Wildeshauser wartet vergeblich auf BVC-Angebot – und wechselt nach Oythe

Janek Jacobs geht als Letzter

Kein Wiedersehen: Nach seinem Wechsel vom BV Cloppenburg zum VfL Oythe entfallen für Janek Jacobs (r.) in der Landesliga-Saison 2020/2021 die Duelle mit seinem Ex-Club VfL Wildeshausen um seinen früheren Mitspieler Maximilian Seidel (l.).
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Kein Wiedersehen: Nach seinem Wechsel vom BV Cloppenburg zum VfL Oythe entfallen für Janek Jacobs (r.) in der Landesliga-Saison 2020/2021 die Duelle mit seinem Ex-Club VfL Wildeshausen um seinen früheren Mitspieler Maximilian Seidel (l.).
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Wildeshausen – Einmal in Gang gesetzt, ließ sich die Abwanderungswelle nicht mehr stoppen. Ein Spieler nach dem anderen kehrte dem Fußball-Landesligisten BV Cloppenburg den Rücken. Selbst eine Identifikationsfigur wie Kristian Westerveld hielt es nach elf Spielzeiten im Zebratrikot nicht mehr an der Friesoyther Straße – der langjährige BVC-Kapitän heuerte als spielender Co-Trainer beim Bezirksligisten SV Molbergen an. Am Ende war schließlich nur noch ein Akteur übrig: Janek Jacobs. „Ich kenne keinen weiteren Spieler außer mir, der noch beim BVC unter Vertrag stand“, sagt der aus Wildeshausen stammende Flügelstürmer.

Trotz der prekären Situation und der Ungewissheit, ob und wie es beim in großen finanziellen Schwierigkeiten steckenden Club sportlich weitergeht, hätte sich Jacobs vorstellen können, beim BVC zu bleiben. „Ich habe immer gewartet, aber es kam kein Angebot“, berichtet der 26-Jährige. Dafür hatten einige andere Landesligisten ihre Fühler nach dem flinken Außenangreifer ausgestreckt. „Friesoythe und Essen haben angefragt“, erzählt Jacobs. Und ganz sicher wäre auch sein Heimatverein VfL Wildeshausen nicht abgeneigt gewesen, den im Sommer 2016 verlorenen Sohn in den Krandel zurückzuholen. Doch es wurde: der VfL Oythe.

Beim Vechtaer Stadtteilclub ist Jacobs ebenfalls kein Unbekannter, schließlich kickte er bereits in der Saison 2018/2019 für den damaligen Oberliga-Aufsteiger (16 Einsätze/zwei Treffer). Doch damals lief es an der Hasenweide für den Blondschopf überhaupt nicht rund. „Ich habe mir gleich im zweiten Saisonspiel einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Es hat ewig gedauert, bis der ausgeheilt war. Und in der Rückrunde hatte ich dann gleich den nächsten Faserriss. Dazu der Abstiegskampf – das war kein schönes Jahr“, erinnert sich Jacobs nur ungern, sagt aber auch: „Es war nicht alles schlecht.“ Nun freut er sich auf sein „Comeback“. In der neuen Serie will er „den Spaß am Fußball wiederfinden“ und beweisen, dass er es besser kann.

Auch nachdem er sich 2019 wieder dem BV Cloppenburg angeschlossen hatte, ist der Kontakt zum VfL Oythe nicht abgerissen. Innenverteidiger Marcel Hesselmann kennt er bereits aus Wildeshauser Zeiten. Mit Dustin Beer und Jan Ostendorf, die wie er in Cloppenburg wohnen, kann er künftig eine Fahrgemeinschaft bilden. Aber auch VfL-Coach Raphael Dornieden habe sich sehr um ihn bemüht, sagt Jacobs. „Was ,Rapha‘ macht, hat alles Hand und Fuß. Er ist ein junger Trainer, der modern arbeitet und mit flexiblen Varianten und Formationen spielen lässt. Das passt!“, ist Jacobs überzeugt.

Auch wenn der VfL Oythe in Stammkeeper Willi Heise, Abwehrchef Fabian Meyer, Allrounder Dennis Jex und Torjäger Tim Wernke vier wichtige Leistungsträger verloren hat, glaubt Jacobs, dass sein neues Team in der kommenden Saison eine gute Rolle spielen wird. Als Favoriten in der Staffel nennt er Vizemeister SC Melle 03 und den SV Holthausen-Biene. Hinzu kommen in Mühlen, Dinklage und Voxtrup „drei eklige Gegner, die über den Kampf kommen“. Aber auch die Aufgabe gegen den FC Schüttorf 09 werde schwierig. „Und Union Lohne hat sich hochkarätig verstärkt.“

Da der VfL Oythe mit den anderen Mannschaften aus dem Kreis Vechta sowie den Teams aus Osnabrück und der Graftschaft Bentheim in der Landesliga-Südstaffel spielt, wird es für Jacobs in der neuen Saison kein Wiedersehen mit seinen Ex-Clubs Cloppenburg und Wildeshausen geben. Beide wurden in die Nordstaffel eingruppiert. „Schade, das wären schöne Duelle gewesen“, bedauert Jacobs: „Dann vielleicht im nächsten Jahr.“

Bis dahin wird der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der bei einer Cloppenburger Spedition für die IT verantwortlich ist, weiterhin mit Interesse verfolgen, was sich beim BVC tut. Schließlich wohnt er mit seiner Frau und seinem knapp drei Wochen alten Sohn nur 500 Meter vom Stadion entfernt. „Die Entwicklung tut weh“, sagt Jacobs. Schließlich fühlt er sich „pudelwohl“ in der Stadt, und der BVC sei inzwischen so etwas wie eine sportliche Heimat für ihn geworden. Deshalb war er auch im vergangenen Winter als einer von wenigen Spielern geblieben, als die erste Abwanderungswelle einsetzte. „Ich wollte den Verein nach nur einem halben Jahr nicht schon wieder verlassen“, erläutert Jacobs.

Aber jetzt ist auch er weg, und der Club steht ohne Mannschaft da. Um einen konkurrenzfähigen Kader auf die Beine zu stellen, hat der BVC in Jacobs’ Augen „nur eine einzige Chance: Weil der Verein keinen guten Ruf mehr hat, muss er auf Legionäre setzen“.

Von Sven Marquart

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