Kein Favorit in Sicht: „Bei dieser DM kann alles passieren“

Faustballer des TV Brettorf und Ahlhorner SV kämpfen in Mannheim um Edelmetall

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Abschiedsvorstellung: Für Tim Lemke ist die DM in Mannheim das letzte Turnier als Spielertrainer des TV Brettorf.

Brettorf/Ahlhorn - Glaubt man den Prognosen auf der Internetseite des Ausrichters, können sich die Faustballer des TV Brettorf die Reise zur deutschen Meisterschaft nach Mannheim sparen.

Der Teamcheck sieht die Crew um Spielertrainer Tim Lemke sowohl gegen Gastgeber TV Käfertal als auch gegen den zweiten Vorrundengegner TV Schweinfurt-Oberndorf im Nachteil. „Wenn es danach geht, haben wir beide Spiele schon verloren. Deshalb sind wir hochmotiviert und wollen die entsprechende Antwort auf dem Platz geben“, sagt Lemke.

Auch der Brettorfer Anhang gibt offenbar nichts auf die Vorhersagen. Mehr als 70 Schlachtenbummler werden sich in einem großen Reisebus und einigen Privatautos auf den gut 500 Kilometer langen Weg machen, um Lemke und seine Teamkollegen zunächst gegen den TV Käfertal zu unterstützen. Dem DM-Ausrichter um Weltmeister Nick Trinemeier wird dann schon das Eröffnungsspiel gegen Süd-Meister TV Schweinfurt-Oberndorf mit Nationalmannschaftskapitän Fabian Sagstetter (Sonnabend, 11 Uhr) in den Knochen stecken.

Lemke hört nach dem Turnier bekanntlich als Spieler und Trainer der ersten Brettorfer Mannschaft auf. „Eine Medaille zum Abschluss wäre schon schön“, gibt der 30-Jährige zu. „Aber primär geht es darum, den Samstag zu überstehen – danach werden die Karten wieder neu gemischt.“ Da Titelverteidiger TSV Pfungstadt immer noch ohne Patrick Thomas auskommen muss – der Ausnahmeangreifer hatte im vergangenen Sommer bei den World Games eine Schultereckgelenksprengung erlitten – kann Lemke keinen Favoriten ausmachen: „Bei dieser DM kann alles passieren.“

Nach einer starken Hallensaison und dem Gewinn der Silbermedaille beim Europapokal schwächelten die Brettorfer ausgerechnet zum Abschluss der Punktrunde, die sie mit Niederlagen beim Ahlhorner SV (1:5) und gegen den TK Hannover (4:5) beendeten. Um bis zur Endrunde wieder in die Spur zu finden, bestritten sie unter anderem ein Testspiel gegen Erstliga-Aufsteiger SV Moslesfehn (3:1).

Angreifer Tobias Kläner konnte wegen einer Fingerverletzung an seiner rechten Schlaghand nur eingeschränkt trainieren. „Tobi ist erfahren genug. Er weiß, was er macht. Bei einer DM merkt man sowas nicht mehr“, erklärt Lemke. In seinem siebenköpfigen Aufgebot stehen auch Abwehrspieler Marcel Osterloh und Linksschläger Vincent Neu. U 18-Europameister Hauke Rykena gehört aufgrund seiner Abiturvorbereitungen nicht dazu. Als Betreuer ist Christian Kläner dabei. Unter der Regie des Doppelweltmeisters hatten die Schwarz-Weißen bei der Hallen-DM 2017 in Rosenheim Bronze geholt.

Der letzte Medaillengewinn des Ahlhorner SV ist schon eine ganze Weile her. Im Jahr 2013 holte der ASV in Coburg unterm Hallendach Bronze. Zu gern würde Karsten Bilger diese Durststrecke mit seinem Team beenden. „Aber primär geht es darum, unseren besten Faustball zu spielen“, sagt der ASV-Coach, auch wenn er mit seinen Mannen natürlich gerne mitmischen möchte, wenn das Edelmetall verteilt wird. Doch das ist nicht so einfach. „Wenn man die Zuschauer befragen würde, wer am Sonntag nur noch Tribünengast ist, würden 90 Prozent zuerst den ASV nennen“, glaubt Bilger. Denn der Nord-Dritte ist in seiner Vorrundengruppe mit Seriensieger TSV Pfungstadt und Nord-Meister VfK 01 Berlin nur Außenseiter.

„Aber weil keiner etwas von uns erwartet, haben wir keinen Druck und können befreit aufspielen. Dann können wir gucken, was dabei herauskommt. Bei einer deutschen Meisterschaft gibt es sowieso keine leichten Spiele“, findet Bilger, der auf sein gesamtes Stammpersonal zurückgreifen kann. Auch Abwehrspieler Mats Albrecht ist voll einsatzfähig. Zudem lässt der Übungsleiter die beiden Youngster Rafael Drenske und Andrej Macht DM-Luft schnuppern. Mit der Nominierung möchte er ihre „konstant guten Trainingsleistungen belohnen“. Hauptangreifer Christoph Johannes hat seine Fingerblessur auskuriert und hat keinerlei Beschwerden mehr.

Im Gegensatz zum Lokalrivalen aus Brettorf werden die Ahlhorner in der GBG-Halle am Herzogenried keine große Fangemeinde, sondern lediglich eine handvoll Anhänger im Rücken haben. „Mannheim ist eben nicht um die Ecke“, meint Bilger schulterzuckend. 

mar

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