„Genervt von der Gesamtsituation“

VfL Wildeshausen und SV Wilhelmshaven haben 2018 noch kein Punktspiel absolviert

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Opfer der schlechten Platzverhältnisse: Abwehrspieler Niklas Heinrich (l.) knickte am Dienstag beim Training um und dürfte dem VfL Wildeshausen mehrere Wochen fehlen.

Wildeshausen - Offiziell ist die Winterpause in der Fußball-Bezirksliga bereits seit drei Wochen beendet. Doch vier der 16 Mannschaften haben im Jahr 2018 noch immer kein einziges Punktspiel absolviert. Dazu gehören neben dem TuS Obenstrohe und dem VfL Stenum auch der VfL Wildeshausen und der SV Wilhelmshaven, die am Sonntag um 15 Uhr im Krandelstadion aufeinandertreffen – so es die Wetter- und Platzverhältnisse denn zulassen.

Marcel Bragula ist nur noch „genervt von der Gesamtsituation“. Dabei will der VfL-Coach jedoch niemandem zum Vorwurf machen, dass die Plätze in den vergangenen Monaten so gut wie gar nicht bespielbar waren. Um derart lange Zwangspausen in Zukunft zu verhindern, steht für ihn – auch mit Blick auf die vielen Jugendmannschaften – fest: „Wir brauchen einen Kunstrasenplatz! Mittlerweile hat fast jedes Kleckerdorf einen, nur die Kreisstadt nicht.“

Den Begriff Wettbewerbsverzerrung vermeidet Bragula zwar, doch im Meisterschaftsrennen sieht er den SV Brake mit seinem Poligrasstadion „ganz klar im Vorteil“. Denn während die Krandel-Kicker zur Tatenlosigkeit verdammt waren, machte der Titelkonkurrent aus der Wesermarsch drei Häkchen hinter seine Aufgaben gegen den FC RW Sande (4:0), den SV Eintracht Wiefelstede (5:2) sowie GVO Oldenburg (3:1) und hat nun bereits neun Punkte Vorsprung in der Tabelle. „Die musst du erstmal aufholen“, sagt Bragula.

Und nicht nur das. Durch die Nachholspiele hat der VfL bis zum Saisonende auch eine wesentlich höhere Belastung als der Mitbewerber. „Dadurch steigt die Verletzungsgefahr. Man muss das Training dosieren, und durch reduziertes Training hat man weniger Vorbereitung auf den Wettkampf – das ist eine Kette, die sich da bildet“, erläutert Bragula. Doch zumindest in der Partie gegen den SV Wilhelmshaven herrscht Waffengleichheit.

Mit Interesse hat Bragula verfolgt, was sich in der Winterpause bei den Jadekickern getan hat. „Die Mannschaft wurde runderneuert“, weiß er zu erzählen. In Sergej Müller verpflichtete der Tabellendreizehnte „die personifizierte Torgarantie“. Der 31-jährige Angreifer erzielte in der ersten Saisonhälfte 19 Treffer für den Fusionsligisten TuS Lehmden. Zudem wechselte in Ibrahim Sylla (SC Eintracht Dortmund) eines der größten Talente im westfälischen Fußball zum SVW.

Eher ungeplant war hingegen der Trainerwechsel Mitte Februar. Der bisherige Coach Andreas Tecker erklärte aus persönlichen Gründen überraschend seinen Rücktritt. Flugs installierte SVW-Manager Christian Schütze in Rainer Hotopp einen Nachfolger. Der 66-Jährige steht im Krandel vor seiner Premiere. „Es kann also sein, dass eine gewisse Euphorie da ist – diesen Zahn müssen wir ihnen gleich ziehen“, sagt Bragula. Übrigens ist Hotopp bei den Jadekickern bereits der dritte Übungsleiter in der laufenden Saison. Teckers Vorgänger Lars Klümper hatte im September nach der 0:4-Hinspielniederlage gegen den VfL Wildeshausen seinen Hut nehmen müssen.

Vor dem Wiedersehen konnten die Wildeshauser am Donnerstag „im Rahmen der Möglichkeiten erstmals halbwegs vernünftig trainieren“, berichtet Bragula. Bereits am Dienstag war Niklas Heinrich Opfer der schlechten Platzverhältnisse geworden: Der Abwehrspieler knickte auf dem unebenen Boden mit dem Fuß um. „Er fällt wahrscheinlich drei bis vier Wochen aus“, ärgert sich Bragula. Mittelfeldspieler Ole Willms muss wegen Knieproblemen passen. Außerdem sind mehrere Spieler grippegeschwächt.

Fraglich ist, was Bragula mit René Tramitzke macht. Der VfL-Toptorjäger (15 Saisontreffer) verpasste berufsbedingt fast die gesamte Vorbereitung und hat „definitiv keine Luft für 90 Minuten“. Gut möglich also, dass Winterneuzugang Jannis Oberbörsch mit der Startelf aufläuft. „René ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Er wird aber auf jeden Fall im Kader sein“, betont Bragula. 

mar

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