Bezirksliga-Vizemeister geht „ein bisschen ins Risiko“

Kann der VfL Wildeshausen den ESV-Express stoppen?

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Wildeshausens Abwehrspieler Niklas Heinrich (v.r.) wird das Auswärtsspiel beim ESV Wilhelmshaven wegen einer Fußverletzung verpassen. Auch der Einsatz von Flügelflitzer Robin Ramke ist fraglich.

Wildeshausen - Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit an diesem Wochenende kommt dem Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen gerade recht. Denn am Sonntag müssen die Krandel-Kicker bereits um 11 Uhr beim ESV Wilhelmshaven antreten – eine Stunde Schlaf zusätzlich kann da nicht schaden.

Grundsätzlich hält VfL-Coach Marcel Bragula eine derart frühe Anstoßzeit „in der Bezirksliga für nicht angebracht“. Wegen der knapp 100 Kilometer langen Anreise wird er sich mit seiner Mannschaft bereits um 8 Uhr auf den Weg machen, um rechtzeitig an der Jade zu sein. „Ich weiß nicht, ob das sein muss“, sagt Bragula. Seine Kritik richtet sich auch an den Wilhelmshavener Stadtrivalen WSC Frisia, der seine Heimspiele ebenfalls sonntags um 11 Uhr austrägt. Doch sowohl die frühe Anstoßzeit als auch die verbesserungswürdigen Platzverhältnisse an der Güterstraße seien „Dinge, die uns nicht in der Zielsetzung beeinflussen dürfen“, betont Bragula: „Unser Ziel ist es, drei Punkte zu holen und uns weiter oben festzusetzen.“

Der Eisenbahner Sportverein benötigte nach dem Aufstieg einige Zeit, um ins Rollen zu kommen. Doch inzwischen hat der ESV-Express ordentlich Fahrt aufgenommen. Das dokumentiert die aktuelle Erfolgsserie mit den drei Siegen beim SV Tur Abdin Delmenhorst (1:0), gegen den WSC Frisia (2:1) und bei Eintracht Wiefelstede (2:1). Nach dem zwischenzeitlichen Sturz ans Tabellenende rangiert das Team von Trainer Michael Janßen inzwischen auf Platz 13. Herausragender Akteur bei den Gastgebern ist Lucas Janßen. Der oberligaerfahrene Trainersohn (früher VfL Oldenburg) erzielte am vergangenen Wochenende in Wiefelstede das entscheidende 2:0. Zuvor hatte Nayil Nalbant, mit sechs Saisontreffern bester ESV-Torjäger, die Wilhelmshavener in Führung gebracht.

„Der ESV ist ein Gegner, der uns alles abverlangen wird“, ist Bragula überzeugt. Trotzdem überlegt der 44-Jährige mit Blick auf die rasch folgenden Heimspiele gegen den Tabellensiebten SV Baris Delmenhorst (Mittwoch, 31. Oktober, 14 Uhr) und Spitzenreiter TuS Obenstrohe (Sonntag, 4. November, 14 Uhr) bei der Mannschaftsaufstellung „ein bisschen ins Risiko zu gehen“.

Im Vergleich zum jüngsten 0:0 gegen den VfL Stenum muss er seine Elf ohnehin umbauen. Niklas Heinrich (dicker Fuß) und Ole Lehmkuhl (Knieprobleme) fallen definitiv aus. Auch bei Mittelfeldspieler Alexander Kupka, Flügelflitzer Robin Ramke und Angreifer Maximilian Seidel sieht es nicht gut aus. Gleiches gilt für Torhüter Felix Dittrich, der gegen Stenum eigentlich zwischen den Pfosten stehen sollte, sich dann aber beim Aufwärmen an der Schulter verletzte. „Wir haben erst befürchtet, dass es eine Eckgelenksprengung ist, es ist aber zum Glück nur eine Zerrung“, berichtet Bragula. Er hofft, dass zumindest der gegen Stenum fehlende Linksverteidiger Lukas Schneider grünes Licht für einen Einsatz gibt.

Auch aufgrund der vielen Verletzten ist Bragula froh, dass keine Sperren drohen: „Da läuft keiner Gefahr, sich die fünfte Gelbe Karte abzuholen.“ In zehn Partien kassierte der Vizemeister insgesamt erst acht Verwarnungen und führt die Fairnesstabelle mit dem Quotienten von 0,8 mit großem Vorsprung auf GVO Oldenburg (1,4) an.

Eine weitere große Wildeshauser Stärke ist die Abwehr. In der laufenden Saison kassierte die Wittekind-Crew erst sieben Gegentreffer, allein drei davon beim 4:3 über den SV Tur Abdin Delmenhorst. Bereits sechsmal spielte der VfL zu null. „Das ist schon gut und freut mich ungemein“, sagt Bragula, der „mit Eishockeyergebnissen nichts anfangen“ kann. Er vertritt die Aufassung, dass ein Team seine sportlichen Ziele vor allem über eine gute Defensive erreicht. „Deshalb muss man auch mal mit einem 0:0 zufrieden sein.“ Was beim VfL Wildeshausen nicht so oft vorkommt – das torlose Remis gegen Stenum war das erste im Krandel seit Bragulas Amtsübernahme am 1. Juli 2014.

mar

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