Sportlicher Spagat

Kian Töllner ist Leistungsträger bei Beckelns Fußballern und Harpstedts Handballern

Kian Töllner von den Beckeln Fountains versucht, mit dem Fußball an Kevin Wiese vom Ahlhorner SV II vorbeizukommen.
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Lauf- und zweikampfstark: Kian Töllner (am Ball) ist bei den Beckeln Fountains „fast nicht zu ersetzen“.

Kian Töllner ist zweigleisig im Sport unterwegs. Bei den Fußballern der Beckeln Fountains aus der 1. Kreisklasse spielt er im Mittelfeld, beim Handball-Regionsoberligisten Harpstedter TB hütet er das Tor. In beiden Teams gehört der 21-Jährige zu den Leistungsträgern.

  • Kian Töllner spielt Handball und Fußball.
  • In beiden Sportarten ist der 21 Jahre alte Beckelner erfolgreich.
  • Fußball hat für den Werder-Fan Priorität.

Beckeln/Harpstedt – Wenn die Fußballer der Beckeln Fountains dienstags und donnerstags ihre Übungseinheiten in Harpstedt beendet haben, muss sich Kian Töllner sputen. Der Mittelfeldspieler hat dann immer noch einen Anschlusstermin. Flugs geht es vom Tielingskamp rüber zum Schwarzen-Berg-Weg. Dort in der Sporthalle machen die Handballer des Harpstedter TB meistens schon ihr Aufwärmspielchen, wenn Töllner eintrifft. Darauf kann der 21-Jährige, der für den Regionsoberligisten das Tor hütet, verzichten. Schließlich ist er ja schon auf Betriebstemperatur.

„Mein Fokus ist beim Fußball. Wenn sich die Spiele überschneiden, würde ich eher dorthin gehen. Trotzdem versuche ich immer, keine Mannschaft im Stich zu lassen“, erläutert „Doppelagent“ Töllner seine Prioritätensetzung. Bis jetzt ist ihm der Spagat zwischen den beiden Sportarten ganz gut gelungen. Sowohl bei den Fountains als auch beim HTB gehört Töllner zu den Leistungsträgern.

Auch Brüder Marlon und Jaron in beiden Sportarten aktiv

Als kleiner Junge eiferte Kian Töllner seinem älteren Bruder Marlon (23) nach, der ebenfalls Handball und Fußball spielte. Deshalb verwundert es auch nicht, dass es ihnen Jaron, mit 13 Jahren der jüngste der drei Töllner-Brüder, bei den C-Junioren der SG DHI Harpstedt und des TV Neerstedt gleichtut.

„Beim Handball habe ich zunächst auch im Feld gespielt. In der D-Jugend bin ich ins Tor gegangen, weil wir keinen Keeper hatten. Das hat sich dann so etabliert“, erzählt Kian Töllner. Im Fußball stand ein Wechsel zwischen die Pfosten für ihn indes nie zur Debatte. „Das wäre mir zu langweilig. Da hat man als Torwart meistens nur wenige Aktion“, sagt der gelernte Verteidiger. Beim Handball liebt er vor allem die Eins-gegen-eins-Situationen, wenn die Angreifer allein auf ihn zulaufen.

Auf der Zehnerposition verschwendet

Für den waschechten Beckelner Jungen Kian Töllner war klar, dass er nach der Fountains-Gründung im Jahr 2014 für den Club aus seinem Dorf kicken will. „Kian ist mein spezieller Schützling“, sagt Matthias „Jupp“ Büsing. Er ist nicht nur Töllners Trainer, sondern auch dessen Nachbar und kennt seinen Mittelfeldmann deshalb schon, „seit er in die Windeln gemacht hat“. Sportlich sei der lauf- und zweikampfstarke Rechtsfuß „fast nicht zu ersetzen“. Aufgrund dieser Qualitäten stellt ihn Büsing am liebsten auf der Sechserposition auf. Meistens muss Werder-Fan Töllner beim Tabellenvorletzten der 1. Kreisklasse jedoch auf der linken Seite ran. „Kian möchte gern auf der Zehn spielen, aber da wäre er verschwendet, weil er so gut gegen den Ball arbeitet“, berichtet der Coach. Er zählt Töllner zu seinen „Hundertern“, also jenen Spielern, die praktisch kein Training versäumen.

Obwohl oder gerade weil sich Büsing und Töllner so gut kennen, geraten sie auf dem Platz auch mal aneinander. „Kian meint, dass ich zu streng mit ihm bin. Aber ich hab’ ihn schon lieb“, sagt Büsing und lacht. Gerne macht sich Töllner einen Spaß daraus, den Trainer zu tunneln. „Und danach führt er immer einen Veitstanz auf“, verrät Büsing. Nur mit Töllners Spielvorbereitung ist er gelegentlich nicht einverstanden. „Ich nehme schon gerne jede Party mit“, meint der Angesprochene grinsend. Doch meistens ist Büsings Ärger schnell wieder verraucht: „Kian hat Charme! Man kann ihm nie lange böse sein, selbst wenn er Bockmist gebaut hat.“

„Feierfreudig und sehr kommunikativ“

Auch bei den HTB-Handballern ist Kian Töllner als Spaßvogel bekannt. „Als Beckelner ist Kian durch das Dorfleben geprägt. Er ist feierfreudig und sehr kommunikativ“, sagt Maik Bitter, der sich mit Töllner den Job zwischen den Pfosten teilt. Auch Bitter lobt den großen Trainingsfleiß seines Keeper-Kollegen. Beide kommen in etwa auf die gleiche Einsatzzeit. „Als Torwart-Typen unterscheiden wir uns. Kian ist sehr reaktionsschnell. Ich komme eher über das Stellungsspiel“, erläutert Bitter und unterstreicht: „Kian hat uns schon einige Punkte gerettet.“

Trotz der sportlichen Doppelbelastung findet Töllner, der seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Lloyd erfolgreich abgeschlossen hat und vom Sulinger Schuhhersteller übernommen worden ist, noch Muße für weitere Freizeitaktivitäten. So engagiert er sich im Schützenverein und in der Feuerwehr sowie als Betreuer in der Jugendfeuerwehr.

Reaktionsschnell: Kian Töllner hat den Handballern des Harpstedter TB schon einige Punkte gerettet.

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