Heike Drechsler, Werner Momsen und Manfred Scholz schwitzen für das deutsche Sportabzeichen

Goldrausch in Großenkneten

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Nicht schlecht für einen Rentner: Klappmaul-Komiker Werner Momsen ist Olympiasiegerin Heike Drechsler beim Sprint dicht auf den Fersen.

Großenkneten - Von Sven Marquart. Sechs Zehntel schneller als im vergangenen Jahr? Manfred Scholz mochte es kaum glauben. „Da hat wohl einer zu früh auf den Knopf gedrückt“, vermutete der Sportjournalist einen Fehler des Zeitnehmers. 8,2 Sekunden für den 50-Meter-Sprint: „Damit bin ich klar auf Goldkurs“, jubelte Scholz.

Wie schon 2014 hatte der 51-Jährige erneut Doppel-Olympiasiegerin Heike Drechsler dafür gewinnen können, mit ihm in seiner Heimatgemeinde die Disziplinen für das deutsche Sportabzeichen abzulegen. Diesmal wetteiferte außerdem der aus Funk und Fernsehen bekannte Klappmaul-Komiker Werner Momsen mit ihnen.

Während sich Scholz noch über seinen Auftakterfolg freute, hatte der Sprint bereits ein erstes Opfer gefordert. Schon nach wenigen Schritten griff sich Thorsten Schmidtke mit schmerzverzerrtem Gesicht an den linken Oberschenkel. „Kein Kommentar“, zischte Großenknetens Bürgermeister, als er von der Bahn humpelte. Schon vor dem Start hatte er „große Bedenken“, was seine Schnelligkeit und Koordination betrifft. Seine Stärken sah Schmidtke, durch lange Sitzungen gestählt, eher in der Ausdauer verortet.

In ihrer Paradedisziplin Weitsprung ließ es Heike Drechsler mit 3,97 Metern gemächlich angehen. Später steigerte sich die 50-Jährige auf 4,33 Meter. Eine Weite, von der Manfred Scholz nur träumen kann. „Krieg du mal 120 Kilo so schnell hoch“, moserte er, nachdem er bei 3,38 Metern gelandet war und einen schlauen Spruch kassiert hatte. Nach zwei Versuchen gab er auf: „Weitsprung ist nicht meins.“

Dafür klappte es beim Standweitsprung: 2,04 Meter im ersten Anlauf. Goldnorm! Strahlend riss Scholz die Arme hoch.

„Kugelstoßen ist ganz viel Technik, aber ein bisschen Kraft gehört natürlich auch dazu“, erläuterte Heike Drechsler, die ihren Mitstreitern immer wieder bereitwillig die richtigen Bewegungsabläufe erklärte. Mit ihrem ersten Versuch auf 9,57 Meter war sie nicht zufrieden. „Da muss ich mich ein bisschen anstrengen – letztes Jahr war ich besser“, sagte Drechsler. Da hatte sie auch nicht das falsche Sportgerät erwischt. Mit der Vier-Kilo-Frauenkugel anstatt der Fünf--Kilo-Variante kam sie dann auf 10,22 Meter.

„Muss ich mir die Kugel auch noch selbst holen? Ich bin Altersklasse M67!“, maulte Werner Momsen. Dabei wirkte der „gebürtige Rentner“ erstaunlich fit und meisterte alle Disziplinen inklusive des abschließenden 3000-Meter-Laufs mit Bravour. Im Ausdauerbereich wird Scholz zu einem späteren Zeitpunkt 400 Meter schwimmen. „Letztes Jahr bin ich nur beim Schwimmen an Gold gescheitert – das ist nicht einfach, aber ich werde mit meiner Freundin üben.“

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