Kreisvorsitzender Felix Lingenau erwartet baldige Entscheidung des Tischtennisverbandes

Klare Mehrheit stimmt für Saisonabbruch

„Total Bock auf Tischtennis!“ Trotzdem würde Helmut Rang vom Bezirksoberligisten VfL Wildeshausen lieber darauf verzichten, die Saison durchzupeitschen.
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„Total Bock auf Tischtennis!“ Trotzdem würde Helmut Rang vom Bezirksoberligisten VfL Wildeshausen lieber darauf verzichten, die Saison durchzupeitschen.

Wildeshausen/Landkreis – Die Tischtennis-Aktiven in Deutschland befinden sich unverändert im „Winterschlaf“ – und daran dürfte sich in naher Zukunft wohl auch wenig ändern. Corona hat die Republik weiterhin fest im Würgegriff.

Schon seit November sind sämtliche Wettkämpfe ausgesetzt. Die Plastikkugeln ruhen also. Geht es nach Silke Meyerholz vom Bezirksligisten TTV Klein Henstedt, wird dies auch so bleiben: „Ich rechne nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Saison. Wir sind jetzt alle so lange raus, da würde ein Neustart doch wenig Sinn machen.“ Wobei Meyerholz ihren Sport durchaus vermisst: „Klar wäre es schön, wenn wir wieder in die Halle könnten. Aber die Gesundheit muss vorgehen. Und momentan kann doch niemand sagen, wann wir die Pandemie besser im Griff haben. Ich fände es vernünftig, wenn die Saison wiederholt wird.“

Eine Meinung, der sich Helmut Rang vom Bezirksoberligisten VfL Wildeshausen sofort anschließt: „Selbst wenn die Coronazahlen deutlich zurückgehen sollten, meine Motivation auf ein Durchpeitschen der Saison tendiert gegen null.“ Nun hat Rang seinem Sport keineswegs abgeschworen, wie er bekräftigt: „Natürlich haben wir nach der langen Pause alle wieder total Bock auf Tischtennis. Aber wie soll man die Serie vernünftig zu Ende spielen? Sogar bei einem Start im März wäre die Serie bis Ende April kaum durchzubekommen. Also müsste eine Verlängerung her. Aber für wie lange? Und was ist, wenn die Zahlen durch die gefährlichen Mutationen wieder ansteigen? Ich plädiere für eine komplette Annullierung der Spielzeit. Im September herrscht hoffentlich wieder Normalität, und dann holen wir alles nach.“

Genau darauf dürfte es auch hinauslaufen: Bei einem zweistündigen Meinungsaustausch des Niedersächsischen Tischtennisverbandes (TTVN) mit seinen Bezirks- und Kreisverbänden sprach sich eine überwältigende Mehrheit für einen endgültigen Saisonabbruch aus. Als Hauptgrund wurde genannt, dass es nicht möglich sei, den Punktspielbetrieb selbst in einer Einfachrunde bis zum 30. April (Relegation 16. Mai) zu beenden. Als weitere Argumente wurden die unklare Situation hinsichtlich der Hallenöffnung und die Tatsache, dass in den meisten Spielklassen weniger als 50 Prozent der Spiele absolviert sind, aufgeführt.

Felix Lingenau, der als Vorsitzender des Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst an der Videokonferenz teilgenommen hat, nennt sogar die genauen Zahlen: „Von 45 Teilnehmern haben 43 gegen eine Weiterführung der Saison gestimmt. Das ist mehr als eindeutig. Der TTVN muss sich zwar nicht an dieses Ergebnis halten – aber ich wäre sehr verärgert, wenn sich darüber hinweggesetzt werden sollte.“

Eine Aussage aus berufenem Mund: Schließlich ist Lingenau nicht nur Kreisvorsitzender, sondern geht zudem noch für den Oberligisten TV Hude auf Punktejagd. Doch auch er hält ein sofortiges Saisonaus für alternativlos: „Ich kann mir eine Fortführung einfach nicht vorstellen. Corona wird ja leider nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden.“

Aber was passiert, falls die Punktspielsaison tatsächlich abgebrochen wird? Die wahrscheinlichste Lösung ist wohl eine komplette Annullierung der Serie und ein Neustart ab September. Im Klartext: Die Saison wird wiederholt. Möglich wären dabei allerdings vereinzelte Veränderungen bei den Staffeleinteilungen. Sollten Mannschaften aufgrund der Coronapandemie ihre Teams vor der aktuellen Spielzeit abgemeldet haben, könnten sie vermutlich zur neuen Saison in ihre angestammte Spielklasse zurückkehren.

Beschlossen ist dies alles laut Lingenau indes noch nicht: „Es war ja bisher nur ein informeller Meinungsaustausch. Aber ich rechne damit, dass der TTVN zeitnah eine Entscheidung fällen wird. Es kann eigentlich nur auf einen Saisonabbruch hinauslaufen. Ich denke, wir werden darüber noch im Februar Klarheit haben.“

Auf jeden Fall wird das TTVN-Präsidium die für diesen Mittwoch geplante Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten abwarten. Außerdem steht Mitte des Monats ein weiteres Abstimmungstreffen mit dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) und seinen Landesverbänden an, bevor eine Entscheidung über die Fortsetzung oder den Abbruch des Spielbetriebes getroffen wird, „die unseren Vereinen, Aktiven und Funktionären Planungssicherheit gibt“, erläutert TTVN-Geschäftsführer Heinz-W. Löwer.

Einig waren sich die Konferenzteilnehmer auch bezüglich des Umgangs mit dem Jugendbereich. Es sei enorm wichtig, schnellstmöglich entsprechende Angebote zu schaffen, damit die Bindung zum Verein nicht verloren geht. Auch für die Erwachsenen erachtete eine Mehrheit das Angebot eines modifizierten Sonderspielbetriebs in den Frühjahrs- und Sommermonaten für sinnvoll und erstrebenswert, teilte der TTVN mit.

Von Carsten Drösemeyer

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