Dachverband bemüht sich um bestmögliche Information / Solidarität wird großgeschrieben

KSB-Chef Skatulla macht Sportvereinen Mut

Banger Blick: Aber auch in schweren Zeiten möchte KSB-Chef Jörg Skatulla den Sportvereinen im Landkreis Oldenburg Mut machen. Foto: Büttner

Landkreis – Dem Kreissportbund (KSB) im Landkreis Oldenburg gehören 158 Vereine an. Fast alle ihrer insgesamt rund 47 000 Mitglieder können aufgrund der Coronapandemie derzeit keinen Sport treiben. Die Unsicherheit ist groß. „Alle machen sich Sorgen, was passiert und wie lange das anhält“, sagt Jörg Skatulla. Antworten hat auch der KSB-Vorsitzende nicht parat. Stattdessen bemühen sich der 51-Jährige, seine Vorstandskollegen und die Mitarbeiter der KSB-Geschäftsstelle, die Vereine so gut es eben geht zu informieren und ihnen in dieser schweren Zeit Mut zuzusprechen. Der Sandkruger verbringt „mehrere Stunden täglich“ damit, sich „für die Vereine schlau zu machen“.

Um über den Umgang mit der Coronakrise zu sprechen, hatte der KSB bereits für vergangenen Mittwoch eine Videokonferenz mit den fünf mitgliederstärksten Vereinen organisiert. Mit dabei waren Wolfgang Sasse (VfL Wildeshausen), Sönke Hinrichs (TSG Hatten-Sandkrug), Felix Lingenau (TV Hude), Andreas Dietrich (TSV Ganderkesee), Ingo Scholz (VfL Stenum) sowie KSB-Sportreferentin Inga Marbach.

Am Donnerstagabend folgte dann eine weitere Online-Schalte, an der sich 23 Funktionäre beteiligten. Vertreten waren unter anderem der TV Neerstedt, der TC Altona Wildeshausen, der SV Ganderkesee, die TS Hoykenkamp, der TV Hude, der SV Tungeln, der TuS Döhlen, der Hundsmühler TV, der Judo-Club Achternmeer-Hundsmühlen, der TSV Ganderkesee und die TSG Hatten-Sandkurg, dazu KSB-Chef Skatulla sowie die Sportreferentinnen Inga Marbach und Mareike Appel.

Skatulla fand gleich zu Beginn der etwa einstündigen Konferenz klare und lobende Worte: „Freitag, der 13. März, wird uns wohl allen in Erinnerung bleiben. Erst kam die Empfehlung, den Spiel- und Trainingsbetrieb einzustellen und danach das Verbot bis zum 19. April. Alle Vereine haben vorbildlich reagiert und sind der Empfehlung gefolgt.“

In den vergangenen zwei Wochen seien bei den Vereinen viele Fragen aufgekommen, da die Informationsflut riesig war, schilderte Skatulla. „Mit diesem Angebot möchten wir für euch die uns vorliegenden Informationen bündeln und mit euch über die aktuelle Lage ins Gespräch kommen“, erläuterte er. „Auf unserer Internetseite findet ihr immer die neuesten Infos, die wir laufend aktualisieren“, ergänzte Inga Marbach.

Die Vereine sehen sich aktuell mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Denn da ist nicht nur der Wegfall des Sportbetriebs. Es stellen sich auch rechtliche und soziale Fragen. Für anstehende Jahreshauptversammlungen wurden die Bedingungen gelockert. So gestattet die Bundesregierung seit dieser Woche Online-Mitgliederversammlungen.

Am meisten fürchten die Vereinsvorstände aber, Mitglieder und Sponsoren zu verlieren. „Da besteht eine ganz große Unsicherheit. Alle machen sich Sorgen was passiert, wenn das länger anhält“, bestätigte Skatulla. Sportvereinen, die durch Corona in eine existenzbedrohende Wirtschaftslage geraten sind und/oder Liquiditätsengpässe haben, empfiehlt das Präsidium des Landessportbundes (LSB), schnellstmöglich Anträge im Rahmen der „Niedersachsen-Soforthilfe Corona“ bei der NBank zu stellen. „Bei uns hat aber noch keiner gesagt, dass er im April den Laden schließen muss“, berichtete Skatulla im Gespräch mit dieser Zeitung. Er fordert die Vereinsmitglieder zur Solidarität auf, „auch wenn sie aktuell kein Sportangebot haben“. Wer in wirtschaftliche Not gerate und seine Beiträge nicht mehr zahlen könne, solle auf seinen Verein zugehen. „In schwierigen Zeiten müssen wir die Lasten teilen – alle haben unisono signalisiert, dass sie dazu bereit sind“, erläuterte Skatulla.

Der Begriff Zusammenhalt wird in den Vereinen großgeschrieben. So bietet der TV Hude beispielsweise ein Online-Sportprogramm an – mit den vertrauten Übungsleitern. „Dadurch haben wir einen Vorsprung gegenüber anderen Internetseiten“, betonte Felix Lingenau. Zudem hat sein Verein einen Einkaufsservice organisiert. Diese und weitere Ideen aus den Vereinen im Landkreis möchte der KSB gerne zusammenführen.

Am Ende der Online-Konferenz wünschte sich Tim Gersner, der Vorsitzende des TV Neerstedt, eine Wiederholung des Austausches. „Wir werden im Gespräch bleiben“, kündigte Skatulla an: „Kurz vor Ostern wissen wir mehr, wie lange die Anlagen geschlossen bleiben. Wir dürfen den Optimismus nicht verlieren.“  tbü/mar

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