VfL Wildeshausen schimpft nach 1:1 gegen TSV Abbehausen auf Schiedsrichter

„Gegen zwölf Mann gespielt“

War der wirklich drin? Robin Ramke lupft den Ball über TSV-Keeper Sören Büsing und darf sich wenig später als Torschütze feiern lassen. Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Der VfL Wildeshausen hat im Titelrennen der Fußball-Bezirksliga zwei wichtige Punkte liegen gelassen. Der Spitzenreiter kam im Heimspiel gegen den Tabellenzwölften TSV Abbehausen nicht über ein mageres 1:1 (1:1) hinaus. Dabei zog sich Schiedsrichter Luca Kalvelage (Essen) den Zorn von allen zu, die es mit den Krandel-Kickern hielten. „Wir haben heute gegen zwölf Mann gespielt“, schimpfte Marcel Bragula. Der VfL-Coach verweigerte dem aus seiner Sicht arrogant aufgetretenen Referee nach dem Abpfiff sogar den obligatorischen Handschlag. Selbst sein Abbehauser Kollege Frank Meyer sprach von einer „schwachen Schiedsrichterleistung“.

Bragulas Ärger war durchaus nachvollziehbar, denn in fast allen kniffligen Szenen entschied Kalvelage gegen die Wildeshauser. Mit einer Ausnahme: Beim 1:0 hatte Robin Ramke den Ball über TSV-Keeper Sören Büsing gelupft. Als Fabian Milz klärte, hatte die Kugel die Torlinie sehr wahrscheinlich noch nicht mit vollem Umfang überschritten. Doch der Unparteiische verließ sich auf das Signal seines Assistenten Hannes Pille und zeigte zur Mittellinie (22.).

Keine vier Minuten später gab es auf der Gegenseite den nächsten Aufreger: Vor dem 1:1 hatte Sebastian Rabe den Ball mit dem Arm mitgenommen. Doch nach Rücksprache mit seinem zweiten Assistenten Torben Kessen gab Kalvelage auch diesen Treffer (26.). „Das Tor war nicht regulär“, gab Frank Meyer zu.

Im zweiten Abschnitt hatten die Gäste aus der Wesermarsch dann noch zweimal Glück. Zunächst brachte TSV-Verteidiger Norman Hartmann VfL-Angreifer Maximilian Seidel auf der Strafraumlinie zu Fall. Statt Foulelfmeter gab der Unparteiische Freistoß unmittelbar vor dem Sechzehner (54.). Dann spielten die Wildeshauser endlich einmal schnell, und Lennart Feldhus brachte den Ball nach Querpass von Seidel auch im Kasten unter – doch Kessen hatte die Fahne oben, und Kalvelage entschied auf Abseits (61.). „Wie das Abseits sein kann, ist mir ein Rätsel!“, schimpfte Bragula.

Doch alle Kritik am Schiedsrichtergespann darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Tabellenführer ebenfalls keine gute Leistung bot. „Wir haben relativ wenig von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, bekannte Patrick Meyer. Wildeshausens Co-Trainer verantwortete einen Großteil der Vorbereitung, während Bragula dienstlich in Leipzig weilte.

Vor allem offensiv ließ der Klassenprimus viele Wünsche offen, auch wenn sich Seidel direkt vom Anstoß weg die erste Möglichkeit zur Führung bot (1.). Außerdem traf Seidel nach einem Ramke-Zuspiel den Ball nicht richtig (53.) und köpfte nach einem Eckstoß von Christoph Stolle genau in die fangbereiten Arme von Büsing (65.). Und sonst? Obwohl sich das Geschehen in Hälfte zwei fast ausschließlich am und im TSV-Strafraum abspielte, gab es eigentlich nur noch einen tollen Freistoß von Feldhus, den Büsing stark aus dem Winkel fischte (90.+4).

So überstand Abbehausen auch die von Kalvelage zunächst angezeigte fünfminütige und dann nochmal um weitere zwei Minuten verlängerte Nachspielzeit. „Abbehausen hat das clever gemacht, und wir waren nicht bereit, das Spiel anzunehmen. Das ist jetzt schon zum zweiten oder dritten Mal passiert – darüber müssen wir reden“, meinte Patrick Meyer.

„Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs! Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles reingeschmissen“, erklärte Frank Meyer und freute sich, nach dem 2:0 im Hinspiel „in dieser Saison nicht gegen Wildeshausen verloren“ zu haben.

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