Umweg kostet Führenden beim 25. Wildeshauser Nikolauslauf den Sieg

Jan Knutzens Pech ist Michael Majewskis Glück

Dichtes Gedränge herrschte beim Start zum 12,5-Kilometer-Hauptlauf. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Ausgelassen freuen mochte sich Michael Majewski im Moment seines Triumphs nicht. „So zu gewinnen ist blöd“, sagte der Sieger über die 12,5-Kilometer-Distanz beim 25. Wildeshauser Nikolauslauf. „Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich Dritter bin.“ Doch ein Missgeschick zweier Konkurrenten spülte den Athleten vom BV Garrel ganz nach vorn.

Was war passiert? Bei Kilometer zehn waren die zu diesem Zeitpunkt führenden Jan Knutzen und Brhane Tsegay (beide SG akquinet Lemwerder) falsch abgebogen. „Ich habe den Wegweiser nicht gesehen und bin deshalb links statt rechts gelaufen. Dadurch bin ich bestimmt einen Kilometer zu weit gelaufen“, ärgerte sich Knutzen im Ziel. Durch den Umweg verlor er rund vier Minuten auf Majewski und musste sich am Ende mit Platz sechs begnügen, Tsegay wurde Siebter. Ein klassischer Fall von: dumm gelaufen!

„Möglicherweise haben Scherzbolde in der Wiekau Schilder weggenommen“, suchte Organisator Torsten Iverssen nach einer Erklärung. Kein wirklicher Trost für Knutzen. Um die Panne zu verhindern, hätte er sich gewünscht, dass ein Fahrradfahrer dem Läuferfeld vorausfährt und den richtigen Weg weist, wie es andernorts üblich ist. „Das haben wir in der Vergangenheit schon gehabt, und das macht durchaus Sinn. Aber Helfer sind knapp“, sagte Iverssen. „Die Einheit war trotzdem gut, aber schade ist es schon“, meinte Knutzen, nachdem sein erster Ärger verraucht war.

Unterdessen feierte der BV Garrel einen Dreifacherfolg: Nach Majewski (44:59 Minuten) kamen dessen Teamkollegen André Grafe (45:46) und Matthias Schütte (46:11) ins Ziel. Sehr zur Verwunderung des Siegers. Schließlich hatte Majewski zuvor schon über die 6,4-Kilometer-Strecke „Vollgas gegeben“ und in 20:50 Minuten die nach ihm folgenden Bereket Ahferom (SG akquinet Lemwerder/ 23:07) und Thomas Kessing (BV Garrel/24:36) deutlich hinter sich gelassen.

Die Langdistanz ging Majewski dann ganz entspannt an. „Ich habe überhaupt keinen Druck gemacht“, berichtete der 23-Jährige, der mit seinem Doppelsieg in der Wittekindstadt ein erfolreiches Wochenende krönte: Tags zuvor war er beim Nikolaus-Crosslauf in Löningen über 6,1 Kilometer Zweiter geworden.

Beim Zwei-Kilometer-Schülerlauf blieb Nico Uffelmann vom TSV Großenkneten als einziger Starter unter der Acht-Minuten-Marke (8:17). Focke Rüdebusch (Wallschule Wildeshausen/9:27) und Josephine Enzenbach (Bremen/9:29) folgten auf den Plätzen zwei und drei.

„Das waren alles keine Bestzeiten, aber für die Witterungsverhältnisse war das in Ordnung“, erläuterte Iverssen. Bei minus drei Grad Celsius waren die meisten der rund 320 Aktiven dick eingemummelt auf die Piste gegangen. „Im vergangenen Jahr hatten wir fast sommerliche Temperaturen, aber dafür Hochwasser“, erinnerte sich Iverssen. Weil die Hunte über die Ufer getreten war, hatte er 2015 die Streckenführung ändern müssen.

Besonders freute sich Iverssen, dass Alois Dünzelmann (Jahrgang 1942) nach mehrjähriger Abstinenz noch einmal seine Laufschuhe hervorgekramt hatte. „Beim Jubiläumslauf wollte er unbedingt dabei sein“, erzählte der Organisator und kündigte an, im kommenden Jahr auch die 26. Auflage auf die Beine zu stellen. Dann will auch Michael Majewski erneut dabei sein. „Das hat Spaß gemacht – ich komme wieder“, versprach der Doppelsieger.

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