Wildeshauser behaupten durch 4:3 über SV Tur Abdin ihr Acht-Punkte-Polster

Krumland köpft VfL zum Derbysieg

Doppeltorschütze: Wildeshausens Innenverteidiger Marius Krumland (l., im Duell mit Ali Hazimeh) erzielte beim Derbysieg über den SV Tur Abdin Delmenhorst zwei Kopfballtreffer, darunter das entscheidende 4:3. Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Packende Zweikämpfe, tolle Spielzüge und jede Menge Emotionen. Dazu noch neun Gelbe Karten, ein verschossener Foulelfmeter und sieben Treffer – das Derby zwischen den Bezirksliga-Fußballern des VfL Wildeshausen und dem SV Tur Abdin Delmenhorst hatte allerhand zu bieten. Wie im Hinspiel behauptete sich Tabellenführer Wildeshausen mit 4:3 und wahrte damit seinen Acht-Punkte-Vorsprung auf Verfolger TuS Obenstrohe, der seinerseits mit 1:0 gegen den FC Hude gewann.

Nur 50 Stunden nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den Abstiegskandidaten ESV Wilhelmshaven hatte VfL-Coach Marcel Bragula fünf neue Spieler in die Startelf beordert. Unter anderem hütete Kapitän Sebastian Pundsack anstelle von Felix Dittrich wieder das Tor. Sascha Görke kehrte nach abgesessener Gelbsperre in die Mittelfeldzentrale zurück. Sechser Christoph Stolle übernahm für den verletzten Jannik Wallner (Oberschenkelzerrung) die Position des Rechtsverteidigers. Die Offensivkräfte René Tramitzke, Kevin Kari und Michael Eberle fanden sich zunächst auf der Ersatzbank wieder.

Lag es an der Belastung? Lag es an der veränderten Aufstellung? Während die Krandel-Kicker noch versuchten in die Partie zu kommen, war Abdin sofort da und setzte den Spitzenreiter mit einem starken Angriffspressing enorm unter Druck. Bereits in der dritten Minute tauchte Simon Matta frei vor dem VfL-Tor auf, schoss aber genau auf Pundsack. Zwei Minuten später hieß es dann 1:0 für die Gäste: Simon Matta profitierte vom zu zögerlichen Wildeshauser Abwehrverhalten (5.).

Langsam fanden die Gastgeber ins Spiel und kamen praktisch aus dem Nichts zum Ausgleich. Halbrechts vor dem Tor erhielten sie einen Freistoß – eine Position, wie gemalt für einen Linksfuß. Auch Abdin-Keeper Jens Dekarski rechnete wohl mit Lukas Schneider als Schützen und war offenbar überrascht, als Lennart Feldhus ausführte und er dessen Schuss zum 1:1 durchrutschen ließ (14.). Auch beim 2:1 sah Dekarski schlecht aus: Der Kopfball von Marius Krumland nach Stolle-Eckstoß schien durchaus haltbar (24.).

Doch die Wildeshauser Führung hielt nicht lange: Nach einem Freistoß von Can Blümel kam Ali Hazimeh völlig frei zum Kopfball – 2:2 (31.). Das war in der ersten Halbzeit aber noch längst nicht alles. Nach einem Foul von Daniel Karli an Maximilian Seidel entschied Schiedsrichter Tom Adler (TSV Ganderkesee) auf Strafstoß. Allerdings ließ der 19-jährige Referee Gnade vor Recht ergehen, indem er den bereits verwarnten Delmenhorster nicht mit Gelb-Rot vom Platz stellte. Thorben Schütte trat an – und scheiterte an Dekarski (41.). „Der war blind geschossen!“, ärgerte sich Bragula über den vierten Elfmeter-Fehlschuss seines Teams in der laufenden Saison.

Nachdem beide Mannschaften und die rund 250 Zuschauer in der Pause kurz durchgeatmet hatten, ging es direkt mit Vollgas weiter. Zunächst waren erneut die Aramäer dem Führungstreffer näher als der Klassenprimus. Schütte klärte in höchster Not vor Simon Matta (52.). Pundsack rettete mit einer starken Fußabwehr gegen Hazimeh (66.), und Manuel Celik zielte nach gewonnenem Laufduell gegen Stolle knapp vorbei (69.). Im direkten Gegenzug jubelten dann aber die Wildeshauser: Der wenige Minuten zuvor eingewechselte Eberle markierte nach einem weiten Pass von Schütte eiskalt das 3:2 (69.).

Der Torjubel war kaum verklungen, da verschaffte sich Johannes Artan mit einem energischen, aber regelkonformen Körpereinsatz Platz gegen Stolle und drosch die Kugel sehenswert zum 3:3 in die Maschen (71.).

Atemberaubend war Abdins schnelles Umschaltspiel. Nach Ballgewinn ging sofort in einem Höllentempo die Post ab. So wie in der 74. Minute, als Simon Matta rechts den Turbo zündete und den mitgelaufenen Manuel Celik bediente. Dessen Schuss schepperte an die Latte.

Waren die Wildeshauser Standards am Sonntag gegen den ESV Wilhelmshaven noch in schöner Regelmäßigkeit verpufft, waren die ruhenden Bälle gegen Abdin wieder eine echte Waffe. Stolle chippte einen Freistoß fast von der Mittellinie an den Fünfmeterraum, und erneut war Krumland zur Stelle und köpfte das 4:3 (75.). Wieder war Dekarski nicht auf der Höhe. Diesen Vorsprung brachte die Wittekind-Crew in der dramatischen Schlussphase über die Zeit. Bis zum Abpfiff haderten beide Lager mit nahezu jeder Entscheidung von Adler.

„Der Schiedsrichter hatte keine klare Linie. Ich weiß nicht, ob man ihm damit einen Gefallen getan hat. Vielleicht wäre es besser gewesen, einen erfahreneren Mann anzusetzen. Aber letztlich haben wir das Spiel verloren und nicht der Schiedsrichter. Es hätte auch 4:3 für uns ausgehen können. Trotzdem hat es Spaß gemacht zuzusehen“, resümierte Abdin-Coach Edgar Kary.

Auch Bragula hatte „von beiden Mannschaften ein hochklassiges Fußballspiel“ gesehen. „Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf entsprochen“, gab Wildeshausens Übungsleiter zu. Am vergangenen Donnerstag habe er mit seinem Co-Trainer Patrick Meyer vier Punkte aus den beiden Partien gegen den ESV Wilhelmshaven und den SV Tur Abdin ins Auge gefasst. Dass gegen den ESV nur ein 1:1 heraussprang, gegen die starken Abdiner aber ein 4:3-Erfolg, habe schon etwas von „Situationskomik“. Wieder einmal hatte Bragula einen „richtigen VfL-Moment“ erlebt: „Jetzt können die Jungs schön schneidig in den Mai tanzen – das haben sie sich verdient.“

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