VfL Wildeshausen

Sebastian Bröcker: „Immer wieder Schmerzen“

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Lange ist’s her: Sebastian Bröcker im Trikot des VfL Wildeshausen

Verletzungsbedingt fehlt Sebastian Bröcker dem Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen nun schon seit zehn Monaten. Inzwischen denkt der 29-jährige Mittelfeldspieler sogar ans Aufhören.

Wildeshausen – Heftige Windböen und eisiger Regen fegten über den Kunstrasenplatz am Immerweg. Die dicke Thermojacke und die rote Wollmütze hatten also Berechtigung. Sebastian Bröcker hätte die Winterbekleidung trotzdem liebend gerne gegen kurze Hosen und ein Trikot eingetauscht. Doch während seine Teamkollegen vom Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen im Test gegen den TSV Ganderkesee (9:1) den letzten Formcheck vor dem Punktspielauftakt beim SV Union Lohne absolvierten, blieb Sebastian Bröcker nur die Zuschauerrolle. Wieder einmal. Denn in den vergangenen Monaten hatte der 29-Jährige einen Stammplatz an der Seitenlinie.

Sebastian Bröcker muss nicht lange überlegen, wann er zum bisher letzten Mal für die Krandel-Kicker auf dem Feld stand: Es war am 14. April vergangenen Jahres im Derby beim VfL Stenum (3:2). „René Tramitzke hat damals in der Nachspielzeit unser Siegtor erzielt“, erinnert sich der Mittelfeldspieler. Wenige Wochen später war er dann nur noch dabei statt mittendrin. Hartnäckige Beschwerden an der Achillessehne setzen den Linksfuß mittlerweile seit zehn Monaten außer Gefecht. Und ein Ende seiner Leidenszeit ist momentan nicht in Sicht.

An dreimaliges Fußballtraining pro Woche ist nicht zu denken. Allenfalls 20, 25 Minuten joggen sind drin. „Dann fangen die Schmerzen wieder an“, berichtet Sebastian Bröcker. Von der Ferse ziehen sie die Wade hinauf bis ins Knie. Warum? Diese Frage konnte ihm bis heute kein Mediziner präzise beantworten. Auch ein MRT brachte keinen Aufschluss. Werder Bremens ehemaliger Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski verordnete dem Wildeshauser eine Stoßwellentherapie, die zunächst anzuschlagen schien. „Die Schmerzen waren wie weggeblasen, aber nach dem Training waren sie sofort wieder da“, erzählt Sebastian Bröcker. Auch an eine Operation hat er schon gedacht. Aber dafür bräuchte es erstmal eine genaue Diagnose. Stattdessen schwebt er im Ungewissen – ein höchst ungutes Gefühl.

Seit Monaten bleibt dem Mittelfeldspieler nur noch die Zuschauerrolle.

„Fußball fehlt mir auf jeden Fall. Am liebsten würde ich sofort wieder spielen“, bekräftigt Sebastian Bröcker. Während der Vorbereitung auf die laufende Saison wagte er die Rückkehr auf den Rasen. Das Resultat: „Immer wieder Schmerzen.“ Seine Leichtathletikprüfung an der Hochschule Vechta bestand Sebastian Bröcker mit Ach und Krach. „Ich bin froh, dass ich die Prüfung durchziehen konnte und kein Jahr verloren habe“, erklärt der gelernte Dachdecker, der inzwischen Sport und Deutsch auf Lehramt studiert und demnächst seine Bachelorarbeit in Angriff nimmt.

Den regelmäßigen Gang zum Training spart sich Sebastian Bröcker seit einiger Zeit. Selbstschutz. „Dafür juckt es zu sehr in den Füßen“, sagt er. Bei den Spielen, Mannschaftsfahrten und Teamabenden ist er hingegen weiter dabei. „Ich bin schon noch integriert“, meint Sebastian Bröcker und lächelt.

Doch wie lange noch? Sollten die Beschwerden weiter anhalten, wird er seine Stollenschuhe nach der Saison 2019/2020 wahrscheinlich an den Nagel hängen. Über diesen Entschluss hat Sebastian Bröcker, der im Sommer 2015 vom Kreisligisten TV Dötlingen in den Krandel gewechselt war, die VfL-Verantwortlichen und seine Mitspieler bereits vor einigen Wochen informiert. Irgendwo unterklassig mit weniger Trainingsaufwand zu kicken, kommt für ihn jedenfalls nicht infrage. „Entweder beim VfL Wildeshausen oder gar nicht“, unterstreicht Sebastian Bröcker.

Dessen Schicksal lässt auch Patrick Meyer nicht kalt. „Das ist unfassbar bitter!“, bedauert der Co-Trainer. „Ich kenne ,Sebi‘ seit anderthalb Jahren. Er ist ein toller Kerl. Und wenn er fit wäre, wäre er ein absoluter Startelfkandidat.“ Besonders durch seine Schnelligkeit und Ballsicherheit könnte Sebastian Bröcker das Wildeshauser Spiel bereichern. „Es bringt nichts zu sagen: Jetzt mach mal! Aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass ihm ein Arzt die richtige Diagnose geben kann“, macht Patrick Meyer seinem Schützling Mut. Das Trikot mit der Rückennummer sechs wird aber auch am Sonntag nicht benutzt. Sebastian Bröcker bleibt in Lohne wieder nur die Zuschauerrolle.

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