Christian Kläner vom TV Brettorf fährt zu den World Games nach Kolumbien

„Ich würde mein Geld auf keine Nation verwetten“

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Christian Kläner vom TV Brettorf tauscht ab der nächsten Woche sein Vereins-Trikot ins deutsche Leibchen um. Der 29-Jährige führt als Kapitän die Deutsche Faustball-Nationalmannschaft bei den World Games im kolumbianischen Cali an.

Brettorf/Cali - Von Daniel Wiechert. Wer an Kolumbien denkt, dem fällt wohl zunächst der seit Jahren anhaltende, blutige Drogenkrieg oder der Konflikt zwischen den Farc-Rebellen und der Regierungsarmee ein. Doch Kolumbien kann auch anders. Als weltoffen und gastfreundlich möchte sich der Veranstalter der morgen beginnenden World Games in der Stadt Cali präsentieren. Faustballer Christian Kläner vom TV Brettorf ist dann mittendrin.

„Ich habe gehört, dass dort 16 000 Polizisten vor Ort sein sollen. Für Kolumbien ist so eine große Veranstaltung ja absolutes Neuland“, sagt Kläner. Der 29-Jährige betritt dagegen bei den World Games kein absolut neues Terrain. Bereits 2005 war er in Duisburg am Start und holte den dritten Platz. „Schon dort war das Flair besonders. Wann hat man schonmal die Chance, so viele Athleten aus anderen Sportarten treffen zu können?“, so Kläner.

Doch waren die World Games vor acht Jahren noch „vor der Haustür“, geht es für Kläner und seine Nationalmannschaftskollegen am Freitag auf eine knapp 9 000 Kilometer lange Reise Richtung Kolumbien. Ein Abenteuer sondergleichen: „Bei den World Games 2009 in Taiwan war ich nicht am Start, weil ich dort auf einer Australien-Reise war. Deshalb ist es für mich schon besonders, jetzt diese ‚Olympischen Spiele in Mini-Form‘ nochmal in Cali erleben zu dürfen“, sagt Kläner.

Doch die Veranstaltung ist alles andere als klein. Mehr als 3 000 Athleten aus zirka 90 Nationen kämpfen in Sportarten, die nicht zum offiziellen olympischen Programm gehören, um die Medaillen. Welche Ausmaße das sind, belegt ein Blick auf die öffentlich viel mehr beachteten Olympischen Winterspiele: Dort waren vor drei Jahren in Vancouver etwas mehr als 2500 Athleten am Start. Von Aerobic über Fallschirmspringen bis eben zum Faustball. Die Sportarten versprechen Spektakel und Tradition.

Damit es für Kläner zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, soll natürlich auch der Erfolg stimmen. Und die von Olaf Neuenfeld trainierte deutsche Nationalmannschaft geht durchaus mit Ambitionen in die Titelkämpfe: „Natürlich wollen wir gewinnen, aber anders als bei den Weltmeisterschaften, bei denen teilweise ‚exotische Faustball-Nationen‘ am Start sind, sind in Cali die Top sechs der Welt dabei“, beschreibt Kläner. Im Modus Jeder gegen Jeden treffen die Deutschen auf starke Nationen wie Titelverteidiger Brasilien, Österreich oder die Schweiz. Nur Underdog-Chancen haben für den 29-Jährigen die Faustball-Teams aus Chile und Argentinien. „Trotzdem entscheidet an den vier Wettkampftagen immer die Tagesform. Ich würde mein Geld jedenfalls auf keine der Nationen verwetten“, so Kläner.

Obwohl der Spielort Cali knapp 1 000 Meter hoch liegt, erwartet Kläner keine Beeinträchtigung. „Wir haben da natürlich nachgehakt. Für uns ist das wohl irrelevant. Das wäre eher für ‚stupide Sportarten‘, in denen es vor allem um Kondition geht, eine echte Herausforderung“, erklärt der Brettorfer.

Ein „echtes Brett“ könnte laut dem 58-fachen Nationalspieler hingegen die Zeitumstellung von sieben Stunden während des Fluges von Frankfurt in die kolumbianische Hauptstadt Bogota werden: „Das wird uns wahrscheinlich zunächst zu schaffen machen. Daher ist es gut, dass wir fünf Tage vor unserem ersten Spiel anreisen.“ Also genügend Zeit zur Akklimatisierung. Überhaupt hat die deutsche Delegation alles gegeben, um perfekt vorbereitet ins Abenteuer World Games zu starten. Drei Lehrgänge hatte es im Vorfeld gegeben und zuletzt trafen sich die Nationalspieler vor eineinhalb Wochen für ein kurzes Trainingslager. Alles ist also angerichtet. Wenn es mit einem Podiumsplatz klappt, dürfte es auf der im Anschluss geplanten Reise auf die karibische Insel San Andrés heiß hergehen.

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