Kolpack trifft zum Sieg

TV Neerstedt holt bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchenzwei Punkte

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Neerstedts Siegtorschütze Eike Kolpack (am Ball) versucht, sich aus dem Griff von Kai Norman Rudolph zu lösen. 

Neerstedt - Von Sven Marquart. Ein Drehbuchautor hätte sich die Geschichte nicht besser ausdenken können! Den Oberliga-Handballern des TV Neerstedt gehörte im Auswärtsspiel bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen der letzte Angriff. Beim Stand von 22:22 kamen die Gäste jedoch nicht mehr in aussichtsreiche Wurfposition. Notgedrungen stieg Eike Kolpack gut zehn Meter vor dem Tor hoch und zog ab. Mit noch einer Sekunde auf der Uhr schlug der Ball zum 23:22 (12:13) im Kasten ein.

Ausgerechnet Kolpack! Neerstedts Halblinker quält sich bereits seit Monaten mit einer äußerst schmerzhaften Schulterverletzung herum, die Handball spielen eigentlich unmöglich macht. Doch für das Kellerduell in der „Heidehölle“ stellte er sich in den Dienst der Mannschaft, biss auf die Zähne und erzielte insgesamt drei Treffer. „Es hat sich gelohnt“, freute sich Trainer Björn Wolken nach dem wichtigen Erfolg. Dadurch kann seine Crew deutlich entspannter an die kommenden Aufgaben herangehen.

Die Grün-Weißen waren nicht gut in die Partie gekommen und liefen zunächst einem Rückstand hinterher. Wolken hatte sich auf der Mittelposition für Niklas Lüdeke entschieden. „Niki hat seine Sache gut gemacht“, meinte der Coach. 

Abwehr „nicht griffig genug“

Was ihm nicht gefiel: „Wir sind nicht Tempo gegangen.“ Außerdem war die 6:0-Abwehr für seinen Geschmack „nicht griffig genug“. So entwickelte sich vor 130 Zuschauern ein zäher Kampf. Beide Teams agierten nervös und machten viele Fehler. Doch Neerstedt blieb dran und ging beim 6:5 durch Malte Kasper erstmals in Führung (12.).

Nach etwa 20 Minuten wechselte Linksaußen Mario Reiser in die Angriffsmitte. Außerdem räumte Eike Kolpack das Feld. Fortan agierte Marcel Kasper auf halblinks. „Gegen eine 3:2:1-Abwehr ist Matze dynamischer“, sagte Kolpack. Kasper besorgte in der letzten Minute der ersten Halbzeit das 12:12 und wurde dabei von Mirko Ahrens gefoult. Der HSG-Linksaußen erhielt eine Zeitstrafe. In Unterzahl besorgte Mohammed Nedal Alibrahim fünf Zeigerstriche vor Schluss den 13:12-Pausenstand.

Marcel Kasper bester Werfer

„In der zweiten Halbzeit haben wir dann wesentlich besser gedeckt – das hat den Ausschlag gegeben, dass wir zwei ganz wichtige Punkte mitnehmen konnten“, meinte Wolken. Marcel Reuter (2), Niklas Lüdeke und Mario Reiser machten nach Wiederbeginn mit vier Treffern in Folge aus dem Rückstand eine 16:13-Führung (41.). Doch die „Schwäne“ ließen sich nicht abschütteln. Mit dem sechsten seiner insgesamt neun Treffer egalisierte Marc Blum zum 18:18 (50.) und legte gleich noch das 19:18 nach (53.). „Wir wussten, dass Blum ein guter Schütze ist“, erklärte Wolken.

Wenig später kehrte Kolpack auf die Platte zurück. Außerdem löste Marcel Kasper den glücklosen Kyan Petersen auf halbrechts ab. „Das war eine gute Entscheidung. Kyan hat leider nicht das abgerufen, was er kann“, meinte Wolken. In der Schlussphase übernahm Marcel Kasper Verantwortung und war am Ende mit sechs Treffern bester Neerstedter Werfer. Seine beiden letzten „Buden“ zum 20:19 (55.) und 22:21 (58.) waren immens wichtig.

„Unentschieden wäre auch gerecht gewesen“

52 Sekunden vor ultimo wühlte sich Mohammed Nedal Alibrahim durch die Neerstedter Abwehr und netzte zum 22:22 ein. „Da haben wir zu früh abgeschaltet“, monierte Wolken. Doch dann kam Eike Kolpack und erwischte den gut haltenden Rene Steffens mit seinem „lucky Punch“ auf dem falschen Fuß – der HSG-Keeper hatte mit einem deutlich härteren Wurf gerechnet. „Aber dafür fehlte mir der Druck im Arm“, erzählte der Matchwinner. Eine MRT-Untersuchung am Donnerstag soll endlich Aufschluss über die Ursache für seine Schmerzen bringen.

„Sicher gehört ein Quäntchen Glück dazu, dass der letzte Wurf drin ist. Ein Unentschieden wäre auch gerecht gewesen“, bekannte Wolken. Aber natürlich nahm er den Sieg gerne mit: „Dadurch sind wir erstmal ein gutes Stück von unten weg und haben Selbstvertrauen für Hastedt getankt.“ Der Tabellenfünfte SG HC Bremen/Hastedt gastiert am Sonnabend, 20. Januar, 20 Uhr, in Neerstedt.

TV Neerstedt: Legler, Pecht (n. e.) - Reiser (5/3), Marcel Kasper (6), Lüdeke (3), Marcel Reuter (2), Hoffmann, Hübner, Petersen, Kolpack (3), Malte Kasper (4), Achilles.

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