Schlagmann soll Ahlhorns Faustballer zum Klassenerhalt führen

Christoph Johannes wagt das Comeback

Ahlhorns Schlagmann Christoph Johannes konzentriert sich vor der Angabe.
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Will es nochmal wissen: Ahlhorns Schlagmann Christoph Johannes kehrt nach langer Zwangspause auf das Faustballfeld zurück.

Brettorf/Ahlhorn – Euphorie beim TV Brettorf, Katzenjammer beim Ahlhorner SV – unterschiedlicher hätte die Gefühlslage bei den Erstliga-Faustballern aus dem Landkreis Oldenburg am Ende der Feldsaison 2021 kaum sein können. Während die Brettorfer den Gewinn der Bronzemedaille bei ihrer Heim-DM feiern konnten, mussten die Ahlhorner nach 20 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit den Abstieg aus dem Bundesliga-Oberhaus verdauen. Wenig verwunderlich also, dass beide Teams mit höchst unterschiedlichen Zielsetzungen in die an diesem Wochenende beginnende Hallenrunde starten.

TV Brettorf

Das erste Edelmetall bei einer Feld-DM seit 2011, als die Brettorfer Männer in Vaihingen/Enz Silber geholt hatten, wurde im wohl faustballverrücktesten Dorf der Republik so richtig zelebriert. „Diesen unerwarteten Erfolg haben wir natürlich genossen und gefeiert“, bestätigt Trainer Klaus Tabke. Anschließend gönnte er seiner Crew eine mehrwöchige Pause. Nur Hauke Spille hielt die Trainingsintensität hoch. Schließlich stand für den Zuspieler ein Karriere-Highlight an: Beim Nations Cup in Schneverdingen absolvierte der 22-Jährige seine ersten A-Länderspiele für Deutschland.

Allerdings kämpft Brettorfs Mittelmann seitdem mit einer Meniskusreizung. „Hauke hat erst wieder mit leichtem Lauftraining angefangen. Wir müssen gucken, wie sich die Geschichte entwickelt“, sagt Tabke. Zwar werde Spille zum Auftaktspiel beim TK Hannover (Sonnabend, 30. Oktober, 16 Uhr) mitfahren. „Aber dass er zum Einsatz kommen wird, bezweifele ich“, meint der Coach. Das Zuspiel wird vorrangig Tom Hartung übernehmen. Tabke muss überdies weiterhin auf Timo Kläner verzichten. Der Abwehrroutinier hatte sich im Sommer einer Fußoperation unterzogen, doch die Heilung verläuft bis jetzt eher schleppend.

Beim eigenen Vorbereitungsturnier am vergangenen Wochenende, als sich die Brettorfer im Halbfinale dem Ligarivalen TSV Hagen 1860 geschlagen geben mussten, sah Tabke bei seinem Team Licht und Schatten. Vor allem die Eigenfehlerquote war für den Geschmack des 56-Jährigen deutlich zu hoch. Trotzdem ist er bezüglich des Saisonziels guter Dinge. „Wir wollen die DM in Hagen spielen“, erklärt der TVB-Coach. Um bei der Endrunde am 12. und 13. März dabei zu sein, müssen die Schwarz-Weißen einen von zwei freien Startplätzen ergattern, denn Ausrichter Hagen ist gesetzt. Im Normalfall sollten die Mannen um TVB-Kapitän Malte Hollmann das DM-Ticket lösen. Doch Obacht: „Es gibt einige Mannschaften, die das Zeug dazu haben, oben mitzuspielen und es bisher nicht gezeigt haben“, warnt Tabke. Dazu zählt er unter anderem auch Auftaktgegner Hannover um Schlagmann Christos Michalakis. „Er hat Potenzial ohne Ende, schöpft es aber nicht aus“, sagt Tabke. Zudem tun sich die Brettorfer in der Bothfelder IGS-Sporthalle fast schon traditionell ungemein schwer. Die Decke ist niedrig, der Boden staubig und rutschig. „Eventuell ist das über die Jahre zur Kopfsache geworden“, mutmaßt Tabke.

