1:1 gegen den SV Atlas reicht zum Bezirksliga-Meistertitel / 4000 Fans im Rausch

Schmale köpft Wildeshausen in den Landesliga-Himmel

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Wildeshausens Flügelstürmer Janek Jacobs spielte die Atlas-Verteidiger ein ums andere Mal schwindlig und wurde immer wieder gefoult.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Lange konnte sich Marcel Bragula erfolgreich vor der obligatorischen Bierdusche drücken, doch er entkam ihr nicht. Während des Pressegesprächs nahm sich ein „Überfallkommando“ den Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen vor und tränkte ihn kräftig mit Gerstensaft. Gut eine halbe Stunde zuvor hatten die Krandel-Kicker durch das 1:1 (0:0) gegen den SV Atlas Delmenhorst den Meistertitel und den Aufsteig in die Landesliga perfekt gemacht.

„Ich bin einfach nur überglücklich! Der VfL ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens, und ich freue mich, dass ich heute einen Teil zurückgeben kann“, diktierte der pudelnasse und klebende Meistertrainer in die Blöcke der Pressevertreter. Zuvor hatten Bragula und die 4000 Zuschauer im Krandelstadion „ein überragendes Bezirksliga-Spiel von zwei technisch starken, taktisch äußerst disziplinierten Mannschaften, die konditionell und psychisch voll auf der Höhe waren“ gesehen.

Dabei hatten die Wildeshauser zunächst eine Hiobsbotschaft hinnehmen müssen: Mittelfeldspieler Jan Lehmkuhl signalisierte beim Warmmachen, dass seine Sprunggelenksverletzung einen Einsatz nicht zulassen würde. Für ihn rückte Alexander Kupka in die Startelf. Und der 20-Jährige machte eine starke Partie.

Die Gastgeber begannen in einer 4:3:3-Formation, federten damit den erwarteten Atlas-Anfangsdruck sehr gut ab und setzten selbst Nadelstiche. So hätte Maximilian Seidel den VfL bereits in der sechsten Minute in Führung bringen können, doch er zögerte so lange mit dem Schuss, dass Florian Knipping ihn noch abdrängen konnte. Ole Lehmkuhl zwang Atlas-Keeper David Lohmann zu einer Flugeinlage (29.), und Seidel kam im Strafraum frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig (44.). Insgesamt neutralisierten sich beide Titelaspiranten in der ersten Halbzeit.

Das änderte sich nach dem Wechsel total: Verfolger Atlas schnürte den Spitzenreiter nun in dessen Hälfte ein. So konnte VfL-Abwehrchef Daniel Pasker erst im allerletzten Moment vor Dominik Entelmann klären (52.). Gerade als der Delmenhorster Druck etwas abebbte, setzte Musa Karli einen 25-Meter-Freistoß ans Außennetz (66.). Ein erster Warnschuss, der die Atlas-Fans bereits jubeln ließ.

Nachdem ein Treffer von Kevin Radke wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung gefunden hatte (71.), bekam Karli eine weitere Freistoßchance. Diesmal zappelte der Ball unhaltbar für Sebastian Pundsack im Winkel (74.). „Das kannst du nicht verteidigen“, meinte Daniel Pasker. Das 1:0 hätte Atlas zum Meister gemacht.

Aber Bragula und sein Trainerpartner Marco Elia hatten ja noch einen „Plan B“ in der Tasche: „Es war klar, dass wir bei einem Rückstand sofort Kai Schmale einwechseln und von Mittelfeldpressing auf Angriffspressing umstellen.“ Gesagt, getan. Routinier Schmale war gerade fünf Minuten auf dem Feld, da köpfte er einen Eckball von Storven Bockhorn zum 1:1 ins Netz (80.), und der Wildeshauser Anhang intonierte „Oh, wie ist das schön!“

Es folgte eine dramatische Schlussphase. „Ich habe nur noch gedacht: Ich lass’ nix mehr zu und verteidige das Tor mit meinem Leben“, berichtete Pasker. Als der gute Schiedsrichter Henrik Bramlage nach viereinhalbminütiger Nachspielzeit abpfiff, war es tatsächlich geschafft. Der Rest war Jubel in rot-weiß und Enttäuschung in blau-gelb.

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