Landesligist VfL Wildeshausen verabschiedet Kai Schmale, Matthias Ruhle und Daniel Pasker / Jöckel würdigt langjährige Leistungsträger

Torjägerkarriere nach Rauswurf aus der Turngruppe

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Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel (2.v.l.) verabschiedete Daniel Pasker (v.l.), Kai Schmale und Matthias Ruhle mit signierten Teamfotos aus der ersten Herrenmannschaft des VfL Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. 29. Mai 2015. Letzter Spieltag in der Fußball-Bezirksliga II Weser-Ems. 4000 Zuschauer im ausverkauften Krandelstadion. Der SV Atlas führt 1:0. Es läuft die 80. Minute. Eckstoß Storven Bockhorn. Der eben erst eingewechselte Kai Schmale läuft in Richtung kurzer Pfosten, steigt hoch – und köpft den VfL Wildeshausen mit dem 1:1 zum Meistertitel und in die Landesliga. Ein Moment für die Geschichtsbücher.

„Von diesem Tor werden wir noch ganz, ganz lange sprechen“, ist sich Ottmar Jöckel sicher. Er habe nie Buch geführt, erzählt der VfL-Fußballabteilungsleiter, aber nach seiner Schätzung dürften es „800 bis 1000 Tore“ sein, die Kai Schmale insgesamt für die Krandel-Kicker erzielt hat.

Jenes gegen Atlas war das letzte für die erste Herrenmannschaft des Vereins, bei dem ihn seine Mutter im zarten Alter von drei Jahren angemeldet hatte. Allerdings in der Turngruppe, die Kai Schmale jedoch wenig später wieder verlassen musste. Wenn auch eher unfreiwillig: „Julian Büttelmann und ich sind rausgeschmissen worden, weil wir nur mit den Bällen rumgeschossen haben“, erinnert sich der 33-Jährige. Wenig später startete „Schmedes“ seine außergewöhnliche Torjägerkarriere, die er jetzt in der vierten Wildeshauser Mannschaft ausklingen lässt. Natürlich hat der Goalgetter auch in der 3. Kreisklasse schon wieder geknipst . Außerdem unterstützt er Selcuk Keyik als Co-Trainer der C-Junioren.

Während Schmale aus freien Stücken aufgehört hat, hat Matthias Ruhle seine Laufbahn in der Wildeshauser Ersten gezwungermaßen beendet. „Das Knie macht die Belastungen nicht mehr mit. Ansonsten wäre ich in zwei Jahren ein Kandidat für ein künstliches Kniegelenk – das möchte ich nicht“, erläutert er. Der 32-Jährige tritt nun ebenfalls in der Vierten gegen den Ball und trainiert zudem die erste B-Junioren.

Matthias Ruhle begann mit dem Fußballspielen beim KSV 90 Aktivist Weißwasser, ehe er 1992 in die Huntestadt und zum VfL Wildeshausen kam. Eine Spezialität des Mittelfeldspielers ist das Tackling. „Wer Wert auf Ästhetik legt, muss sich eine Grätsche von Matthias Ruhle ansehen“, lobt Ottmar Jöckel die feine Technik des gebürtigen Oberlausitzers.

Knieprobleme zwangen auch Daniel Pasker immer wieder zu langen Pausen. Nach dem Gewinn der Meisterschaft musste der Abwehrchef seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel hängen. In der kommenden Woche wird sich der 29-Jährige einer Arthroskopie unterziehen. „Dann wollen die Ärzte sehen, ob sie eventuell Knorpel einbringen und noch ein bisschen was reparieren können.“ Bitter, denn für Ottmar Jöckel bildete Daniel Pasker „im Verbund mit Lennart Flege die beste Innenverteidigung im gesamten Bezirk“. Dabei habe er fehlende Antrittsschnelligkeit durch starkes Stellungsspiel wettgemacht. Darüber hinaus steuerte „Keule“ noch sechs Treffer zum Titelgewinn bei.

Pasker wurde „mit vier Jahren von meiner Mutter zum VfL gebracht“. Das jähe Laufbahnende macht ihm zu schaffen. „Wenn ich auch noch in der Vierten daddeln könnte, wäre das halb so wild. Besonders schlimm ist aber, dass man auf einen Schlag aus der Gemeinschaft herausgerissen wird“, berichtet er. Um weiter an seinen ehemaligen Mitspielern dranzubleiben, betreut Pasker unter anderem die Facebook-Seite des Landesligisten. Ein Trainerjob kommt für ihn momentan nicht infrage.

Im Rahmen eines Mannschaftsabends wurden Kai Schmale, Matthias Ruhle und Daniel Pasker jetzt gebührend verabschiedet. Alle drei erhielten zur Erinnerung signierte Fotos des Meisterteams.

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