Ahlhorner SV schöpft trotz 4:5 gegen TV Brettorf Hoffnung für Abstiegskampf

Hollmann macht den Unterschied

Unterschiedspieler: Brettorfs Kapitän Malte Hollmann war in der entscheidenden Phase zur Stelle.

Ahlhorn - Von Sven Marquart. Die Frage, wer wohl gewinnen würde, stellte sich gar nicht erst. Vor dem Derby zwischen den Faustball-Erstligisten Ahlhorner SV und TV Brettorf wurde in den beiden Fanlagern vielmehr ein anderer Aspekt diskutiert. „Es ging eigentlich nur darum, wie schnell es diesmal geht“, schilderte Brettorfs Trainer Klaus Tabke. Im Hinspiel hatte seine Crew den schwächelnden Landkreisrivalen in nicht einmal einer Stunde Nettospielzeit mit 5:0 abgewatscht. Auch den zweiten Vergleich gewann der Tabellenzweite, hatte beim 5:4 (9:11, 11:9, 7:11, 11:6, 7:11, 11:8, 11:5, 6:11, 11:4) aber wesentlich mehr Mühe als allgemein erwartet. Dass TVB-Kapitän Malte Hollmann erst nach 2:17 Stunden den ersten Matchball verwandeln konnte, lag vor allem am stark verbesserten ASV um seinen groß aufspielenden Nachwuchsangreifer Jan Hermes.

„Das ist ein Derby, wie es sich die Leute wünschen. Alle, die Eintritt bezahlt haben, sind diesmal voll auf ihre Kosten gekommen“, meinte Tabke. Vom ersten Punkt an schenkten sich beide Mannschaften nichts und kämpften um jeden Ball. Die verletzten ASV-Spielertrainer Tim Albrecht und Christoph Johannes verzichteten auf einen Einsatz. Nils-Christoffer Carl, Jan Hermes, Andrej Macht, Erik Grotelüschen und Mats Albrecht spielten durch. Tabke ließ zunächst Abwehrroutinier Timo Kläner und Angreifer Hollmann draußen und schickte in Hauke Rykena, Vincent Neu, Marcel Osterloh, Hauke Spille und Tom Hartung jene Fünf aufs Parkett, die in dieser Formation in der Feldsaison 2017 deutscher U 18-Meister geworden war.

„Wenn im Vorfeld alle nur disktutieren, wie schnell es geht, bekommen die Jungs das natürlich mit“, sagte Tabke. Sein Team agierte anfangs zu hektisch und ohne den richtigen Biss. Ganz anders Schlusslicht ASV. „Alle haben sich reingehauen – so muss es sein“, strahlte Tim Albrecht. Besonders freute er sich über den couragierten Auftritt des 18-jährigen Jan Hermes: „Jan hat viele gute Angaben gehauen und auch beim Rückschlag eine sehr gute Quote gehabt.“

So legten die Hausherren in den ersten sechs Durchgängen jeweils eine Satzführung vor, aber Brettorf schaffte immer prompt den Ausgleich. „Schönes Spiel! Das hätte ich so nicht für möglich gehalten. Jan macht das echt klasse!“, lobte Johannes seinen Vertreter, der Ende des dritten Satzes mit dem Fuß umgeknickt war, sich davon aber nicht beirren ließ.

Im siebten Abschnitt gingen die Gäste schnell mit 4:0 in Front und schafften bald darauf das „Break“ zum 4:3 nach Sätzen. Während dem ASV die Wechselalternativen fehlten, konnte Tabke immer wieder frische Kräfte aufs Feld schicken. Doch die Ahlhorner gaben sich nicht geschlagen. Mit einem Ass zum 11:6 erzwang Hermes den Entscheidungssatz.

Der neunte Durchgang war dann aber eine klare Sache zugunsten des DM-Aspiranten, der beim letzten Seitenwechsel die Nase mit 6:2 vorne hatte. Ahlhorn verkürzte noch einmal auf 4:6. Nach einer kniffligen Entscheidung von Schiedsrichter Florian Reukauf (TSV Burgdorf) hieß es 4:7. ASV-Routinier Carl reklamierte so heftig, dass er die Gelbe Karte sah – eine Seltenheit im Faustballsport. Auch die nächsten vier Punkte gingen an Brettorf.

„Am Ende hat Malte Hollmann den Unterschied gemacht“, erklärte Tabke. Auf seinen Kapitän war trotz leichter Handprobleme in den entscheidenden Situationen Verlass. Allerdings vermisste der Übungsleiter bei seinem Team die Souveränität und Leichtigkeit aus den vorherigen Spielen.

Trotz der Niederlage war Johannes „nach dieser Leistung guter Dinge für die Rückrunde“. Sollte der Tabellenletzte in den verbleibenden fünf Partien daran anknüpfen, ist im Abstiegskampf noch nichts verloren. „Wenn der ASV das Niveau halten kann, müssen sie sich um den Klassenerhalt keine Sorgen machen“, bestätigte Tabke.

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