Konsolentitel für Lehmkuhl/Schlüter 

Duo des VfL Wildeshausen triumphiert bei erster eFootball-Kreismeisterschaft

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Volle Hütte: 28 Zweierteams kämpften bei der ersten eFootball-Kreismeisterschaft im Vereinsheim des TV Falkenburg um den Titel.

Falkenburg - Ab und an durchbricht ein genervter „Ey Schiri, das war Abseits“-Schrei die Stille. Doch die meiste Zeit starren die Herren gebannt und ruhig auf einen der 16 Bildschirme: 28 Zweierteams – der TV Jahn hatte noch eine zweite Mannschaft nachgemeldet – waren zur ersten eFootball-Meisterschaft des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst in Falkenburg angetreten. Gezockt wurde „Fifa 20“ auf der Playstation 4 (PS4).

Den ersten Konsolentitel erspielten sich Ole Lehmkuhl und Nils Schlüter vom VfL Wildeshausen. Im Finale bezwangen sie das Team der SF Wüsting-Altmoorhausen mit 3:0. „Wir haben in der Woche vorher zusammen geübt, um uns vorzubereiten, hatten aber keine großen Erwartungen.“, sagte Lehmkuhl. Der Erfolg bescherte ihm und Schlüter neben 200 Euro Siegprämie die Qualifikation zur Niedersachsenmeisterschaft. In der Swiss Life Hall hat Lehmkuhl am 19. Januar dann praktisch ein Heimspiel, schließlich wohnt der 27-Jährige in Hannover. Auch die Finalisten Louis Langkrär/Finn Littelmann (SF Wüsting-Altmoorhausen) und die Drittplatzierten Mike Oliver Hartwig/Franko Hische (VfL Stenum II) dürfen den NFV-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst beim NFV-eFootball-Cup in der Landeshauptstadt vertreten.

Wie auf dem Fußballplatz unterschiedliche Charaktere kicken, verhielten sich auch die 56 Zocker vor den im Vereinsheim des TV Falkenburg aufgebauten Bildschirmen gegensätzlich: Während die einen angespannt auf ihrem Stuhl hin und her wippten oder die Controllertasten malträtierten, klebten andere auf ihren Sitzen und ließen die Spielzeit nahezu wortlos verstreichen. Lehmkuhl und Schlüter gehören in die zweite Kategorie. Selbst bei Toren jubelten sie nur kurz, ihre Freude ploppte erst nach dem virtuellen Abpfiff auf. „Wir sind ja schon Sportler und wollen gewinnen“, erklärte Lehmkuhl lachend.

Aus im Achtelfinale: Die Wildeshauser Daniel Wollenberg (von rechts) und Phil Wohler schieden durch das 1:5 gegen den TV Jahn II aus.

Sein Vereinskamerad Schlüter kam zu einer ähnlichen Einschätzung. Vor allem lobte er die gute Organisation. „Das ist sehr professionell, und so ein bisschen daddeln macht Spaß“, meinte er. Ob das Duo bei einer Neuauflage seinen Titel verteidigen würde? Vermutlich ja, antworteten die beiden. Mehrere Veranstaltungen pro Jahr zu besuchen, wäre indes nichts für sie – genauso wie eine eSports-Abteilung.

Genau dieses Ziel verfolgt dagegen der Niedersächsische Fußballverband (NFV). In Zukunft wird er seine Bemühungen im virtuellen Sport intensivieren. In diesem Jahr hat er mit seinem sieben Mitarbeiter starken Projektteam 32 Veranstaltungen wie die in Falkenburg ausgerichtet – er stellte dabei einen Schiedsrichter sowie die komplette Hardware. „Das wurde bislang alles sehr positiv aufgenommen. Der eSport wird kommen, ist eigentlich schon da, und wir wollen den Vereinen eine Möglichkeit bieten, um neue Mitglieder zu werben“, sagte Ronja Ottrogge vom NFV-Projektteam. Die Kicker, die nicht mehr auf den echten Rasen zu bekommen sind, sollen laut Ottrogge in Zukunft zumindest auf das virtuelle Grün gelockt werden.

Konsolenkönige: Ole Lehmkuhl (von rechts) und Nils Schlüter vom VfL Wildeshausen sind die ersten eFootball-Kreismeister.

Im hiesigen NFV-Kreis ist das erste offizielle eFootball-Turnier jedenfalls gut angenommen worden – die Zahl von 28 teilnehmenden Teams liegt etwas über dem Landesdurchschnitt. Mit einem solch guten Resultat bei der Premiere hatte der Kreisspielausschussvorsitzende Thomas Luthardt gar nicht gerechnet. Tatsächlich war er am Anfang eher skeptisch. „Als der NFV uns das nahegelegt hat, dachte ich mir ‚oh Gott, oh Gott‘“, gestand Luthardt und verriet: „Es ist fest geplant, dass wir das im nächsten Jahr wiederholen.“

Dann werden aller Voraussicht nach auch wieder Daniel Wollenberg und Phil Wohler dabei sein. Die beiden A-Junioren des VfL Wildeshausen schieden bei der Premiere durch eine 1:5-Pleite gegen den TV Jahn II im Achtelfinale aus. Spaß hatte das Duo aber trotzdem. Mehrmals im Jahr bei einem solchen Turnier zu starten, kann sich Wohler jedoch nicht vorstellen. Einen Ersatz für den realen Fußball stellt das Daddeln an der Konsole für ihn ohnehin nicht dar. Für den Kopf sei es zwar durchaus anstrengend, aber „für mich gehört Bewegung zum Sport“, meinte der 18-Jährige.

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