VfL Wildeshausen ist beim Schlusslicht TV Bunde erstmals in der Favoritenrolle

Jan Gusfeld-Ordemann steht vor der Rückkehr

Wildeshausens Innenverteidiger Jan Gusfeld-Ordemann stand beim 5:1 gegen den VfL Oythe nach langer Verletzung erstmals wieder im Kader, kam aber noch nicht zum Einsatz. - Foto: Marquart

Wildeshausen - In eine ungewohnte Rolle schlüpfen die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen an diesem Wochenende: „Erstmals in dieser Saison sind wir Favorit“, sagt Marcel Bragula vor der Auswärtspartie beim Mitaufsteiger TV Bunde (Sonntag, 15 Uhr). Aus diesem Grund hat der VfL-Coach jede Menge Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe: „Es wird von uns erwartet, dass wir da hinfahren und gewinnen, aber das wird ganz schwierig.“

Zumal das Schlusslicht mit einem Trainerwechsel noch einmal für einen neuen Impuls gesorgt hat: Weil die Chemie zwischen Mannschaft und Übungsleitern nicht mehr stimmte, mussten Dieter Willems und Wilfried Kampen Ende Februar gehen. Vereinslegende Ralph Schmidt (Rekordspieler und Rekordtorschütze des TV Bunde), Günter Gerdes und Heiner Ostendorp übernahmen vorerst bis zum Saisonende.

Unter der Regie der neuen Führungscrew landete der Tabellenletzte mit dem 3:2-Erfolg im Nachbarschaftsderby beim VfL Germania Leer prompt einen Überraschungserfolg. Doch schon vier Tage später folgte mit dem 1:4 beim SV Bad Rothenfelde die Ernüchterung. Gegen die Krandel-Kicker steht für Schmidt und Co. die Heimpremiere im Mölenland an, wo ihre Mannschaft üblicherweise 400 bis 500 Zuschauer unterstützen.

„Ich will sie gar nicht stark reden und bleibe dabei: Bunde steigt ab“, erklärt Bragula. Die Gastgeber haben sich inzwischen darauf verständigt, den Tabellenstand auszublenden und nur noch von Spiel zu Spiel zu denken. Und genau das könnte die Ostfriesen gefährlich machen. „Sie haben überhaupt keinen Druck“, betont Bragula.

In Eike Schmidt verfügen die Rheiderländer über einen außergewöhnlichen Stürmer: Der Trainersohn steuerte in der vergangenen Saison 45 (!) Bezirksliga-Treffer zum Aufstieg bei und hat auch in der aktuellen Serie schon acht Mal geknipst. Unter anderem erzielte der 20-Jährige im Hinspiel, das die Wildeshauser durch ein spätes Tor von Jan Lehmkuhl (88.) mit 3:2 (0:2) gewannen, das 1:0. Insgesamt durfte der TV Bunde in 17 Partien erst 19 Mal jubeln – Landesliga-Minuswert. „Wenn man der Statistik glaubt, lassen sie meistens nach einer Stunde nach“, hat Bragula herausgefiltert. Viele auswärts arbeitende und studierende Akteure gestatten keinen Übungsbetrieb, wie er für die sechsthöchste Spielklasse notwendig wäre.

Die Platzherren müssen auf Volker Wirtjes verzichten. Der Angreifer, der zuletzt im rechten Mittelfeld zum Einsatz kam, hatte sich in Leer einen Außenbandriss zugezogen. Beim VfL grassiert immer noch die Grippe. Kevin Kari (Pferdekuss), Ole Lehmkuhl (Muskelfaserriss) und Niklas Heinrich (Knieprobleme) sind angeschlagen. Norman Holzenkamp, den eine Schulterverletzung aus der Spur geworfen hatte, ist inzwischen zur U 23 zurückkehrt.

Im Kreisliga-Team könnte auch Jan Gusfeld-Ordemann zunächst Spielpraxis sammeln: Seinen bislang letzten Einsatz bestritt der Innenverteidiger am 16. August beim SC Türkgücü Osnabrück, ehe ihn eine langwierige Sprunggelenksverletzung außer Gefecht setzte. Inzwischen hat sich Gusfeld-Ordemann wieder herangekämpft. Beim 5:1 gegen den VfL Oythe stand der 25-Jährige erstmals wieder im Kader. „Jan ist noch kein Kandidat für die Startelf, aber mit seiner Kopfballstärke ist er einer, den man in bestimmten Spielsituationen reinwerfen kann“, erläutert Bragula. - mar

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