Bezirksliga-Spitzenspiel im Braker Poligras-Stadion

Kupka – hält der Defensivkitt auch auf Kunstrasen?

+
Wichtiger Faktor: Mittelfeldmann Alexander Kupka hält den Wildeshauser Defensivverbund in dieser Saison exzellent zusammen.

Wildeshausen - Acht Spiele, acht Siege, 35:2 Tore und seit 436 Minuten ohne Gegentreffer – keine Frage: Die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen haben gerade einen tollen Lauf. Eine Spielabsage käme dem Tabellenführer da eher ungelegen. Dummerweise sind aber sämtliche Plätze im Krandel aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen für dieses Wochenende gesperrt. Das Spitzenspiel gegen den SV Brake wird am Sonntag, 15 Uhr, aber trotzdem angepfiffen. Zwar nicht in der Huntestadt, dafür im Poligras-Stadion in der Wesermarsch. Der Heimrechttausch ist jedoch eher ein kleineres Übel.

„Der Vorstand hat zeitig erkannt, dass in Wildeshausen kein Spiel möglich ist und dann gut gehandelt“, kann Marcel Bragula die Entscheidung nachvollziehen. „Es ist gut, dass gespielt wird“, betont der VfL-Coach. Und: „Kuntsrasen ist kein Neuland für uns – wir kennen das aus zig Testspielen.“

Dass der amtierende Vizemeister Brake auch in der laufenden Serie wieder ganz oben mitmischt, ist für Bragula „leicht zu erklären: Diese Mannschaft hat keine Schwachstellen und nicht nur eine gute erste Elf.“ So gewann der SV Brake seine ersten sieben Saisonspiele, ehe er am vergangenen Sonntag mit dem 2:3 gegen den VfB Oldenburg II erstmals Federn ließ. Doch nur zwei Tage später rehabilitierte sich die Crew des Trainerduos Gerold Steindor/Maik Stolzenberger, als sie den Landesligisten SV Hansa Friesoythe im Bezirkspokal-Achtelfinale mit 3:0 ausschaltete.

Als „Prunkstück“ des Braker 4-2-3-1-Systems bezeichnet Bragula die Mittelfeldzentrale mit Arkadius Wojcik und Norman Preuß. Aber auch die Offensivabteilung mit Mirko Jankowski und André Jaedtke verdient besondere Beachtung. Der 30-jährige Jaedtke kam zu Saisonbeginn vom Oberligisten VfL Oldenburg und ist mit sieben Treffern Zweiter in der Torjägerliste hinter Wildeshausens René Tramitzke (10).

VfL-Keeper Sebastian Pundsack, der in den bisherigen Begegnungen höchst selten geprüft wurde, dürfte diesmal deutlich mehr zu tun bekommen. „Brake wird sicher nicht so defensiv spielen wie die anderen Mannschaften. Trotzdem glaube ich nicht, dass sie ein Offensivfeuerwerk abbrennen – dafür kenne ich meinen lieben Freund Gerold Steindor zu lange. Ich weiß wie er tickt. Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn sie ins Angriffspressing gehen“, erklärt Bragula. Dann lenkt er den Fokus auf seine eigene Mannschaft: „Der Gegner ist gut. Aber wir sind auch gut.“

Die Defensive macht den Unterschied

Den Schlüssel für die aktuelle Erfolgssträhne sieht der 43-Jährige in der Defensive und dort eng „mit der Person Alexander Kupka verknüpft“. Nachdem der Sechser in der abgelaufenen Landesliga-Spielzeit wegen zwei Schultereckgelenksprengungen lediglich eine Partie bestreiten konnte, ist er inzwischen wieder topfit. „Alex ist der Kitt, der unseren Defensivverbund zusammenhält“, erläutert Bragula. „Er wählt kluge Laufwege, erkennt die Situation früh und ist einer der wenigen Fußballer, die fast nie Foul spielen, was zur Folge hat, dass du nur ganz selten Standards in Strafraumnähe gegen dich hast.“

Aber noch zwei weitere Gründe hat der Übungsleiter ausgemacht, weshalb es hinten so gut funktioniert. Zum einen sei das Innenverteidigerduo Lennart Flege/Thorben Schütte nach zehn Monaten jetzt richtig eingespielt. Zum anderen verrichten auch die Außenverteidiger Lukas Schneider und Niklas Heinrich einen guten Job. Dabei ist Heinrich eigentlich im Abwehrzentrum oder auf der Sechserposition zu Hause. Doch aus der Not heraus muss der 20-Jährige seit Saisonbeginn als Rechtsverteidiger agieren. „Inzwischen spielt ,Heini‘ das sauber runter“, lobt Bragula.

Trotz des aktuellen Höhenflugs sieht er aber keinen Grund, die Ziele zu revidieren und dadurch Druck aufzubauen: „Man soll die Jungs einfach Fußball spielen lassen. Sie werden auch wieder Spiele verlieren – aber es muss ja nicht gleich am Sonntag sein.“ Doch selbst im Falle einer Niederlage blieben die Krandel-Kicker wegen des deutlich besseren Torverhältnisses Tabellenerster.

Ob Maximilian Seidel mitmischen kann, ist fraglich. Der flinke Angreifer hatte sich beim 4:0-Erfolg im Nachholspiel gegen BW Bümmerstede an Wade und Oberschenkel verletzt. „Es sieht nicht so gut aus. Wir müssen abwarten. Natürlich ist Maxi heiß und will spielen. Es muss aber auch Sinn machen“, sagt Bragula. Verstehen kann er seinen Offensivmann trotzdem: „Für solche Spiele betreiben wir schließlich den ganzen Aufwand. Wer jetzt nicht heiß ist, bei dem läuft was verkehrt.“ 

mar

Das könnte Sie auch interessieren

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Meistgelesene Artikel

TSV Ippener will TuS Heidkrug erste Saisonniederlage beibringen

TSV Ippener will TuS Heidkrug erste Saisonniederlage beibringen

TV Neerstedt gegen Wilhelmshavener HV II Favorit

TV Neerstedt gegen Wilhelmshavener HV II Favorit

Bragula warnt vor Standards der Rasteder „Löwen“

Bragula warnt vor Standards der Rasteder „Löwen“

TSV Ippener schlägt Einladung zum Toreschießen aus

TSV Ippener schlägt Einladung zum Toreschießen aus

Kommentare