Fußball: VfL Wildeshausen gewinnt gegen Wiefelstede nach 0:2-Rückstand

3:2 – Gruel bleibt cool

Wildeshausen - Von Michael HillerMit einem überragenden Torhüter Sebastian Pundsack und Marco Gruel in der Rolle des genialen Jokers haben die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen ein verloren geglaubtes Spiel drehen können: Die Wildeshauser gewannen am Sonnabend in einer turbulenten Partie gegen den SV Eintracht Wiefelstede nach einem 0:2-Pausenrückstand noch mit 3:2 und eroberten sich den dritten Tabellenplatz zurück.

Für die Gäste geriet die Niederlage nach Spielende allerdings schnell zur Nebensache. Ihr Busfahrer erlitt kurz vor der Rückfahrt einen Schlaganfall und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Auf dem Fußballplatz stand Schiedsrichter Ewald Buzas (Oldenburg) mehrfach im Blickpunkt und zog sich mit seinen Entscheidungen – unter anderem zückte er elf Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten – vor allem den Unmut der Gäste zu. Von „lächerlich“ bis „unglaublich“ reichten die Urteile der Wiefelsteder zur Leistung der Unparteiischen, während Trainer Hans Peter Hilbers am Ende lieber wortlos verschwand.

Tatsächlich hätte es für die Ammerländer ein deutlich ruhigerer und erfolgreicher Nachmittag werden können – hätte es da aus ihrer Sicht nicht die Schlüsselszene kurz vor der Halbzeitpause gegeben. Mit einer 2:0-Führung befand sich Wiefelstede scheinbar auf der Siegerstraße, als sich Malte Lammers wegen eines harmlosen Fouls an der Mittellinie die Ampelkarte einhandelte. Den ersten gelben Karton hatte der Wiefelsteder bereits nach fünf Minuten gesehen. „Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl“ wünschte sich Lammers‘ Mitspieler Dennis Jöstingmeier in dieser Szene, während Wildeshausens Co-Trainer Peter Görke meinte: „Die Entscheidung war schon überzogen. Allerdings hat der Schiedsrichter seine kleinliche Linie konsequent durchgezogen, darauf hätten sich beide Teams einstellen können“ – was seinen Wildeshausern vor allem im zweiten Abschnitt viel besser gelang.

Die erste Halbzeit gehörte den Gästen. Mit ihren beiden „baumlangen“ Angreifern Bernd Hobbie und Andre Sander waren sie körperlich der VfL-Abwehr um Längen überlegen. So überraschte es auch nicht, dass dieses Duo am Führungstreffer beteiligt war. Eine Ecke von Jöstingmeier legte Hobbie per Kopf für Sander vor, der ebenfalls seinen Schädel hinhielt und zum 0:1 wuchtig einköpfte (20.).

Der Rückstand schien die Platzherren stark zu verunsichern, während Wiefelstede immer mehr Oberwasser bekam und dazu zahlreiche Chancen. Zwei davon konnte Jöstingmeier nicht nutzen, ehe er das 0:2 durch Kevin Schrottke (37.) herrlich vorbereitete. Hätte VfL-Keeper Pundsack fünf Minuten später nicht mit einem Oberkörperreflex das 0:3 verhindert, wäre das Spiel wohl entschieden gewesen.

So aber sollte es – auch aufgrund der Überzahl – nach dem Seitenwechsel tatsächlich kippen. „Wir mussten etwas riskieren“, begründete Peter Görke den Doppelwechsel zur Pause. Mit Julian Büttelmann und Marco Gruel kamen zwei frische Offensivkräfte. „Das hat sich gelohnt“, schmunzelte Görke. Die Platzherren agierten deutlich engagierter, wurden mit dem frühen Anschlusstreffer belohnt – und Gruel war gleich daran beteiligt. Seine gefühlvolle Flanke köpfte Lennart Flege gegen die Laufrichtung von Gäste-Keeper Sven Fastje zum 1:2 ein (49.). Der VfL war jetzt im Spiel. Mit Sascha Görke, der nach seiner Verletzung erstmals wieder mitwirken konnte, kehrte die zuletzt so sehr vermisste Führungsperson im Mittelfeld zurück. Fast hätte er sein Comeback mit einem Treffer gekrönt (65.), doch er spitzelte den Ball um Zentimeter am Tor vorbei. Es wäre das 3:2 für Wildeshausen gewesen, denn zwei Minuten zuvor hatte Liridon Stublla mit einem sehenswerten Schuss aus der zweiten Reihe das 2:2 erzielt. Ein Treffer allerdings, der die Gäste gehörig in Rage brachte. „Ein Spieler von uns lag verletzt an der Mittellinie. Doch hat Wildeshausen weder den Ball ins Aus gespielt, noch hat der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen“, ärgerte sich Wiefelstedes Teammanager Wolfgang Gerve.

Und auch am Siegtreffer hatten die Gäste etwas auszusetzen – sie reklamierten Abseits. Doch der Pfiff blieb aus, und Marco Gruel ganz cool: Mit einem trockenen Schuss aus zwölf Metern krönte der Joker seine starke Leistung. Dass es dabei bis zum Schluss blieb, hatte der VfL aber auch Sebastian Pundsack zu verdanken. Mit einem wahnsinnigen Reflex hielt er gegen den frei vor ihm auftauchenden Andre Sander den Sieg fest (84.). Daran konnte auch die zweite Ampelkarte des Tages – dieses Mal traf es VfL-Abwehrspieler Kai Meyer (86.) – nichts mehr ändern.

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