Handball-Verband hofft nach jüngsten Coronabeschlüssen nun auf Re-Start Anfang März

Gersner: „Die Saison in die Tonne kloppen“

Tim Gersner zeigt mit dem rechten Zeigefinger Richtung Handballfeld.
+
Übt Kritik an den Plänen des Handball-Verbandes: Tim Gersner, der Vorsitzende des TV Neerstedt, plädiert dafür, die Saison abzubrechen.

Neerstedt – Der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) muss umdisponieren. Mit den jüngsten Coronabeschlüssen von Bund und Ländern sind die Planungen, den Spielbetrieb in den Ober- und Verbandsligen im Februar wieder aufzunehmen, hinfällig geworden. „Ich hatte mir schon gedacht, dass dieses Vorhaben aufgrund der Lage nicht aufrechtzuerhalten ist“, sieht sich Tim Gersner, der Vorsitzende des TV Neerstedt, bestätigt.

Stattdessen hoffen die Mitglieder des HVN-Präsidiums und die Angehörigen der vom Präsidium eingesetzten Taskforce nun darauf, den Verbandsspielbetrieb zum Wochenende 6./7. März wieder aufnehmen zu können. Das meldet HVN-Geschäftsführer Markus Ernst als Ergebnis der Online-Zusammenkunft der Taskforce und von anschließenden Gesprächen mit den Mitgliedern des Präsidiums am Dienstagnachmittag.

Verband muss nachjustieren

„Nach der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag und der Verlängerung des Lockdowns bis aktuell Ende Januar müssen wir nachjustieren“, erklärt der Geschäftsführer.

Die bisherige Absicht von Präsidium, Spielausschuss und Staffelleitern, den Spielbetrieb Anfang Februar wieder starten zu lassen, basierte auf der Annahme, dass der Lockdown zur Eindämmung der Coronapandemie mit Ende der Weihnachtsferien am 10. Januar enden würde. Darauf gründete die Hoffnung, ab dem 11. Januar wieder öffentliche Sportstätten nutzen zu können. „Damit sich die Vereine über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen auf den Re-Start vorbereiten können“, erläutert Ernst. Auch Gersner hätte die Neerstedter Sporthalle und den Kraftraum zumindest gerne wieder für Einzeltraining genutzt. Doch die Gemeinde Dötlingen habe seine Anfrage „mit Vehemenz abgelehnt“, berichtet der 37-Jährige.

TVN-Boss für Saisonabbruch

Ginge es nach ihm, würde der HVN dem Beispiel des Nordwestdeutschen Volleyballverbandes folgen, der die Spielzeit 2020/2021 bereits vor Weihnachten abgebrochen hatte. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man die Saison in die Tonne kloppen und nicht werten sollte – keine Aufsteiger, keine Absteiger!“, sagt der TVN-Boss. Dabei gelten die Neerstedter Verbandsliga-Männer nach zwei Siegen zum Auftakt durchaus als Aufstiegskandidat. Andererseits müssen die Neerstedter Frauen als Tabellenletzter der Oberliga West um den Klassenerhalt fürchten. „Aber da muss man auch mal über den Vereinstellerrand hinaus gucken“, fordert Gersner.

Bislang hat der HVN eine Annullierung der seit Ende Oktober unterbrochenen Serie strikt abgelehnt. Ziel des Verbandes ist es, eine sportliche Wertung hinzubekommen, um so die Voraussetzungen für eine möglichst normale Saison 2021/2022 zu schaffen.

„Durch die Verlängerung des Lockdowns verschieben sich unsere Planungen, die wir jetzt neu mit den Regionen und Vereinen diskutieren werden“, sagt HVN-Geschäftsführer Ernst. Der für den Bereich Spieltechnik zuständige HVN-Vizepräsident Jens Schoof plane eine Online-Konferenz mit Vertretern der Ober- und Verbandsligen für Anfang Februar. HVN-Präsident Stefan Hüdepohl werde die Vorsitzenden der Regionalverbände für Sonnabend, 30. Januar, zu einer weiteren Zusammenkunft bitten, um Regelungen für die Landesligen und Landesklassen sowie den Jugendbereich zu besprechen, aber auch um die Regionen für eine landesweit einheitliche Vorgehensweise zu gewinnen, beschreibt Ernst die weiteren Schritte.

Einfachspielrunde immer noch umsetzbar

Im November hatten sich die Vertreter der Ober- und Verbandsligen für eine Fortführung der Saison in der Form einer Einfachspielrunde ausgesprochen. Dabei sollten die Ergebnisse der ersten Saisonspiele aus dem Herbst vergangenen Jahres berücksichtigt werden. „Das Vorhaben ist auf jeden Fall noch umsetzbar, auch bei einem Spielbeginn nach Anfang März. Wichtig ist, dass Niedersachsens Handballer möglichst schnell wieder die Bälle in die Hände nehmen“, unterstreicht Ernst.

Im HVN-Spielausschuss reifen derzeit Überlegungen zur Organisation eines Alternativprogramms, falls die Pandemie den Verband doch zum Saisonabbruch zwingen sollte. So denkt die Taskforce über eine kurzfristige Wiederbelebung der HVN-Pokalwettbewerbe oder Spiele auf freiwilliger Basis nach. „Wir müssen nach vorne gucken. Der Handball in Niedersachsen braucht eine Bühne, die er auch verdient“, betont Präsident Hüdepohl.

Nachwuchsgewinnung bereitet Gersner Sorgen

Diese Sichtweise wird nicht überall geteilt. So findet Gersner „das Vorgehen des Verbandes – bei allem Respekt vor der Arbeit des HVN – manchmal nicht nachvollziehbar“. Der Sport sei momentan nicht in der Position, Forderungen zu stellen. „Andere Bereiche sind gerade deutlich wichtiger. Die Politik fokussiert sich auf die Pandemiebekämpfung und die Wirtschaft, was in meinen Augen völlig richtig ist“, bekräftigt der Vorsitzende des TV Neerstedt. Wenngleich auch er sich natürlich wünscht, dass der Sportbetrieb bald wieder starten kann. Zwar hielten die Mitglieder seinem Verein weiter die Treue. „Aber je länger der Lockdown dauert, desto mehr wächst meine Befürchtung, dass wir einen kompletten Jahrgang verlieren und unsere Jugendmannschaften nicht mehr voll bekommen“, sorgt sich Gersner.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Meistgelesene Artikel

Faustball-Feldsaison startet frühestens am letzten Mai-Wochenende

Faustball-Feldsaison startet frühestens am letzten Mai-Wochenende

Faustball-Feldsaison startet frühestens am letzten Mai-Wochenende
Mehr Flexibilität durch Finke, Timm und Haake

Mehr Flexibilität durch Finke, Timm und Haake

Mehr Flexibilität durch Finke, Timm und Haake

Kommentare