Gesundheitliche Probleme zwingen VfL-Trainer zum Rücktritt / Peuker übernimmt

Klaus Ebel zieht die Reißleine

+
Schweren Herzens trat Klaus Ebel (r.) als Trainer des VfL Wildeshausen zurück. Neuer Chefcoach ist sein bisheriger Co-Trainer Jörg Peuker (M.). VfL-Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel (l.) wird ihn bei seiner Aufgabe unterstützen. ·

Wildeshausen - Von Sven MarquartKlaus Ebel ist ein alter Trainerfuchs, der in mehr als vier Übungsleiter-Jahrzehnten schon allerhand erlebt hat. Die aktuelle Situation beim Bezirksligisten VfL Wildeshausen ist für den Fußballlehrer jedoch eine völlig neue Erfahrung. Sie setzte dem 67-Jährigen derart zu, dass er seit einiger Zeit unter Schlaflosigkeit und Magenschmerzen leidet. „Und das darf bei einem Hobby nicht sein“, sagt Klaus Ebel. Deshalb erklärte er am Dienstag – praktisch zum Selbstschutz – seinen sofortigen Rücktritt.

Bei den Krandel-Kickern ist in den vergangenen Wochen und Monaten einiges zusammen gekommen.

Da sind zum einen die vielen Langzeitverletzten. Zwar ist Daniel Pasker nach halbjähriger Zwangspause inzwischen zurück, doch Rene Tramitzke (Kreuz band riss), Majues Gebhardt-Bauer (Meniskusriss) und Lennart Flege (Meniskuseinriss) werden noch Wochen, wenn nicht Monate fehlen. Doch „besonders hart“ habe ihn die schwere Erkrankung von Janek Jacobs getroffen, verrät Klaus Ebel: „Junek ist mir ans Herz gewachsen.“

Da ist auch die prekäre Situation der Kreisliga-Mannschaft, die ebenfalls eine ellenlange Ausfallliste hat. Weil die Reserve unbedingt die Klasse halten soll, stellte Ebel immer wieder Spieler aus seinem Kader ab. Umgekehrt musste er darauf achten, dass sich die Aushilfen aus der Zweiten nicht in seinem Team festspielen.

Unter dieser Personalmisere leidet die sportliche Situation. Mit der Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison hatte Klaus Ebel die Messlatte sehr hoch gelegt. Inzwischen rangiert seine Crew in der Tabelle mit 17 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Kickers Wahnbek nur noch auf Platz fünf. „Aber trotz der Begleitumstände sind die Erwartungen nicht runtergeschraubt worden“, sagt Klaus Ebel.

Er zog die Reißleine. Am Montag traf sich der Cloppenburger mit VfL-Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel, um ihm seinen Entschluss mitzuteilen. Die endgültige Entscheidung fiel erst, nachdem beide eine Nacht darüber geschlafen hatten. „Ich verlasse ein Schiff mit Problemen, aber kein sinkendes Schiff“, betont Ebel.

Völlig überraschend traf Ottmar Jöckel diese Entwicklung nicht. Denn den VfL-Fußballboss verbindet nach eigenem Bekunden ein „ziemlich enges Verhältnis“ mit dem Coach. Ihm sei nicht verborgen geblieben, dass Ebel an einigen Dingen „fürchterlich zu knabbern“ habe. „Er wirkte angefasst. Schon im November oder Dezember habe ich gemerkt: Das ist nicht Klaus, wie ich ihn kenne. Ich bedauere seine Entscheidung, kann sie aber nachvollziehen und akzeptiere sie.“

Auf Jöckels Wunsch bleibt Klaus Ebel dem VfL Wildeshausen zumindest in der Jugendarbeit erhalten. „Als eine Art sportlicher Leiter“, erläutert Jöckel. „Ich werde gucken, wo ich helfen kann“, verspricht Ebel. Auch bei den Heimspielen seines Ex-Teams werde er „fast immer dabei sein“.

Bereits Dienstagabend verabschiedete sich Ebel von der Mannschaft. Etliche Spieler hätten sich bei ihm bedankt und ihn umarmt. „Das war ein schönes Gefühl.“ Die folgende Einheit leitete Ebels bisheriger Co-Trainer Jörg Peuker. Ottmar Jöckel beförderte den 40-jährigen A-Lizenzinhaber aus Visbek umgehend zum Chefcoach: „Jörg ist ein hervorragender Trainer. Ich werde ihn unterstützen, und wir werden versuchen, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Pizarros Treffer gegen Werder

Pizarros Treffer gegen Werder

FCB-Trainingsbilder: Vidal im Abschlusstraining dabei

FCB-Trainingsbilder: Vidal im Abschlusstraining dabei

Meistgelesene Artikel

TV Dötlingen zeigt eine „ganz starke Charakterleistung“

TV Dötlingen zeigt eine „ganz starke Charakterleistung“

TSV Ippener will TuS Heidkrug erste Saisonniederlage beibringen

TSV Ippener will TuS Heidkrug erste Saisonniederlage beibringen

TV Neerstedt gegen Wilhelmshavener HV II Favorit

TV Neerstedt gegen Wilhelmshavener HV II Favorit

Bragula warnt vor Standards der Rasteder „Löwen“

Bragula warnt vor Standards der Rasteder „Löwen“

Kommentare