Handball-Oberliga: Elsfleths Mittelmann besiegelt erste Heimniederlage des TV Neerstedt – 27:28

Doormann trifft in letzter Sekunde

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Ausgebremst: Elsfleths Chris Santen (l.) stoppt Neerstedts Andrej Kunz.

Neerstedt - Von Sven Marquart. Tristan Depenbrock saß wie versteinert in seinem Torraum. Kai Freese pfefferte die grüne Timeoutkarte auf den Hallenboden, und sein Trainerkollege Dag Rieken kickte eine Wasserflasche in den Geräteraum. Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt ließen ihrer Wut und Enttäuschung nach der ersten Heimniederlage freien Lauf. Allerdings hatten sie sich das 27:28 (12:12) gegen den Elsflether TB größtenteils selbst zuzuschreiben.

In der dramatischen Schlussphase erzielte Regisseur Tim Schulenberg zunächst das 26:25 für den TV Neerstedt (58.). Ruven Rußler antwortete prompt mit dem 26:26. Anderthalb Minuten vor dem Ende hatte Schulenberg Pech mit einem Pfostentreffer. Das nutzte Philipp Bolte, um das 27:26 für Elsfleth vorzulegen. Doch Linksaußen Thomas Schützmann glich zum 27:27 aus.

Mit noch 34 Sekunden auf der Uhr nahm Ulrich Adami eine Auszeit. Und der ETB-Coach muss wohl die richtigen Worte gefunden haben. Denn mit ablaufender Spielzeit tankte sich Florian Doormann durch die Neerstedter Abwehr und traf in allerletzter Sekunde unter Zuhilfenahme des Pfostens zum 28:27 für die Gäste.

Nicht nur wegen des entscheidenden Treffers war Doormann der überragende Akteur auf dem Feld. Der 25-jährige Mittelmann netzte insgesamt acht Mal und verwandelte dabei alle fünf Elsflether Strafwürfe. Außerdem setzte der ehemalige Zweitliga-Spieler der HSG Varel immer wieder gekonnt seine Nebenleute in Szene.

Allerdings ließen ihn die Neerstedter dabei auch allzu oft gewähren. „Eine Katastrophe! Das war total überflüssig! Die Abwehr hat überhaupt keinen Zugriff gekriegt. Wir haben total schlecht verteidigt – so kannst du kein Spiel gewinnen“, schimpfte Trainer Kai Freese. Allerdings musste er auch anerkennen: „Elsfleth hat das gut gemacht.“

Dabei erwischten die Grün-Weißen einen ordentlichen Beginn und führten auch ohne die verhinderten Bastian Carsten-Frerichs und Marcel Kasper mit 2:0, ehe sie beim 2:3 durch Elsfleths Halbrechten Christopher Santen, der insgesamt blass blieb und nur drei mal erfolgreich war, erstmals ins Hintertreffen gerieten (9.). Diesem Rückstand liefen die Gastgeber bis zum 8:8 durch Eike Kolpack hinterher (21.). Beim 15:12 durch Andrej Kunz und 20:17 durch Thomas Schützmann (41.) führte der Tabellendritte zwei Mal mit drei Treffern. Doch die Elsflether ließen sich nicht abschütteln.

Das lag zum einen daran, dass die Neerstedter Keeper Christoph Kuper (sieben Paraden) und Tristan Depenbrock (zwei) nicht ihren besten Tag erwischt hatten. „Das war nicht berauschend“, meinte Torwarttrainer Michael Schäfer.

Zum anderen entschieden die Schiedsrichter Johannes-Georg Temme und Stephan Rieck (Emden/Pewsum) in zwei wichtigen Szenen für die Gäste. Zunächst nahmen sie einen Treffer von Andrej Kunz, den sie eigentlich schon gegeben hatten, zurück und entschieden stattdessen auf Freiwurf für Neerstedt – es wäre das 21:18 gewesen. Dann gaben sie Ruven Rußlers 22:23-Anschlusstor, obwohl vorher ein Elsflether den Ball mit dem Fuß gespielt hatte. Weil die Unparteiischen zudem keine einheitliche Linie pfiffen, geigte ihnen Dag Rieken nach Spielschluss gehörig die Meinung. „Aber am Ende haben wir das Spiel verloren und nicht die Schiedsrichter“, musste Kai Freese eingestehen.

TV Neerstedt: Kuper (bis 48.), Depenbrock (ab 48.) - Quickert (n.e.), Kunz (2), Freese (3), Kruse (4), Schulenberg (3/2), Schützmann (5), Kolpack (5), Malte Kasper (1), Wolken (2), Busse (2), Dölemeyer (n.e.).

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