Handball-Oberligist TV Neerstedt erreicht Endrunde des HVN/BHV-Pokals

Rieken-Team marschiert ungefährdet ins Final Four

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Neerstedts Björn Wolken versucht einen Heber – und scheitert an Delmenhorsts Keeper Sönke Schröder.

Neerstedt - Von Sven Marquart. Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihren Heimvorteil genutzt und sind durch ein ungefährdetes 42:30 (24:16) über Verbandsliga-Spitzenreiter HSG Delmenhorst ins Final Four des HVN/BHV-Pokals eingezogen. Zuvor hatten die Grün-Weißen ebenso mühelos mit 40:16 (22:10) über den niedersächsischen Oberligisten MTV Soltau triumphiert. Die HSG Delmenhorst hatte sich mit 41:36 (19:17) gegen den Lüneburger Landesliga-Tabellenführer MTV Eyendorf durchgesetzt.

In der Endrunde des Wettbewerbs, die voraussichtlich am 25./26. April ausgetragen wird, bekommen es die Neerstedter mit ihren Liga-Konkurrenten TV Bissendorf-Holte und HSG Barnstorf/Diepholz sowie dem MTV Braunschweig (Tabellenführer der Verbandsliga Niedersachsen) zu tun.

„Die beiden Siege sind auch in der Höhe völlig verdient. Damit haben wir uns ein Stück weit für die völlig unnötigen Niederlagen gegen Elsfleth und Hatten-Sandkrug rehabilitiert“, erklärte Dag Rieken. „Die vier Punkte wären mir lieber gewesen, aber das Final Four wird sicherlich interessant“, ergänzte Neerstedts Trainer. Der Pokal sei „grundsätzlich eine gute Sache“, findet Rieken. Allerdings betrachtet er den Wettbewerb durchaus ambivalent: „Das ist eine zusätzliche Belastung, weil wir nur wenige spielfreie Wochenenden hatten.“

Riekens Trainerkollege Bernd Schors stört sich besonders am neuen Modus: „Drei bis vier zusätzliche Doppelspieltage sind eine Frechheit – das sollte man mal mit den Profis machen!“, schimpfte der Coach des MTV Soltau. Um die Kräfte für den Abstiegskampf zu bündeln, verzichtete Schors auf die wichtigen Jan Wagner sowie Edwin und Alen Hamidic. „Dafür, dass wir fast nur mit Ersatzleuten angetreten sind, war das ein gutes Spiel von uns“, meinte der MTV-Übungsleiter nach der 24-Tore-Packung gegen den Gastgeber. „Ich hätte sogar noch eine höhere Niederlage erwartet“, erklärte Schors.

Da der Tabellenvierzehnte der Oberliga Niedersachsen nur wenig Widerstand leistete, konnte Dag Rieken die Spielanteile gleichmäßig auf alle Akteure verteilen. Dadurch sparte der TV Neerstedt Körner. Auch das Fehlen von Torhüter Christoph Kuper (Umzug) machte sich nicht nachteilig bemerkbar. Als zweiten Keeper neben Tristan Depenbrock hatte Rieken Yannick Mädler aus dem Weser-Ems-Liga-Team aufgeboten. Der 21-Jährige kam in beiden Partien zusammen auf gut 50 Minuten Spielzeit und parierte unter anderem drei Siebenmeter. „Das war ganz gut“, meinte Mädler.

Als er Tristan Depenbrock beim Stand von 32:20 gegen die HSG Delmenhorst zwischen den Pfosten ablöste, war der Final-Four-Einzug seiner Mannschaft bereits so gut wie perfekt. „Neerstedt war eine Klasse besser. Wir konnten das hohe Tempo nicht mitgehen und haben die Anfangsphase total verpennt“, sagte André Haake. Dem HSG-Spielertrainer fehlten in Stefan Timmermann, Chris Hartwig und Kevin Larisch ebenfalls wichtige Säulen. Zudem knickte Rückraumspieler Benjamin Janssens während des Pokalsderbys um.

Nach dem schnellen 1:7 hatte Haake mit fünf Treffern maßgeblichen Anteil daran, dass der Verbandsliga-Primus bis auf 9:11 heran kam. Doch dann zogen die klassenhöheren Gastgeber wieder die Zügel an und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. „Wir waren in allen Belangen überlegen und konnten in beiden Spielen über 60 Minuten Tempo gehen – die Kondition ist auch in der Liga unser Plus“, freute sich Dag Rieken.

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