Jörg Rademacher hat mit dem Handball-Oberligisten TV Neerstedt ehrgeizige Ziele

„Prämisse ist die dritte Liga“

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Trainer Jörg Rademacher (v.r.) und die Neuzugänge Ole Goyert, Marcel Tytus, Matthias Hüsener und Marcel Reuter wollen den Handball-Oberligisten TV Neerstedt voranbringen.

Sven Marquart - Frischer Wind beim TV Neerstedt: Beinahe täglich bittet der neue Coach Jörg Rademacher die Oberliga-Handballer derzeit zum Training. „Er scheint was vorzuhaben“, meint Eike Kolpack und grinst vielsagend. Trotz der hohen Belastung ist dem Rückraum-Shooter das Lachen noch nicht vergangen. „Es macht Spaß!“, betont Kolpack.

In den Einheiten konfrontiert Rademacher seine Schützlinge mit „Übungen, die ich vorher noch nie gemacht habe“, berichtet Kolpack. Plötzlich spüre er „Muskeln, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe“. Nicht umsonst gilt Rademacher in der Szene als akribischer Arbeiter, der viel Wert auf körperliche Fitness legt.

Nachdem der B-Lizenzinhaber in der Saison 2012/2013 beim Drittligisten HSG Varel-Friesland abgelöst worden war, schob er eine Pause ein. „Das war ganz gut, um runterzukommen“, findet der 48-Jährige. Zwar gab es immer wieder Anfragen, doch die lehnte er allesamt ab – bis Neerstedts Handballabteilungsleiter Friedel Schulenberg anklopfte.

Mit den Grün-Weißen hat der Ex-Profi ehrgeizige Ziele: , bekräftigt Rademacher. Nicht sofort, aber später. Denn obwohl noch nicht einmal die Spielzeit 2015/2016 begonnen hat, ist er „gedanklich schon ein Jahr weiter“. In seiner Premierensaison beim Vorjahresvierten möchte der Bad Zwischenahner erneut „oben mitspielen – keine Frage!“ Der Aufstieg sei aber (noch) Utopie: „Es gibt Mannschaften, die weiter sind als wir.“

Um ernsthaft mit Teams wie dem SV Beckdorf, der HSG Barnstorf/Diepholz und dem VfL Edewecht konkurrieren zu können, müssten zunächst „gewisse Sachen“ geändert und verbessert werden. Dazu gehöre neben viel Fleiß auch ein neues wirtschaftliches Konzept. Näher ins Detail gehen will Rademacher nicht.

Auch wenn der „Magdeburger Jung’“ mit großen Ambitionen in Neestedt antritt, dämpft er zunächst die Erwartungen. „Wir dürfen die Euphorie nicht zu hoch treiben! Bis Weihnachten werden wir sicherlich brauchen, um das Spielsystem reinzukriegen“, erläutert Rademacher, der dem Publikum einen „attraktiven, schnellen Handball“ bieten will. Um dieses Ziel zu erreichen, wird viel Schweiß fließen. „Ich bin ein Verfechter von Athletik. Die Spieler müssen fit sein.“

Das gilt auch für die vier Neuzugänge. Vom Landesligisten HSG Stedingen kommt Marcel Tytus, der „eigentlich schon mit dem Handball aufhören“ wollte, dann aber Rademachers Lockruf folgte. Der 27-Jährige ist gelernter Kreisläufer. „Aber Rückraummitte und Linksaußen gehen auch.“ Der Delmenhorster Ole Goyert kehrte „aus persönlichen Gründen“ vom Landesligisten TS Hoykenkamp nach Neerstedt zurück, um dort „noch leistungsorientierter“ zu spielen. Der 23-Jährige kommt für die Mittelposition und den linken Flügel infrage. Für Rechtsaußen ist Marcel Reuter eingeplant. Auch der 18-Jährige trug vor seinem Engagement beim A-Jugend-Bundesligisten HC Bremen bereits das Neerstedter Trikot.

Er sei „schon immer ein sehr ehrgeiziger Spieler“ gewesen, erzählt Matthias Hüsener. Der Rückraumlinke hatte nach dem Abstieg mit dem TvdH Oldenburg „Bock, noch mal richtig in der Oberliga durchzustarten“. Der 26-Jährige aus Ibbenbüren entschied sich für den TV Neerstedt: „Das war für mich schon immer ein sympathischer Verein.“

„Ich habe volles Vertrauen zu den Jungs. Ich wollte sie alle haben. Trotzdem müssen wir den Neuen Zeit geben, sich einzugewöhnen – je schneller das funktioniert, desto besser“, erläutert Rademacher. Er habe jedenfalls „eine gute Mischung“ aus erfahrenen und jungen Leuten beisammen. Nun hätte der neue Coach gern noch einen weiteren Linkshänder – bislang ist Marcel Reuter der einzige im Kader. „Leute, die was erreichen und an ihre Grenzen gehen wollen, sind bei mir immer willkommen“, sagt Rademacher.

Friedel Schulenberg ist überzeugt, den passenden Nachfolger für das Trainerduo Dag Rieken und Kai Freese gefunden zu haben: „Ich bin sehr froh, dass wir Jörg verpflichten konnten – wir werden alle sehr viel Spaß haben.“

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