Wildeshauser Nikolauslauf abgesagt / Aufwand und Coronarisiko zu groß

Iverssen: „Lieber einmal verzichten“

Aktuell undenkbar: Beim Start des 27. Wildeshauser Nikolauslaufs im vergangenen Jahr herrschte dichtes Gedrängel.
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Aktuell undenkbar: Beim Start des 27. Wildeshauser Nikolauslaufs im vergangenen Jahr herrschte dichtes Gedrängel.

Wildeshausen – Der Wildeshauser Nikolauslauf hätte seinen Namen in diesem Jahr absolut verdient gehabt. „Es hätte genau gepasst“, bestätigt Organisator Torsten Iverssen. Erstmals seit 2015 wäre der Lauf tatsächlich wieder auf den Nikolaustag gefallen. Wäre. Konjunktiv. Denn am zweiten Advent werden sich keine Menschen mit roten Zipfelmützen auf dem Kopf vor dem Start beim Bootsanleger am Hunteufer drängeln, gibt es keinen Stau im Zielbereich vor der Wallschule und keine Menschenansammlung an der Getränkeausgabe. Coronabedingt entfällt der Traditionslauf in diesem Jahr. Die 28. Auflage wird es frühestens 2021 geben.

„In der derzeitigen Situation geht es einfach nicht. Und eine Veranstaltung mit Auflagen kommt für mich nicht infrage. Deshalb setzen wir jetzt einmal aus und sehen uns hoffentlich nächstes Jahr alle wieder“, begründet Torsten Iverssen. Natürlich hatte er ausgelotet, ob es nicht doch machbar gewesen wäre, die Serie aufrechtzuerhalten. „Bisher ist der Nikolauslauf noch nie ausgefallen“, betont Torsten Iverssen. In seiner jetzigen Form feierte der Lauf 1993 Premiere und hat seitdem einen festen Platz im Wettkampfkalender vieler Ausdauersportler erobert. „Vorher hatte der Wassersportverein Wildeshausen schon einen Nikolauslauf am Pestruper Gräberfeld ausgerichtet“, erinnert sich Torsten Iverssen. Inzwischen zeichnet das Lauf-Team Wildeshausen für die Organisation verantwortlich.

Noch vor dem aktuellen Lockdown hatte sich Torsten Iverssen beim Gesundheitsamt informiert, unter welchen Bedingungen der Nikolauslauf stattfinden könnte. Doch selbst wenn ab Dezember wieder Amateursport in größeren Gruppen erlaubt sein sollte, stand für ihn schnell fest: „Der Aufwand ist viel zu groß.“ Außerdem will er auf keinen Fall das Risiko eingehen, dass sich womöglich jemand mit dem Coronavirus infiziert. „Dann brauchen wir nie wieder eine Veranstaltung zu machen“, fürchtet er.

In den vergangenen Jahren gingen stets mehr als 300 Laufbegeisterte auf die drei angebotenen Strecken: den Zwei-Kilometer-Schülerlauf, die 6,4-Kilometer-Mitteldistanz und den 12,5 Kilometer langen Hauptlauf. Hinzu kommen noch zahlreiche Helfer und Zuschauer. „Aber die will ich auf keinen Fall gefährden“, bekräftigt Torsten Iverssen. Größtes Problem sei es, die nötigen Sicherheitsabstände im Start- und Zielbereich sowie am Verpflegungsstand zu gewährleisten.

Immerhin hatte das Organisationsteam noch nicht mit den Vorbereitungen begonnen. Durch die rechtzeitige Absage war keine Arbeit für die Tonne. „Enttäuschung gibt es nicht! Ich sehe es positiv: Lieber verzichten wir einmal, und es passiert nichts, als dass wir eine abgespeckte Version anbieten, und es geht nach hinten los“, erklärt Torsten Iverssen. Durch die positiven Rückmeldungen aus der Helfercrew sieht er sich bestätigt: „Man merkt, dass die Entscheidung richtig war, auch wenn wir gerne Zeit investieren, damit andere Spaß und Freude haben.“

Je nach Verlauf der Pandemie wird es nun mindestens bis Sonntag, 5. Dezember 2021, dauern, ehe die Nachfolger der Vorjahressieger Christoph Paetzke (DSC Oldenburg/12,5 Kilometer), Michel Arlinghaus (VfL Wildeshausen/6,4 Kilometer) und Maximilian Haakmann (TV Cloppenburg/2 Kilometer) ermittelt werden. „Einen Zwischenlauf wird es nicht geben“, erläutert Torsten Iverssen. Der 44-Jährige empfiehlt allen Läuferinnen und Läufern stattdessen, „schön weiterzutrainieren, in der Hoffnung, dass wir bald wieder irgendwo zusammen laufen können“. Doch auch ihm ist natürlich klar, „dass es ohne Ziel schwierig ist, sich zu motivieren“. Deshalb hat Torsten Iverssen sein eigenes Trainingspensum reduziert.

Von Sven Marquart

Sendepause: Das Megafon kann Torsten Iverssen weiter im Schrank lassen.

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