Handball-Weltmeister begeistert den Neerstedter Nachwuchs

Bitter – der Gute-Laune-Jogi

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„Jogi“ Bitter simuliert einen Sprungwurf in Bedrängnis, Hannes Müller lässt sich nicht beirren und hebt ab.

Neerstedt - Von Daniel Wiechert. Wie bekommt man 34 quatschende Kinder im Bruchteil einer Sekunde zum Schweigen? Indem man Johannes „Jogi“ Bitter heißt. Gunnar Sadewater, Leiter Nachwuchsbereich des HSV Hamburg, erklärt gestern während des HSV-Handball-Ferien-Camps beim TV Neerstedt eine Übung, alle brabbeln, Bitter legt kurz den Zeigefinger vor dem Mund und macht einen „Sch“-Ton, alle sind ganz Ohr – die Autorität eines Weltmeisters.

„Wir als Jugendtrainer können viel erzählen, aber wenn dann ein Profi dabei ist, ist es immer noch etwas anderes“, weiß Sadewater.

Die These stimmt. Als gestern Morgen das Training in Neerstedt beginnt, ist die Stimmung gelöst. Alle ziehen mit, lachen, albern rum. Doch dann betritt Bitter die Halle – Schnappatmung bei den zuschauenden Teenagern auf der Tribüne, weit aufgerissene, staunende Augen bei den Kindern. Die Nervosität ist aber schnell ad acta gelegt – dank Bitters Lässigkeit. Ohne Berührungsängste quatscht und scherzt er mit den Kindern. Kassiert er ein Tor beim Siebenmeterwerfen, schmeißt sich Bitter auf den Boden und macht als Selbstkasteiung Liegestützen. „Es geht einfach darum, den Spaß am Handballspielen zu vermitteln“, sagt der HSV-Keeper: „Das ist genau das, was wir uns selbst als Profis auch oft vor Augen führen müssen. Der Spaß am Sport muss immer dazugehören.“

Spaß und Spiel – das haben sich die Macher des HSV-Handball-Camps auf die Fahne geschrieben. Sadewater und Co. veranstalten diese Traingseinheiten wöchentlich in Hamburg, außerhalb der Hansestadt eher selten. Dass sie gestern in Neerstedt aufschlugen, lag an Friedel Schulenberg. Der Neerstedter Abteilungsleiter hatte die Berichte von Thorben Huntemann gehört. Der Neerstedter D-Jugendtorwart hatte schon an einem Ferien-Camp in Hamburg teilgenommen und schwärmte. Schulenberg fragte beim HSV nach und es klappte: „Es ist schön, wenn wir unsere D- und C-Jugendlichen auf diese Art und Weise noch mehr für den Handball begeistern können“, sagt Schulenberg: „Und wenn dann auch noch ‚Jogi‘ Bitter dabei ist, ist es für alle natürlich nochmal ein Extra-Bonbon.“

Prominenter Besuch beim Handball-Feriencamp in Neerstedt

Auch für Nachwuchskeeper Thorben Huntemann. Als er gestern einen Sprungwurf hält, geht sein Blick hoch zum 2,05-Meter-Mann Bitter. Hat er das gesehen? Hat er. „Gut gemacht“, sagt der Nationalkeeper und hebt den Daumen. Thorbens Augen strahlen, später beschreibt er den Trainingsvormittag als „cool. Man kann sich bei denen echt viel abschauen.“

Niemand weiß, wie sehr dieser Tag die Kinder letztlich prägt, doch vielleicht hat Bitter geholfen, dass sich Ziele festsetzen. Denn das müsse der Anspruch sein, meint der 32-Jährige: „Sportler müssen früh – nicht als Kind, aber als Jugendlicher – ein Bild davon im Kopf haben, was sie erreichen wollen. Und wenn ich diese Vision habe, muss ich mir überlegen, wie ich sie möglichst verwirkliche.“

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