Briese gewinnt über 6,4 Kilometer

Nikolauslauf: Gebrüder Bröring hängen an der Hunte alle ab

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Über 6,4 Kilometer gewann Dirk Briese (Mitte) vor Michel Arlinghaus (links) und Vincent Paul (rechts). 

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Natürlich durften diese roten Kopfbedeckungen mit den weißen Bommeln nicht fehlen – schließlich handelte es sich ja um den Wildeshauser Nikolauslauf. Und zur 27. Auflage dieses Ereignisses hatte sich ein gutes Dutzend der mehr als 300 Starter am Sonntag eine Nikolausmütze übergezogen.

Andreas Bröring wählte lieber eine andere Kopfbedeckung aus – eine weiße Baseballcap, deren Schirm der Lohner nach hinten in seinen Nacken drehte. Allerdings hätte der 38-Jährige wohl auch mit mehr Luftwiderstand den 12,5-Kilometer-Hauptlauf am Hunteufer gewonnen – denn im Ziel hatte er in 45:25 Minuten knapp drei Minuten Vorsprung auf seinen Bruder Christian als Zweiten.

„Du hast mich ganz schön demotiviert“, gestand der Verlierer des Familienduells, während er seinen vier Jahre jüngeren Bruder umarmte. Doch er wird ihn wohl wieder mitnehmen. Andreas Bröring jedenfalls hatte Geschmack an dem Termin und diesem Territorium gefunden. 

„Ich war heute das erste Mal hier, mein Bruder schon öfter. Die Strecke ist optimal, überhaupt nicht glitschig, und mit dem Wind hatte ich auch keine Probleme – optimal für diese Jahreszeit“, urteilte der Mann vom SV Kroge-Ehrendorf, der in dem Club noch Fußball bei den Alten Herren spielt: „Heute hatten wir auch vielleicht ein bisschen Glück, weil die Topläufer nicht dabei waren“, urteilte der Sieger. Zum Vergleich: Vorjahressieger Frank Gräfedünkel (LSF Oldenburg) hatte am 10. Dezember 2017 die Strecke in 46:18 Minuten absolviert, 2016 war Michael Majewski in 44:59 Minuten unter einer Dreiviertelstunde geblieben.

Beste Frau im Feld war diesmal Bonnie Andres (weibliche Jugend A) vom VfL Oldenburg in 49:13 Minuten, die als Dritte einlief und den Brörings im Ziel gratulierte.

Allein auf weiter Flur: Andreas Bröring siegte mit großem Abstand über 12,5 Kilometer.

Der Nikolauslauf hatte knapp zwei Stunden vorher mit der 6,4- und der vor allem von Kindern genutzten Zwei-Kilometer-Disziplin begonnen. Nicht alle Schüler standen aber am Start, bedauerte Organisator Torsten Iverssen vom Lauf-Team Wildeshausen: „Zwei Kinder der Wallschule sind irrtümlich im 6,4-Kilometer-Lauf angetreten.“ Jannis Lueken konnte das nicht passieren, denn das Talent der Schüler B ist bereits ein alter Hase Im Hagen. Voriges Jahr hatte der Junge vom TSV Großenkneten hier bereits gewonnen, diesmal wiederholte er den Triumph in 8:26 Minuten. Knapp dahinter folgten Theo Giegling und Sören Hüsemann.

88 Läufer hatten sich für die 6,4-Kilometer-Distanz entschieden. Hier siegte der 51-Jährige Dirk Briese aus Osterholz-Scharmbeck in 24:58 Minuten und war damit 35 Sekunden schneller als Michel Arlinghaus vom Gymnasium Wildeshausen. Nach 27:21 Minuten kam der 31-Jährige Vincent Paul vom 1. TCO „Die Bären“ ins Ziel – allerdings erst im dritten Anlauf, weil er den Abzweig zur Zeiterfassung erst rechts liegen ließ und auf dem Rückweg ebenfalls schon am Ausgang vorbei war. 

Seiner guten Laune tat dies aber keinen Abbruch. Und Sieger Briese hatte nun so richtig Blut geleckt. „Das ist eine sehr schön gelegene Strecke. Ein bisschen mehr Windschatten hätte ich mir schon gewünscht, aber ich trete jetzt auch beim 12,5-Kilometer-Lauf mit an.“

Brieses Hund hatte nicht mehr viel Lust zum Laufen

So kam es dann, allerdings reichte es dabei nicht für eine vordere Platzierung. Womöglich, weil er nun seinen Hund mit dabei hatte, „und der hat nach sechs, sieben Kilometern nicht mehr so viel Lust…“

Organisator Iverssen hatte mehrere Doppel-Starter beobachtet und ihnen dementsprechend später zwei Urkunden ausgehändigt. Allerdings zeigte er sich erleichtert, dass nicht alle diesen Ehrgeiz an den Tag legten. Aus den Reihen der zehn Helfer vom Lauf-Team etwa „gibt es einige, die erst die kürzere Strecke laufen und uns dann unterstützen – oder eben vorher, um dann die 12,5 Kilometer in Angriff zu nehmen“. 

Nur mit solch einsatzbereiten Ehrenamtlichen „kann eine Veranstaltung wie diese noch existieren“, unterstrich Iverssen. Insgesamt zog er ein positives Fazit: „Die Strecke war zwar teilweise etwas crossig, aber die Teilnehmer waren zufrieden.“

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