Ippeners Coach betritt Neuland

Frank Fischer: „Ich gehöre wohl zur alten Schule“

 Frank Fischer,  der neue Trainer des TSV Ippener, steht am Spielfeldrand.
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Emotional bei der Sache: Früher war Frank Fischer ein Heißsporn. Inzwischen ist der neue Trainer des TSV Ippener ruhiger geworden.

Groß Ippener – Noch hat der neue Trainer des TSV Ippener keine Spuren im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst hinterlassen. Doch das gedenkt Frank Fischer in Zukunft zu ändern. Welche Ziele sich der 55-jährige Bassumer mit dem momentan Drittletzten der 1. Kreisklasse gesteckt hat und warum sich seine Frau über sein neues Engagement freut, verrät der Bankkaufmann im folgenden Gespräch.

Herr Fischer, eigentlich hieß es, dass der Diepholzer Fußball-Bezirksligist FC Sulingen Ihre letzte Trainerstation werden würde. Warum jetzt also doch der Rücktritt vom Rücktritt?

Frank Fischer: Moment! Ich habe immer gesagt, dass ich auch weiterhin offen für interessante Aufgaben wäre. Und beim TSV Ippener passt das Gesamtpaket. Es ist nicht weit bis zu meiner Arbeitsstelle, und ich habe ja bisher nur in der Diepholzer Region gearbeitet. Noch einmal einen ganz neuen Kreis kennenzulernen, reizt mich sehr.

Sie wurden also nicht sanft von Ihrer Frau aus der Wohnung komplimentiert, weil Sie zum Hausmann einfach nicht taugen?

(lacht) Das stimmt ja sogar. Ich kann mit Mühe und Not einen Nagel in die Wand hauen, mehr nicht. Aber meine Frau hat mich nicht aus der Bude geworfen. Sie unterstützt halt nur mein Comeback.

Weil sie weiß, dass ein positiv Fußballverrückter wie Sie nicht ohne das runde Leder auskommt?

Ich könnte schon, aber ich liebe Fußball, und ein wenig verstehe ich ja auch von der Materie.

Hat sich der TSV Ippener eigentlich schon nach einer Örtlichkeit für die künftige Aufstiegsfeier erkundigt?

Wie kommen Sie darauf?

Weil Sie mit dem SV Bruchhausen-Vilsen, dem TSV Bassum und dem SV Heiligenfelde stets aufgestiegen sind . . .

Aber immer erst im dritten Jahr. Wir haben somit noch etwas Zeit

Was sind denn Ihre kurzfristigen Ziele mit dem TSV Ippener?

Als Drittletzter kann es ja nur um den Klassenerhalt gehen. Wir müssen uns erst einmal in der 1. Kreisklasse etablieren, bevor vielleicht später mal die Kreisliga angegriffen werden kann.

Konnten Sie sich angesichts der Coronapandemie überhaupt schon einen Überblick über Ihr Team verschaffen?

Das war bisher kaum möglich. Momentan telefoniere ich sehr viel, um die Jungs besser kennenzulernen. Gerade mit meinem Kapitän Mike Trojan habe ich deshalb schon längere Gespräche geführt.

Haben Sie trotzdem bereits eine Meinung zum TSV Ippener?

Es wirkt alles sehr familiär, wie ein gemütlicher Dorfclub. Mein erster Eindruck ist ausgesprochen positiv. Der Verein passt zu mir. Ich könnte mir eine längere Zusammenarbeit durchaus vorstellen.

Obwohl Sie in Ihrer Trainerkarriere zumeist nur höherklassigere Teams trainiert haben? Mit dem TVE Nordwohlde steht in Ihrer Vita nur eine Mannschaft unterhalb der Kreisliga . . .

Aber an diese Station denke ich noch total gerne zurück. Nordwohlde spielte auch in der 1. Kreisklasse und war ein kleiner, gemütlicher Verein. Es war eine super schöne Zeit dort.

Müssen Sie in einer tieferen Klasse Ihre Trainingsmethoden verändern? In der Vergangenheit legten Sie ja immer viel Wert auf das Entwickeln offensiver Standards. Ist das in der 1. Kreisklasse schwieriger als zuletzt in der Bezirksliga?

Nein, gar nicht. Standards sind in tieferen Klassen sogar noch wichtiger und können Spiele entscheiden. Es muss nur in die Köpfe der Spieler hinein, dass Ecken oder Freistöße Riesenchancen darstellen. Aber das bekommen wir schon hin. Bei Standards war ich schließlich mit meinen Ex-Vereinen eigentlich immer gefährlich.

Auf welche Art Trainer darf sich der TSV Ippener denn freuen? Geht es eher in Richtung old school? Oder wartet auf Ihre Mannschaft ein Laptopcoach der neuen Generation?

Also mit dem Laptop müssten mir die Jungs dann wohl eher helfen. Nein, ich gehöre wohl zur alten Schule. Damit ist allerdings nicht veraltet gemeint. Und ganz wichtig ist mir, dass wir alle Übungen mit dem Ball machen werden. Bei mir gibt es kein reines Konditionsgebolze.

Früher galten Sie an der Außenlinie als äußert impulsiv. Lodert der „Vulkan Fischer“ noch wie zu Bassumer Zeiten?

Mittlerweile bin ich viel ruhiger geworden und kein Heißsporn mehr. Natürlich gehe ich immer noch emotional mit, aber auf eine deutlich mildere Art und Weise. Vielleicht ist das ja die Altersweisheit, dass man sich nicht mehr so schnell aufregt und leichter die Fassung bewahrt (lacht).

Zur Person

Frank Fischer sagt von sich selbst, dass er „nur ein sehr mittelmäßiger Fußballer“ war. Der 55-jährige Bassumer ist jedenfalls davon überzeugt, dass er „als Trainer mehr bewirken“ kann. In der Vita des B-Lizenzinhabers stehen Stationen beim TSV Bassum, SV Bruchhausen-Vilsen, TuS Syke, SV Heiligenfelde und TVE Nordwohlde. Außerdem wirkte er als Trainerausbilder im Fußballkreis Diepholz. Zuletzt trainierte der Bankkaufmann im Gespann mit Stefan Rosenthal den hannoverschen Bezirksligisten FC Sulingen. Der TSV Ippener ist Fischers erstes Engagement im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst.

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