Ex-Wildeshauser unterschreibt bis 2023

Jan Lehmkuhl bleibt länger in Melle

Jan Lehmkuhl (hier noch im Trikot des VfL Wildeshausen) nimmt Anlauf zum Strafstoß.
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Übernimmt Verantwortung: Jan Lehmkuhl (hier noch im Trikot des VfL Wildeshausen) beim Strafstoß.

Jan Lehmkuhl stand beim Fußball-Landesligisten SC Melle 03 ohnehin noch bis zum 30. Juni 2022 im Wort. Trotzdem unterschrieb der Ex-Wildeshauser beim Tabellenzweiten jetzt bis 2023.

  • Jan Lehmkuhl hat dem Fußball-Landesligisten SC Melle 03 jetzt bis zum 30. Juni 2023 die Treue geschworen.
  • Eine Rückkehr zum VfL Wildeshausen kommt für den 28-Jährigen zumindest vorerst nicht infrage.
  • Auch Angebote aus der Westfalenliga lehnte der Mittelfeldspieler ab.

Wildeshausen – Als Jan Lehmkuhl neulich seine unter ihm wohnende Nachbarin traf, hatte er ein schlechtes Gewissen. Seit einiger Zeit halten sich der 28-Jährige und seine Teamkollegen vom Fußball-Landesligisten SC Melle 03 coronakonform mit Cybertraining fit. Pro Woche stehen zwei Zoom-Meetings auf dem Programm. Immer sind zwei Spieler für das Workout zuständig: einer für den Oberkörper, einer für die Beine. „Wenn du im zweiten OG wohnst, ist es natürlich schwierig, den Nachbarn nicht auf die Nerven zu fallen“, sagt Jan Lehmkuhl. Der wöchentliche Lauf, den er seinem Coach Roland Twyrdy über die Runtastic-App nachweisen muss, birgt weniger Konfliktpotenzial.

Kameradschaftsgefühl geht verloren

Den Mellern geht es wie wohl fast allen Amateurkickern. „Mittlerweile ist die Pause extrem lang, und keiner weiß, wann es wieder losgeht“, bestätigt Jan Lehmkuhl. Er vermisst nicht nur die Spiele, sondern auch das Kameradschaftsgefühl. Der Klein Henstedter war erst im vergangenen Sommer vom VfL Wildeshausen zum Sportclub zurückgekehrt, dessen Trikot er bereits von 2017 bis 2019 getragen hatte.

Zu Hause hui, auswärts pfui

Sein Einstand war vielversprechend. Nach sechs Spielen ist der SCM als einziges Team der Südstaffel noch ungeschlagen. Jan Lehmkuhl gehörte in sämtlichen Begegnungen zur Startformation. Als Arbeitsnachweis stehen für den laufstarken Mittelfeldspieler bei 500 Einsatzminuten zwei Treffer und drei Vorlagen zu Buche. „Die Heimspiele waren – abgesehen vom 3:2 gegen Voxtrup – ganz gut. Die Auswärtsspiele waren deutlich schwächer“, erinnert sich Jan Lehmkuhl. Nach den beiden Siegen gegen Oythe (1:0) und Schüttorf (6:1) im Oktober wurde der Spielbetrieb ausgesetzt.

Oberliga ist in Melle durchaus ein Thema

„Wir haben uns gute Chancen ausgerechnet, ganz oben mitzumischen. Wir reden intern schon darüber, dass wir gerne aufsteigen würden“, erzählt Jan Lehmkuhl. Zwar ist momentan nicht abzusehen, ob, wann und wie die Saison fortgesetzt wird, trotzdem sieht der in Osnabrück arbeitende und lebende Polizeikommissar seine sportliche Zukunft weiter in Melle. Obwohl er bei seinem Wechsel aus Wildeshausen gleich für zwei Spielzeiten zugesagt hatte, unterschrieb Jan Lehmkuhl vor wenigen Tagen eine Vereinbarung, die ihn nun bis zum 30. Juni 2023 an den SCM bindet. „Die Zusage war alternativlos“, unterstreicht er.

VfL-Coach Bragula versucht es gar nicht erst

Dabei gab es durchaus andere Optionen. Die Westfalenligisten SC Peckeloh und SC Herford hatten ihre Fühler nach ihm ausgestreckt. „Das Angebot aus Peckeloh habe ich mir mal angehört. Ich hatte gute Gespräche mit dem Trainer und Betreuer, aber 40, 50 Minuten Fahrt sind mit meinem Schichtdienst schwer zu koordinieren“, erläutert Jan Lehmkuhl. Aus diesem Grund hatte er sich auch aus Wildeshausen verabschiedet. VfL-Coach Marcel Bragula suchte deshalb auch gar nicht erst den Kontakt zu seinem ehemaligen Schützling, um ihn von einem dritten Engagement in der Kreisstadt zu überzeugen. „Das Kapitel ist vorerst beendet. Das hatte Jan deutlich kommuniziert. Aber natürlich sind wir weiter gut befreundet“, betont Bragula.

Sehnsuchtsort Krandel

Der Krandel ist und bleibt für Jan Lehmkuhl „einer der angenehmsten Orte, wo man Fußball spielen kann“. Zudem trägt sein Zwillingsbruder Ole weiterhin das rot-weiße VfL-Trikot. Gute Argumente. Trotzdem verschwenden Jan Lehmkuhl und seine Freundin Hanna Hübner, die als Lehrerin in Damme arbeitet, „noch keine ernsthaften Gedanken“ an eine Rückkehr in die alte Heimat. „Es müsste beruflich passen. Zurzeit kann ich mir keinen Wechsel vorstellen“, erklärt Jan Lehmkuhl. Zumal er in Osnabrück auch verständnisvolle Nachbarn hat . . .

Twyrdy und Drobeck haben schon 17 Zusagen

Beim Fußball-Landesligisten SC Melle 03 sind Teammanager Detlev Drobeck und Trainer Roland Twyrdy intensiv mit der Kaderplanung für die Saison 2021/2022 beschäftigt. Ihr Ziel ist es, den aktuellen Kader weitgehend zusammenzuhalten. Neben dem Ex-Wildeshauser Jan Lehmkuhl haben auch die Torhüter Florian Munz (31/Kapitän) und Nils Radke (25), Verteidiger Rene Heitkamp (24), die Mittelfeldspieler Damian Hülsmann (27) und Jonas Strehl (28) sowie Angreifer Maik Emmrich (19) gleich bis zum 30. Juni 2023 zugesagt. Keeper Christoffer von Rekowski (31), die Abwehrspieler Lars Martinetz (26), Jannik Reineke (26) und Konstantin Strohmeyer (30), die Mittelfeldakteure Maurice Pörschke (21), Jonne Fischer (25) und Daniel Otto (20) sowie die Stürmer Dennis Greiff (27), Robin Flechsig (19) und Yakup Akbayram (29) haben sich bis zum 30. Juni 2022 an den Sportclub gebunden. Bei den übrigen Spielern des jetzigen Aufgebots muss laut Teammanager Tobias Brockmeyer noch abgewartet werden, ob schulische oder berufliche Veränderungen ihren Verbleib in Melle möglich machen. „Außerdem haben wir auch schon Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt und werden in den nächsten Wochen die ersten neuen Spieler präsentieren können“, schreibt Brockmeyer auf der Internetseite des SCM.

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