Ahlhorner SV

Den Abstiegsschock haben die Ahlhorner inzwischen aus den Klamotten geschüttelt. Das behauptet jedenfalls Tim Albrecht. „Es bringt ja auch nichts, Trübsal zu blasen“, unterstreicht der Spielertrainer. Doch unter dem Eindruck der jüngsten sportlichen Entwicklung ist es nur logisch, dass der Nationalspieler den „Klassenerhalt als erstes Ziel“ ausruft und der Auftaktpartie gegen Aufsteiger SV Armstorf (Sonnabend, 30. Oktober, 16 Uhr) in eigener Halle richtungweisenden Charakter verleiht. „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Hagen und Brettorf dürften vorneweg marschieren. Von den anderen sechs Mannschaften schätze Armstorf mit am schwächsten ein, deshalb ist es umso wichtiger für uns zu gewinnen“, erläutert Albrecht.

Zwei Personalien stimmen den 28-Jährigen zuversichtlich, dass seine Mannschaft unterm Hallendach nicht dasselbe Schicksal ereilt wie unter freiem Himmel. Albrechts Hoffnungen sind vor allem eng mit dem Namen Christoph Johannes verknüpft. Der routinierte Schlagmann kämpft seit rund zwei Jahren mit hartnäckigen Knieproblemen, deretwegen er die vergangene Feldsaison komplett verpasste. Sogar das Karriereende stand im Raum. „Aber inzwischen hat Christoph die Beschwerden ganz gut im Griff“, berichtet Albrecht. Sein langjähriger Weggefährte will es jetzt nochmal wissen und wagt das Comeback. Allerdings muss sich Johannes offenbar erst wieder an die Belastung gewöhnen, denn beim Vorbereitungsturnier in Brettorf, wo der ASV das Viertelfinale erreichte, hatte der Angreifer Schwierigkeiten bei frontal geschlagenen Bällen. „Es wäre gut, wenn Christophs Schulter mitmacht und er uns als zusätzliche Alternative zur Verfügung stehen würde“, hofft Albrecht.

Weitere Unterstützung erhält der Weltmeister durch Nils-Christoffer Carl. Johannes’ ehemaliger Angriffspartner leitet inzwischen bisweilen das Training und „wird auch größtenteils bei den Spielen dabei sein, damit ich mich mehr auf meine Aufgaben auf dem Feld konzentrieren kann“, erläutert Albrecht. Bei aller Freude über das Engagement der Routiniers Johannes und Carl hat Albrecht aber auch die Jugend im Blick. Er will die U 18-Akteure Ole Wilke (Angriff), Anton Brod (Abwehr) und Luc Tran (Mitte) an den Herrenbereich heranführen.

„Wir hatten in der Feldsaison viele gute Ansätze. Die Abwehr stand ganz ordentlich. Allerdings müssen wir im Angriff gerade aus der Angabe heraus mehr Druck erzeugen“, sagt Albrecht.

DFBL versucht Rückkehr zur Normalität

Die Feldrunden 2020 und 2021 waren stark verkürzt, die Hallensaison 2020/2021 fiel der Coronapandemie gleich ganz zum Opfer. In diesem Winter versucht die Deutsche Faustball-Liga (DFBL) eine Rückkehr zur Normalität. In den beiden Erstliga-Staffeln der Männer gibt es eine Hin- und Rückrunde. Gespielt wird auf fünf Gewinnsätze. Die drei erstplatzierten Mannschaften aus dem Süden und die beiden Besten aus dem Norden qualifizieren sich für die deutsche Meisterschaft am 12. und 13. März in der Hagener Krollmann-Arena, wie die traditionsreiche Ischelandhalle inzwischen heißt. DM-Gastgeber TSV Hagen 1860 hat bei der Endrunde einen Ausrichterfreiplatz.

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