Abbruch der Dartsaison hat für Wildeshauser Lars Erkelenz nicht nur Nachteile

Ein Jahr länger Weltmeister

Ausgebremst: Der Wildeshauser Lars Erkelenz und seine Teamkollegen vom DC Vegesack hatten in der Darts-Bundesliga gerade Fahrt aufgenommen. Foto: Marquart

Wildeshausen –  Der achte Stern auf den Dartshirts muss warten: Zumindest in diesem Jahr kann der siebenfache deutsche Mannschaftsmeister DC Vegesack um den Wildeshauser Lars Erkelenz seiner Titelsammlung keine weitere Trophäe hinzufügen. Aufgrund der Coronapandemie beschloss das Präsidium des Deutschen Dart-Verbandes (DDV) während einer dreistündigen Telefonkonferenz, die Saison 2019/2020 abzubrechen. Betroffen sind neben der Bundesliga mit Aufstiegs- und Endrunde auch die Pokalwettbewerbe sowie das German Masters.

„Wir haben uns die Entscheidung sehr schwer gemacht. Aber unter Abwägung aller derzeit vorliegenden Erkenntnisse kann es nur diese Lösung geben. Die Gesundheit unserer Sportlerinnen und Sportler, Betreuer, Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre und Fans steht über allem. Zudem geht es um Planungssicherheit für alle Beteiligten, um Kosten zu vermeiden. Es ist derzeit völlig unrealistisch, dass in wenigen Wochen wieder normal Sport getrieben werden kann“, wird DDV-Präsident Michael Sandner in einer Verbandsmitteilung zitiert.

„Ich denke, das ist die richtige Entscheidung“, stimmt Erkelenz zu. Die Spieler hätten an der Scheibe zwar Platz genug, um den erforderlichen Sicherheitsabstand einzuhalten und könnten auf das obligatorische Handshake verzichten. Doch damit sei es nicht getan. Denn an Bundesliga-Spieltagen tummeln sich im Spiellokal neben drei Teams mit insgesamt 30 bis 40 Aktiven auch noch etwa 30 bis 50 Zuschauer. „Dadurch wird die Ansteckungsgefahr zu groß“, erläutert Erkelenz.

Aus sportlicher Sicht bedauert der 38-Jährige das plötzliche Saisonaus. Verständlich. Denn nach holprigem Start war der DC Vegesack immer besser ins Rollen gekommen. Am letzten Spieltag vor dem Saisonabbruch hatte der deutsche Rekordmeister den Tabellenführer DC Bulldogs Wolfenbüttel mit 9:3 abgewatscht und den Rückstand zum Spitzenreiter auf einen Zähler eingedampft. Bis dahin stand für Erkelenz in Einzel und Doppel jeweils eine 4:2-Bilanz zu Buche.

Bei der DM-Endrunde am 23. und 24. Mai in Flensburg wären die Nordbremer wieder ein heißer Titelkandidat gewesen. Doch der Trip an die Förde ist nun ebenso geplatzt wie die Reise nach Las Vegas zum World Cup of Darts. Auch Erkelenz’ Frau Kristina wäre für die Weltmeisterschaft im Soft-Tip, der elektronischen Dartvariante qualifiziert gewesen. „Erst kam das Einreiseverbot für die USA, dann wurde der World Cup komplett abgesagt“, berichtet Lars Erkelenz. Ein Gutes hat der WM-Ausfall für ihn allerdings. „Dadurch darf ich mich ein weiteres Jahr Weltmeister nennen“, erklärt der kaufmännische Angestellte. 2019 hatte er in Las Vegas die DYP-Konkurrenz („Draw your partner“) gewonnen, eines von unzähligen Turnieren, die im Rahmen des World Cups ausgetragen werden.

Obwohl der Huntestädter aktuell genug Zeit dazu hätte, perforiert er die Dartscheibe im heimischen Wohnzimmer jedoch nur höchst selten. „Ich bin relativ trainingsfaul“, gesteht Erkelenz. „Ich stelle mich vielleicht mal fünf Minuten ans Board und werfe ein paar Pfeile. Aber ich lege sie auch schnell wieder weg.“ Stattdessen ist er momentan viel mit dem Fahrrad unterwegs. Ein Angelnachmittag am Annasee war nicht von Erfolg gekrönt – den Fisch fing Erkelenz stattdessen in der Kühltruhe.

Unterdessen beabsichtigt das DDV-Präsidium, die Saison 2020/2021 im September regulär zu beginnen, sofern es die Lage erlaubt. In der Bundesliga sollen dann exakt dieselben Teams an den Start gehen wie in der Serie 2019/2020. Es gibt somit keine Auf- und keine Absteiger. „Hauptsache, es bleiben alle gesund. Irgendwann wird’s schon weitergehen“, meint Lars Erkelenz.  mar

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