnet“, sagte VfL-Coach Marco Elia. Sein Trainerpartner Marcel Bragula war da schon gesprächiger: „Wir sind maßlos enttäuscht und hatten uns den Auftakt sicherlich anders vorgestellt. Die erste Halbzeit war noch relativ in Ordnung, die zweite müssen wir in Ruhe analysieren. Aber jetzt ein Feuerwerk loszulassen, wäre der falsche Ansatz.“

Während der Ball bereits rollte, standen noch etliche Zuschauer in der Schlange am Eingangstor. Sie verpassten nicht viel, denn beide Mannschaften tasteten sich lange ab, tunlichst darauf bedacht, keinen Fehler zu machen. Den ersten Warnschuss gab Lukas Schneider, als er aus 30 Metern einen Freistoß aufs Netz des Vorwärts-Tores setzte (25.). Wenig später hatte Ole Lehmkuhl die Riesenchance zur Führung: Der Flügelstürmer hatte freie Bahn, doch er schoss direkt auf Nordhorns Keeper Nico Prieto-Falk (30.). „Den muss er machen“, ärgerte sich Marcel Bragula. „Der war schlecht geschossen. Wenn ich den mache, wäre es vielleicht anders gelaufen“, überlegte Ole Lehmkuhl.

Stattdessen gerieten die Krandel-Kicker kurz darauf in Rückstand: Anstatt den Ball einfach nur wegzuschlagen, wollte Innenverteidiger Lennart Flege sauber hinten raus spielen. Dennis Nyhuis funkte dazwischen und vollstreckte zum 1:0 (33.). „Das Ding geht klar auf meine Kappe“, meinte Flege zerknirscht. „Bis dahin haben wir das gut gemacht“, fand Bragula.

Nachdem VfL-Torhüter Sebastian Pundsack bei einem Fallrückzieher von Eike Schrader mit einem tollen Reflex das 0:2 verhindert hatte (36.), bot sich den Platzherren die Chance zum 1:1: Doch Ole Lehmkuhl verpasste die Hereingabe von Maximilian Seidel knapp (44.).

Die Wildeshauser Ausgleichsbemühungen erhielten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel einen herben Dämpfer, als Janek Jacobs bei einem Zweikampf mit dem rechten Fuß im Rasen hängen blieb und umknickte. Der bis dahin auffälligste VfL-Angreifer musste ausgewechselt werden, gab aber nach dem Abpfiff bereits wieder Entwarnung: „Das wird keine längere Sache.“ Jacobs war kaum vom Platz gehumpelt, da lief Jan Gusfeld-Ordemann im Strafraum dem Nordhorner Jannis Staelberg in die Hacken. Schiedsrichter Jannik Weinkauf (VfL Oldenburg) entschied auf Foulelfmeter, den Nordhorns Torjäger Tobias Daalmann sicher zum 2:0 verwandelte (57.).

Anschließend wirkten die Gastgeber wie von allen guten Geistern verlassen. Nach einem Wildeshauser Eckstoß vollendete Jan-Alexander Koops einen blitzschnellen Nordhorner Konter über drei Stationen gegen den Lauf von Sebastian Pundsack zum 3:0 (65.). Joshua Sausmikat kam völlig frei zum Kopfball – 4:0 (69.). Sausmikat (67.), Daalmann (81.) und Henning Hood (84.). vergaben weitere Großchancen der Grafschafter. „Solche Auftritte dürfen wir uns in der Landesliga nicht erlauben – das muss für die Jungs eine Warnung sein. Wir haben nicht annähernd unsere Qualitäten abrufen können. Alexander Kupka hat ein recht gutes Spiel gemacht. Alle anderen waren weit weg von ihrer Normalform“, schimpfte Bragula.

Es passte zur verkorksten Vorstellung des VfL, dass Referee Weinkauf kurz vor Schluss Maximilian Seidel einen Strafstoß verweigerte, als Niklas Fraatz dessen Weg gekreuzt hatte (87.). „Das war genau die gleiche Situation wie auf der anderen Seite“, echauffierte sich Bragula. „Ein klarer Elfmeter – das hat der Verteidiger selbst gesagt“, berichtete der Gefoulte. Ansonsten konnte Seidel seine Sprintstärke nur selten ausspielen und gewann kaum ein Laufduell. „Die Verteidiger waren schnell und immer eher am Ball“, staunte er.

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