TV Brettorf hat seine erste A-Nationalspielerin

Ida Hollmann und Michaela Grzywatz für Faustball-WM nominiert

Faustball-Nationalspielerin Ida Hollmann erwartet die gegnerische Angabe.
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Erste A-Nationalspielerin des TV Brettorf: Ida Hollmann debütierte beim 4:0 über die Schweiz.

Brettorf/Ahlhorn – Es ist eine Premiere in der 108-jährigen Geschichte des TV Brettorf: Erstmals wird eine Faustballerin des Vereins mit der Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft der Frauen teilnehmen. Nach dem Lehrgang des deutschen A-Kaders im schwäbischen Ditzingen berief Bundestrainerin Silke Eber Abwehrspielerin Ida Hollmann in ihr zehnköpfiges WM-Aufgebot. In Michaela Grzywatz vom Ahlhorner SV fährt noch eine weitere Faustballerin aus dem Landkreis Oldenburg zu den Titelkämpfen im österreichischen Grieskirchen (28. bis 31. Juli).

Für Ida Hollmann war die Nominierung der Höhepunkt eines aufregenden Wochenendes. Am Freitag stand die 20-Jährige zum ersten Mal für das Frauennationalteam auf dem Spielfeld und feierte im Testländerspiel gegen die Schweiz ihr Debüt. Beim 4:0 (11:6, 11:6, 11:3, 11:7)-Erfolg wurde die Abwehrspielerin im dritten Satz eingewechselt. „Es war für mich das erste offizielle Spiel seit fast einem Jahr überhaupt. Da war die Freude natürlich doppelt groß“, erzählt Ida Hollmann. Die Nervosität sei nicht allzu groß gewesen, als sie die ersten Bälle annehmen musste. „Ich war nach den harten Schlägen unserer Angreiferinnen im Training sehr gut vorbereitet und konnte befreit aufspielen.“

Insgesamt sechs Trainingseinheiten standen von Donnerstag bis Sonntag auf dem Programm. Bundestrainerin Silke Eber und Co-Trainerin Eva Krämer sei es darauf angekommen, alle 14 Akteurinnen des Aufgebots möglichst viel beim Spielen zu sehen. „Das Wochenende war anspruchsvoll, hat aber Spaß gemacht. Es war eine tolle Atmosphäre“, berichtet Ida Hollmann, die 2016 und 2018 mit der U 18-Nationalmannschaft jeweils den WM-Titel gewonnen hatte.

Am Montag folgte dann die Nominierung in den WM-Kader. „Das Leistungsniveau lag sehr eng beieinander, man konnte sich überhaupt nicht sicher sein.“ Zumal die Brettorferin 2019 den Sprung auf den EM-Zug knapp verpasst hatte. Die Nervosität war somit groß, als sie am Montagvormittag auf die Nachricht der Bundestrainerin wartete. „Ich hatte gerade ein Online-Seminar in der Uni und habe ständig meine Mails aktualisiert“, berichtet die Lehramtsstudentin. Als sie in der eingehenden Mail dann ihren Namen im Aufgebot las, wusste sie nicht, wohin mit ihrem Glück. „Ich war unfassbar happy, aber konnte das ja während der Videokonferenz nicht so wirklich zeigen.“ Ein kleines Gefühlschaos – mit dem Ida Hollmann nach dieser tollen Nachricht aber nur allzu gut leben konnte.

Bestreitet ihre zweite Weltmeisterschaft: Michaela Grzywatz vom Ahlhorner SV.

Bereits über WM-Erfahrung bei den Frauen verfügt Michaela Grzywatz. Die Ahlhorner Abwehrspielerin gehörte bereits beim Gewinn des WM-Titels 2018 in Linz zum deutschen Aufgebot – blieb nach einer Verletzung im Abschlusstraining aber ohne Einsatz. Ein Jahr zuvor und ein Jahr darauf jubelte sie bei den Europameisterschaften in Calw und Tschechien ebenfalls ganz oben auf dem Podest. Nach der langen Coronazwangspause dürfte die Vorfreude auf ihre zweite WM riesig sein.

WM-Kader

Angriff: Henriette Schell, Stephanie Dannecker (beide TSV Calw), Sonja Pfrommer (TSV Dennach), Svenja Schröder (TV Segnitz)

Zuspiel: Anna-Lisa Aldinger (TSV Dennach), Hinrike Seitz (TV Jahn Schneverdingen)

Abwehr: Theresa Schröder, Luca von Loh (beide TV Jahn Schneverdingen), Ida Hollmann (TV Brettorf), Michaela Grzywatz (Ahlhorner SV)

Mieke Kienast führt deutsche U 18-Faustballerinnen bei Weltmeisterschaft als Kapitänin aufs Feld

Zeitgleich mit der Weltmeisterschaft der Frauen finden die WM-Titelkämpfe der U 18 in Grieskirchen statt. Mit Jordan Nadermann und Mieke Kienast haben es dabei zwei Talente vom Ahlhorner SV in den Kader der weiblichen U18 geschafft. Für Nadermann ist es dabei die erste Nominierung ins Nationalteam. „Es ist kaum zu realisieren, ich freue mich riesig“, sagt sie. Während der Trainingseinheiten in Segnitz habe der Fokus auf den spielerischen Elementen gelegen. „Wir hatten in Ahlhorn das Glück, recht früh wieder trainieren zu können – wenn auch nur in kleinen Gruppen oder zu zweit“, erzählt sie. Das habe geholfen, sich auf den Lehrgang vorzubereiten. „Jetzt war es natürlich toll, wieder in einer großen Gruppe zu trainieren.“ Das Leistungsniveau habe dabei sehr dicht beieinander gelegen. „Bis zur Nominierung wurde immer wieder betont, wie eng es bei uns im Angriff ist“, erzählt Nadermann. „Das war noch einmal eine Extramotivation für mich.“

Ihre Teamkollegin Mieke Kienast gehörte bereits beim Gewinn des EM-Titels 2019 zum deutschen U 18-Aufgebot. Die Lemwerderanerin wird das Team in Grieskirchen als Kapitänin aufs Feld führen. Bis dahin gibt es für alle Spielerinnen aber noch einige Hausaufgaben zu erledigen. „Jeder wird in dieser Woche noch einmal individuelle Aufgaben bekommen, an denen wir bis zur WM arbeiten sollen“, verrät Jordan Nadermann. Christin Hirsch und Merle Meves vom TV Brettorf verpassten die Nominierung.

Auch Ole Wilke (Ahlhorner SV) schaffte in der männlichen U 18 nicht den Sprung in den WM-Kader. Bundestrainer Kolja Meyer (Vaihingen/Enz) und Co-Trainer Tim Lemke (Brettorf) hatten den Kader in Wangersen zusammengezogen. Für Angreifer Wilke, der einer der jüngsten Akteure beim Lehrgang war, gibt es noch die Chance, an der Europameisterschaft 2022 und an der Weltmeisterschaft 2023 teilzunehmen.

Von Sönke Spille

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