Kapitän André Pavel glaubt an den Klassenerhalt des SC Wildeshausen

„Da geht noch was“

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Den Korb und das rettende Ufer fest im Blick: Wildeshausens Kapitän André Pavel (am Ball). ·

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Die Bezirksoberliga-Basketballer des SC Wildeshausen haben nach der Heimniederlage gegen den VfL Bad Zwischenahn im Abstiegskampf schlechte Karten. Trotzdem glaubt Kapitän André Pavel weiter an den Klassenerhalt, wie der 30-jährige Flügelspieler im Interview verrät.

Herr Pavel, wie ist die Stimmung nach der überraschenden 76:79-Pleite gegen den Tabellenvorletzten VfL Bad Zwischenahn?

André Pavel:Die Stimmung ist natürlich ziemlich gedrückt. Nach dem wichtigen Sieg gegen Ofenerdiek war die Euphorie relativ groß. Deshalb waren wir vor dem Spiel gegen Bad Zwischenahn bester Dinge. Aber was wir da abgeliefert haben – das geht gar nicht . . .

Was waren die Gründe für die schwache Vorstellung?

Die Einstellung war eine Katastrophe! Keiner war bereit, zu kämpfen und zu beißen. Das war unsere schlechteste Saisonleistung: langsam, träge – als ob wir das erste Mal Basketball spielen. Dabei hatten wir uns eigentlich ausgerechnet, dass wir die zwei Punkte mitnehmen.

Hat sich Ihre Mannschaft nach dem Sieg in der vermeintlich entscheidenden Partie gegen Ofenerdiek möglicherweise zu sicher gefühlt?

Aus meiner Sicht war das ganz klar eine Kopfsache. Da fehlte der Spirit. In der Halbzeit haben wir gesagt: So wie wir hier auftreten, funktioniert das nicht. Dabei wussten wir vorher, dass die Jungs aus Bad Zwischenahn aktuell ganz gut drauf sind.

Doppelt bitter, dass Ofenerdiek Ihr Team durch den nicht unbedingt zu erwartenden 75:63-Erfolg über Eintracht Rulle wieder vom achten Platz verdrängt hat . . .

Sicherlich war es eine kleine Überraschung, dass Ofenerdiek gegen Rulle punktet. Aber das wäre kein Problem gewesen, wenn wir nicht gegen Bad Zwischenahn verloren hätten.

Das Restprogramm spricht nicht gerade für den SC Wildeshausen, der beim Tabellensiebten in Rulle und gegen den Zweiten VfL Nordhorn antreten muss, während Ofenerdiek zu Hause gegen Bad Zwischenahn und auswärts beim Tabellendritten Blau-Weiß Merzen spielt. Wie stehen angesichts dieser Konstellation die Chancen auf den Klassenerhalt?

Wenn sich Merzen nicht gehen lässt, ist da für Ofenerdiek normalerweise nichts zu holen. Wenn Bad Zwischenahn nur ansatzweise die Leistung aus dem Spiel gegen uns abruft, wird das ein ganz enges Höschen. Gegen Nordhorn haben wir keine Chance, deshalb müssen wir am 26. April unbedingt in Rulle gewinnen. Michael Haake hat schon angekündigt, dass wir erst einen Auswärtssieg und dann seinen Geburtstag feiern wollen. Und auch ich glaube: Da geht noch was.

Über die Saison gab es unzählige Ausfälle. Angenommen, der SC Wildeshausen hätte nicht so oft ersatzgeschwächt antreten müssen: Was wäre dann möglich gewesen?

Ohne die vielen Ausfälle wäre ein Platz im gesicherten Mittelfeld drin gewesen, und wir hätten mit dem Abstieg nichts zu tun gehabt. So haben wir viele Spiele unglücklich verloren – aber gegen das Verletzungspech kannst du dich halt nicht wehren.

Wie schlimm wäre es, wenn Ihre Mannschaft die Bezirksoberliga nach nur einer Saison schon wieder verlassen müsste?

Das wäre keine Vollkatastrophe, aber natürlich enttäuschend, weil wir wissen, dass wir es besser können. Aber wenn es so kommen sollte, werden wir sofort wieder angreifen.

Sie würden also den direkten Wiederaufstieg ins Visier nehmen?

Das ist schwer zu sagen. Wir müssen erst gucken, wie der Kader aussieht. Alexander Grote steht bereits als Abgang fest (zum Regionalligisten BTS Neustadt Dynamites, Anm. d. Red.). Alex ist unser Top scorer, und unser Spiel ist ziemlich auf ihn fixiert.

Sind weitere Abgänge bekannt oder Verstärkungen in Sicht?

Weder noch. Bislang hat auch keiner der älteren Akteure geäußert, die Schuhe an den Nagel hängen zu wollen. Ich denke, dass die Mannschaft im Gros zusammenbleibt.

Sie haben es angedeutet: Im Kader stehen viele Routiniers. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Kommen Spieler aus der Jugend nach?

Die A-Jugendlichen trainieren ab und zu bei uns mit. Wir versuchen, sie zu entwickeln und an den Herrenbereich heranzuführen. Perspektivisch gibt es da ein, zwei, drei potenzielle Kandidaten, aber noch sind sie nicht so weit.

Rückblickend: War es richtig, den Aufstieg in die Bezirksoberliga zu wagen?

Das war definitiv die richtige Entscheidung. Zum einen konnten wir Erfahrungen sammeln und sehen, wo wir stehen. Zum anderen treibt man ja Sport, um sich weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt zu machen.

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