VfL Wildeshausen beim Saisonauftakt gegen Sparta Werlte „schülerhaft“ – 0:2

Klassisch ausgekontert

Wirkungslos: Wildeshausens Maximilian Seidel (M.) konnte sich gegen die Werlter Jan-Christian Meier (l.) und Marcel Kotyrba nicht entscheidend in Szene setzen.
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Wirkungslos: Wildeshausens Maximilian Seidel (M.) konnte sich gegen die Werlter Jan-Christian Meier (l.) und Marcel Kotyrba nicht entscheidend in Szene setzen.

Wildeshausen – Marcel Bragula wusste, was kommen würde. Explizit hatte der Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen seine Mannschaft vor dem schnellen Umschaltspiel des SV Sparta Werlte gewarnt. Doch es half nichts: Zweimal wurden die Krandel-Kicker nach eigenen Eckbällen (!) vom Aufsteiger blitzartig überlaufen und mussten zum Saisonauftakt eine vermeidbare, aber nicht unverdiente 0:2 (0:0)-Niederlage einstecken. Zu allem Überfluss verletzte sich Marius Krumland – Wildeshausens Abwehrchef musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden (40.).

„Wenn man zweimal nach eigenen Standards ausgekontert wird, darf man sich nicht beschweren, dass man als Verlierer vom Platz geht“, knurrte Bragula. Die beiden Gegentore seien „ein Spiegelbild des gesamten Spiels“ gewesen. „Das war zu harmlos und zu körperlos. Es ist schülerhaft, dass wir es nicht schaffen, diese Konter zu unterbinden“, schimpfte der VfL-Coach.

Bereits in der ersten Halbzeit hatten die Emsländer ein paarmal angedeutet, dass sie den Hebel in Windeseile umlegen können. Elf Minuten nach Wiederbeginn dann erstmals mit Erfolg: Nach einem Eckstoß von Lukas Schneider benötigten die Gäste drei Stationen, und dann lag der Ball im Netz: Jannik Hoormann ließ VfL-Keeper Miguel Förster beim 1:0 keine Abwehrchance (56.). Förster hatte nach den Eindrücken des Abschlusstrainings den Vorzug vor seinem Konkurrenten Sören Willers erhalten, konnte sich aber nicht einmal wirklich auszeichnen.

Beim 0:2 in der Nachspielzeit war Förster mit nach vorne gegangen. Den Eckstoß von Schneider wehrte Werlte ab, doch Michael Eberle brachte den Ball nicht unter Kontrolle. Simon Brinkmann stibitzte ihm das Spielgerät Mitte der eigenen Hälfte und zog von dannen. Aus 20 Metern beförderte er die Kugel schließlich in den verwaisten Kasten (90.+3).

„Das ist unser Spiel“, frohlockte Spartas Spielertrainer Jan Büter nach dem Abpfiff. Sein Team habe die Räume eng gemacht, gut gestanden und nur wenig zugelassen. „Am Ende war es eine Abwehrschlacht – mit dem glücklicheren Ende für uns“, meinte der 33-Jährige.

Allerdings mussten die Gäste gar nicht so viel dafür tun, denn die Wildeshauser Angriffsbemühungen waren nicht wirklich zwingend. „In der letzten Aktion war zu wenig Wille“, monierte Bragula. Doch oft stockte das VfL-Spiel bereits im Aufbau. „Einige eigentlich ballsichere Spieler, deren Namen mir gerade entfallen sind, hatten heute unglaublich viele Fehlpässe“, schimpfte er. Dadurch kamen die Gastgeber kaum zu ernsthaften Torszenen. In der ersten Hälfte wurden sie nur einmal gefährlich: Steve Köster, der doch noch rechtzeitig fit geworden war, bediente Timo Goldner, der den Ball zu Eberle weiterleitete. Dessen Schuss aus spitzem Winkel verfehlte jedoch sein Ziel (27.). Zudem reklamierten die Wildeshauser nach einem abgeblockten Schuss von Lennart Feldhus vergeblich einen Handelfmeter (35.).

Nach dem Rückstand intensivierten die Huntestädter ihre Offensivanstrengungen – mit mäßigem Erfolg. Im Anschluss an einen Eckball von Kevin Radke traf Schneider den Ball nicht voll (73.). Bei einer Flanke des eingewechselten Christopher Kant bekam Maximilian Seidel nicht genug Druck in seinen Kopfball (80.). Außerdem zielte Eberle knapp vorbei (80.), während Radke einen Freistoß aus halblinker Position auf das Tornetz setzte (89.). Die dickste Möglichkeit zum Ausgleich besaß aber Feldhus. Doch Sparta-Keeper Stephan Beckmann lenkte den Kopfball des langen Angreifers mit einem starken Reflex über den Querbalken (90.+2). „Hey ,Becki‘, wie hast du den denn rausgeholt!?“, staunte selbst Werltes Kapitän Christian Jansen. Wenige Momente später sorgte Brinkmann für die Entscheidung.

„Wenn du gefühlt 25 Standards hast, musst du auch mal einen reindrücken. So ein Spiel darfst du nicht verlieren. Das hatten wir uns sicherlich anders vorgestellt. Die Enttäuschung ist schon groß“, bilanzierte Bragula.

Von Sven Marquart

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